UBS kritisiert Schweizer Kapitalplan: 16 Milliarden Dollar zusätzliches CET1 drohen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Der Schweizer Ständerat will, dass UBS-Auslandstöchter künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt werden.
  2. Bei einer endgültigen Bestätigung des Beschlusses müsste UBS nach eigener Rechnung rund 16 Milliarden US-Dollar zusätzliches CET1 halten.
  3. Die Bank kritisiert die Verschärfung und beziffert den gesamten zusätzlichen CET1-Bedarf im Zusammenhang mit der Credit-Suisse-Übernahme auf rund 33 Milliarden Dollar.
  4. Als Nächstes berät der Nationalrat über die Eigenmittelregeln; das parlamentarische Verfahren läuft weiter.

Marktanalyse & Details

Ständerat beschließt strengere Vorgaben

Der Ständerat hat am 23. September strengere Eigenmittelanforderungen für systemrelevante Großbanken mit Auslandstöchtern beschlossen. UBS soll diese Beteiligungen künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen. Bislang sind es 45 Prozent CET1 und 17 Prozent zusätzliches Kernkapital in Form von AT1-Anleihen.

Der Entscheid liegt zwischen den zuvor diskutierten Varianten: Der Bundesrat hatte eine vollständige Unterlegung mit CET1 vorgeschlagen, die zuständige Ständeratskommission eine Aufteilung von jeweils 50 Prozent auf CET1 und AT1. Verbindlich ist die Neuregelung noch nicht; nun ist der Nationalrat am Zug.

UBS beziffert möglichen Kapitalbedarf

Nach Angaben der Bank würde der Ständeratsbeschluss bei einer Bestätigung im weiteren Verfahren einen zusätzlichen CET1-Bedarf von rund 16 Milliarden US-Dollar auslösen. Hinzu kämen laut UBS 2 Milliarden Dollar aufgrund der vom Bundesrat angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe. Bereits nach geltenden Vorschriften müsse die Bank wegen der Credit-Suisse-Übernahme rund 15 Milliarden Dollar zusätzliches CET1 halten. UBS beziffert diese Beträge zusammen auf rund 33 Milliarden Dollar.

Die Bank verweist zugleich darauf, dass die angekündigten Verordnungsänderungen auf konsolidierter Konzernebene zu einer Reduktion des CET1-Bedarfs um 4 Milliarden Dollar führen könnten. Diese Angabe steht neben der genannten Aufstellung; aus den Zahlen allein lässt sich deshalb kein endgültiger Nettokapitalbedarf ableiten. UBS beziffert die jährlichen Gesamtkosten der Übernahme auf rund 2,5 Milliarden Dollar.

Die Bank bezeichnete den Ständeratsentscheid als übermäßige Verschärfung und erklärte, er sei kein Kompromiss. Sie will sich im weiteren Verfahren für aus ihrer Sicht zielgerichtete, verhältnismäßige und international abgestimmte Regeln einsetzen.

Analysten-Einordnung

Die geplanten Milliardenbeträge sind zunächst gebundenes regulatorisches Kapital und nicht automatisch ein gleich hoher unmittelbarer Aufwand oder Verlust. Für Anleger ist entscheidend, ob UBS dieses Kapital tatsächlich zusätzlich vorhalten muss und wie die endgültigen Regeln ausgestaltet werden. Ein höherer CET1-Bedarf kann den finanziellen Spielraum für Ausschüttungen und andere Kapitalverwendungen einschränken; die konkrete Belastung hängt jedoch auch davon ab, welche Anforderungen auf Gruppenebene gelten und wie die Verordnungsänderungen angerechnet werden.

Fazit & Ausblick

Die Kapitalvorgaben sind noch nicht endgültig beschlossen. Die nächste wichtige Station ist die Beratung im Nationalrat. Erst danach lässt sich besser beurteilen, ob die 90-Prozent-Regel Bestand hat und wie hoch der zusätzliche Kapitalbedarf für UBS tatsächlich ausfällt.

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