Verbio stellt höheres EBITDA für 2026/27 in Aussicht – Prognosemitte unter Analystenschätzungen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Verbio steigerte den Umsatz 2025/26 um 18,5 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro und das EBITDA auf 193,9 Millionen Euro.
- Für 2026/27 erwartet der Bioenergiehersteller ein EBITDA von 210 bis 250 Millionen Euro; die Mitte der Spanne liegt unter dem Analystenkonsens von 241 Millionen Euro.
- Der operative Cashflow erreichte 164,6 Millionen Euro, der Free Cashflow 78 Millionen Euro; die Nettoverschuldung sank auf 91,5 Millionen Euro.
- Die Aktie notierte am 24. September um 09:05 Uhr bei 30,16 Euro und lag 4,38 Prozent im Tagesminus.
Marktanalyse & Details
Turnaround im Geschäftsjahr 2025/26
Verbio hat im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2026 die Ergebnisse deutlich verbessert. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 18,5 Prozent auf 1.872,7 Millionen Euro. Das EBITDA legte von 14,2 Millionen auf 193,9 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 63,9 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 137,9 Millionen Euro angefallen war. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,00 Euro nach minus 2,17 Euro.
Zum Wachstum trugen höhere Verkaufspreise und Absatzmengen bei Bioethanol und Biomethan sowie eine Erholung des Marktes für Treibhausgasquoten bei. Auch die Auslastung der Produktionsanlagen in Nordamerika verbesserte sich. Im Schlussquartal setzte Verbio 531,9 Millionen Euro um und erzielte ein EBITDA von 88,2 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz blieb allerdings unter der vorliegenden Schätzung von 564 Millionen Euro.
Cashflow und Schuldenabbau stärken Bilanz
Der operative Cashflow verbesserte sich auf 164,6 Millionen Euro. Nach Investitionsauszahlungen von 86,6 Millionen Euro ergab sich ein Free Cashflow von 78 Millionen Euro, verglichen mit einem negativen Wert von 119,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nettoverschuldung verringerte sich zum 30. Juni 2026 auf 91,5 Millionen Euro nach 164 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Eigenkapitalquote stieg auf 59,7 Prozent.
Verbio profitierte beim Ergebnis auch von positiven Sondereffekten: Dazu gehörte die Wertaufholung bei Treibhausgasquoten-Beständen von 19,1 Millionen Euro. Zugleich verbesserte sich die operative Entwicklung in den Geschäftsbereichen, und der starke Mittelzufluss zeigt, dass die Ergebniswende auch von einer höheren Cash-Generierung begleitet wurde.
Ausblick: Wachstum, aber Prognose mit breiter Spanne
Für das Geschäftsjahr 2026/27 stellt der Vorstand ein EBITDA von 210 bis 250 Millionen Euro in Aussicht. Als Treiber nennt das Unternehmen vor allem höhere Produktionsmengen in Nordamerika, mehr Biomethanproduktion und zusätzliche Ergebnisbeiträge aus dem Quotengeschäft. Der Mittelwert der Spanne liegt mit 230 Millionen Euro jedoch unter den Analystenschätzungen von 241 Millionen Euro. Die Prognose lässt zugleich Spielraum nach oben, falls sich die operativen Annahmen günstig entwickeln.
Verbio erwartet außerdem, die Nettoverschuldung weiter deutlich zu senken. Dafür sollen das Ergebniswachstum und niedrigere Investitionen als im Vorjahr helfen. Zu den laufenden Vorhaben zählt der Ausbau des Standorts South Bend in den USA. Für 2025/26 wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen belegen eine kräftige Erholung, doch der Vergleich mit dem Vorjahr fällt auch deshalb besonders stark aus, weil die damalige Basis sehr niedrig war. Zudem wirkten einzelne positive Effekte auf das Ergebnis. Der verbesserte Free Cashflow und der Schuldenabbau stützen die Qualität des Turnarounds. Für Anleger bedeutet die Prognose eine Aussicht auf weiteres Wachstum, aber auch eine Messlatte: Entscheidend wird sein, ob Verbio die geplanten Produktionssteigerungen erreicht und die Erholung bei Preisen und Quoten anhält. Das Tagesminus von 4,38 Prozent trotz höherer EBITDA-Erwartung könnte die unter dem Konsens liegende Prognosemitte widerspiegeln; aus einer einzelnen Handelssitzung lässt sich jedoch keine belastbare Marktreaktion ableiten.
Fazit & Ausblick
Verbio geht mit deutlich besseren Ergebnissen, positivem Free Cashflow und geringerer Verschuldung in das Geschäftsjahr 2026/27. Die EBITDA-Spanne signalisiert weiteres Wachstum, bleibt im Mittel aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Im Fokus stehen nun die Entwicklung der Produktionsmengen, die Ertragsbeiträge aus dem Quotengeschäft und der Fortschritt beim Schuldenabbau. Über den Dividendenvorschlag von 0,20 Euro je Aktie muss die Hauptversammlung entscheiden.
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