Uber-Aktie: BMO bestätigt Outperform und sieht 60 % Potenzial durch Robotaxis

Uber Technologies Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • BMO Capital Markets bestätigt für Uber ein Outperform-Rating und ein Kursziel von 119 US-Dollar.
  • Die Investmentstory verschiebt sich laut Analyst Brian Pitz vom Mobilitätsvermittler zur globalen Vermarktungs- und Betriebsebene für Robotaxis.
  • Waymo startet öffentliche autonome Fahrten in Denver, San Diego und Tampa; Tesla plant am 3. September ein Cybercab-Event.
  • Ubers Übernahmeangebot für Delivery Hero läuft bis zum 5. November und soll die kombinierte Plattform deutlich vergrößern.

Marktanalyse & Details

Robotaxis rücken ins Zentrum der Uber-Bewertung

Das Analysehaus BMO Capital Markets hat seine positive Einschätzung zu Uber bestätigt und das Kursziel bei 119 US-Dollar belassen. Nach Einschätzung von Analyst Brian Pitz entspricht dies gegenüber dem zugrunde gelegten Kursniveau einem Aufwärtspotenzial von rund 60 Prozent. Eine direkte Umrechnung in Euro ist wegen des Wechselkurses und der unterschiedlichen Handelsplätze nicht eins zu eins möglich.

Die Uber-Aktie notierte am 1. September 2026 an der Lang & Schwarz Exchange bei 65,14 Euro. Im Tagesvergleich gab sie 0,08 Prozent nach, seit Jahresbeginn liegt sie 6,29 Prozent im Minus. Die jüngste Kursschwäche erklärt teilweise, warum mehrere Analysten die langfristige autonome Mobilität stärker gegen den aktuellen Aktienkurs abwägen.

Pitz zufolge hat Uber seine Position in der Wertschöpfungskette autonomer Fahrzeuge in den vergangenen sechs Monaten ausgebaut. Das Unternehmen werde nicht mehr nur als Vermittler für Robotaxi-Fahrten betrachtet, sondern zunehmend als Plattform für die operative Abwicklung autonomer Mobilität. Dazu zählen der Zugang zu Nachfrage, die Infrastruktur, die internationale Skalierung und die Bündelung verschiedener Fahrzeug- und Technologiepartner.

Chancen und Risiken des AV-Modells

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass BMO Uber als Anbieter einer potenziell unverzichtbaren Kommerzialisierungsschicht für autonome Fahrdienste bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der langfristige Wert der Aktie nicht mehr ausschließlich von der Entwicklung des klassischen Mobilitäts- und Liefergeschäfts abhängt. Entscheidend wird vielmehr, ob Uber aus Partnerschaften tatsächlich dauerhaft margenstarke Umsätze und eine starke Verhandlungsposition ableiten kann.

  • Partnerschaften mit mehreren Anbietern könnten Uber Zugang zu exklusivem Angebot sichern und die Abhängigkeit von einem einzelnen Robotaxi-Entwickler verringern.
  • Höhere Investitionen in AV-Infrastruktur schwächen jedoch den bisherigen asset-light-Charakter des Geschäftsmodells.
  • Die Stückkosten und Margen autonomer Fahrdienste sind bei vielen Partnern im großflächigen Einsatz noch nicht bewiesen.
  • Regulatorische Hürden, Widerstand von Beschäftigten sowie vertikal integrierte Anbieter wie Waymo oder Tesla könnten Uber umgehen.

Besonders relevant ist, dass Waymo seinen ersten AV-Piloten mit Uber nicht verlängert hat. Gleichzeitig startet Waymo öffentliche autonome Fahrten in Denver, San Diego und Tampa und ist damit nach eigenen Angaben in 14 Städten aktiv. Diese Entwicklung erhöht den Wettbewerbsdruck, bestätigt aber zugleich, dass der Markt für fahrerlose Mobilität in die nächste Vermarktungsphase eintritt.

Delivery-Hero-Übernahme erweitert die Plattform

Neben dem Robotaxi-Thema treibt Uber die Übernahme von Delivery Hero voran. Das formelle freiwillige Barangebot wurde nach der Genehmigung durch die deutsche Finanzaufsicht veröffentlicht. Aktionäre von Delivery Hero können ihre Aktien vom 27. August bis zum 5. November 2026 zu 41,50 Euro je Aktie in bar andienen.

Der Angebotspreis liegt rund 108 Prozent über dem unbeeinflussten Schlusskurs vom 8. Mai und etwa 127 Prozent über dem volumengewichteten Dreimonatsdurchschnitt bis zu diesem Stichtag. Die Vorstände und Aufsichtsräte von Delivery Hero sollen das Angebot gemeinsam unterstützen.

Uber will mit der Transaktion seine Multi-Produkt-Plattform auf 99 Märkte mit einem kombinierten Bruttobuchungsvolumen von 236 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 ausweiten. Die Zahl der Märkte, in denen Uber sowohl Mobilitäts- als auch Lieferdienste anbietet, könnte von 34 auf 58 steigen. Damit ergänzt die Akquisition die AV-Strategie um ein unmittelbar skalierbares Geschäftsfeld.

Weitere Analysten sehen langfristige Wachstumschancen

Rosenblatt hat die Beobachtung der Uber-Aktie mit einem Buy-Rating und einem Kursziel von 100 US-Dollar aufgenommen. Die jüngste Schwäche sei ein attraktiver Einstiegspunkt in eine qualitativ hochwertige Plattform mit dauerhaftem Wachstum. Die Debatte um autonome Fahrzeuge werde zwar als langfristiger Bewertungsfaktor gesehen, stelle nach dieser Einschätzung aber kein greifbares kurzfristiges Risiko für das Kerngeschäft dar.

Fazit & Ausblick

Ubers Bewertung hängt zunehmend davon ab, ob das Unternehmen zum zentralen Zugangspunkt für autonome Mobilität wird, ohne dabei seine Kapitaldisziplin zu verlieren. Kurzfristige Aufmerksamkeit dürfte dem für den 3. September angekündigten Tesla-Cybercab-Event gelten. Für Uber bleiben außerdem der Nachweis tragfähiger Robotaxi-Ökonomik, die Entwicklung der Partnerschaften und der Fortgang des Delivery-Hero-Angebots bis zum 5. November die wichtigsten Beobachtungspunkte.

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