VW Aktie: IG Metall setzt Ultimatum und droht mit Arbeitskampf
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die IG Metall verlangt von Volkswagen, zehn gekündigte Tarifverträge bis Ende Oktober zurückzunehmen.
- Betroffen sind rund 130.000 Beschäftigte der Volkswagen AG in Deutschland.
- Ohne Einigung will die Gewerkschaft einen Arbeitskampf vorbereiten; die Friedenspflicht endet zum Jahreswechsel.
- Tarifgespräche sollen spätestens Anfang Dezember beginnen, die IG Metall schlägt den 24. November vor.
Marktanalyse & Details
Ultimatum verschärft den Konflikt
Im Streit über den Sparkurs erhöht die IG Metall den Druck auf Volkswagen. Die Gewerkschaft fordert, dass der Konzern die Ende September gekündigten zehn Tarifverträge bis zum Monatsende zurücknimmt. Sie regeln unter anderem Arbeitszeit, Urlaub und Zulagen. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger warnte für den Fall, dass VW an den Kündigungen festhält, vor der Vorbereitung eines Arbeitskampfs. Ein Streik ist damit noch nicht beschlossen.
Die Kündigungen sollen zum 31. Dezember 2026 wirksam werden. Sie betreffen rund 130.000 Beschäftigte in Deutschland aus den Bereichen Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, Komponenten sowie zentralen Konzernfunktionen. Das Unternehmen begründet den Anpassungsbedarf mit dem Kostendruck, hat bislang aber keine konkreten Forderungen zu den einzelnen Tarifregelungen vorgelegt.
Verhandlungen und offene Streitpunkte
Am 23. Oktober kamen Unternehmensvertreter, IG Metall und Betriebsrat in Hannover zu einem weiteren Überprüfungsgespräch zusammen. Die Arbeitnehmerseite verlangt Klarheit darüber, ob Volkswagen die Zusagen aus dem Zukunftstarifvertrag von 2024 einhält. Die Gewerkschaft sieht diese durch die verschärften Sparpläne gefährdet; das Management hält die damals vereinbarten Einsparungen nach eigener Einschätzung für nicht mehr ausreichend.
- Die IG Metall fordert in der Tarifrunde zunächst fünf Prozent mehr Geld.
- Als mögliche Verhandlungsthemen nennt sie außerdem Altersteilzeit und eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung in die 2030er Jahre.
- Die Verhandlungen sollen spätestens Anfang Dezember starten; die Gewerkschaft schlägt dafür den 24. November vor.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Konflikt über einzelne Sparmaßnahmen hinausgeht und sich auch um Beschäftigungssicherung sowie die Verlässlichkeit früherer Vereinbarungen dreht. Für Volkswagen entsteht ein doppeltes Risiko: Bleibt der Konzern bei seinen Einsparplänen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitskampfs; Zugeständnisse könnten dagegen die angestrebte Kostensenkung erschweren. Für Anleger ist entscheidend, ob beide Seiten vor dem Ende der Friedenspflicht einen Verhandlungspfad finden. Die VW-Vorzugsaktie notierte am 23. Oktober um 12:09 Uhr bei 69,28 Euro, 0,79 Prozent über dem Vortag; seit Jahresbeginn lag sie 33,45 Prozent im Minus. Daraus lässt sich keine eindeutige Reaktion auf den Tarifkonflikt ableiten.
Fazit & Ausblick
Die nächsten Wegmarken sind das Ende des Ultimatums Ende Oktober und der mögliche Start der Tarifgespräche am 24. November. Bleibt eine Rücknahme der Kündigungen aus, dürfte die Vorbereitung von Arbeitskampfmaßnahmen konkreter werden. Ob es tatsächlich zu Streiks kommt, hängt davon ab, ob VW und Gewerkschaft bis zum Jahreswechsel eine Einigung erzielen.
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