Uber-Aktie: Analyst senkt Rating auf Neutral – Robotaxi-Ausbau in Europa nimmt Fahrt auf

Uber Technologies Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Arete stuft Uber von Buy auf Neutral ab und setzt das Kursziel auf 74 US-Dollar.
  • Uber erhält mit WeRide und AVOMO Spaniens erste nationale Genehmigung für Level-4-Passagierfahrzeuge.
  • In Zagreb starten Pony AI und Verne vollständig fahrerlose Testfahrten mit Passagieren auf öffentlichen Straßen.
  • Die Uber-Aktie notiert am 10. September bei 61,28 Euro, liegt seit Jahresbeginn aber 11,84 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

Analystenurteile gehen auseinander

Die jüngste Analystenentscheidung setzt einen Kontrapunkt zu den Fortschritten beim autonomen Fahren. Arete stufte Uber von Buy auf Neutral ab und nannte ein Kursziel von 74 US-Dollar. Nach Einschätzung des Analystenhauses ist die Aktie noch nicht ausreichend auf eine mögliche Disruption durch autonome Fahrzeuge eingestellt. Zudem könnte der Überhang durch Robotaxis zunehmen, weil Ubers eigene Versorgung mit autonomen Fahrzeugen derzeit nicht schnell genug skaliere.

Dem steht die am Vortag veröffentlichte Ersteinschätzung von Scotiabank gegenüber. Das Institut startete die Bewertung mit Outperform und einem Kursziel von 100 US-Dollar. Es sieht den Markt für Fahrdienste und On-Demand-Lieferungen grundsätzlich konstruktiv und hält Beiträge aus Werbung, Mitgliedschaften und operativer Hebelwirkung für an der Börse bislang unterschätzt.

Der Uber-Kurs lag am 10. September um 11:26 Uhr bei 61,28 Euro und bewegte sich damit 0,21 Prozent über dem Vortag. Seit Jahresbeginn ergibt sich jedoch ein Rückgang von 11,84 Prozent. Die in US-Dollar genannten Kursziele sind wegen der unterschiedlichen Währungen nicht direkt mit dem Euro-Kurs vergleichbar.

Spanien schafft regulatorische Grundlage

Uber, WeRide und die autonome Fahrzeugsparte AVOMO der Moove Cars Group haben gemeinsam mit der Regionalregierung von Madrid Spaniens erste nationale Genehmigung für autonome Passagierfahrzeuge der Stufe 4 erhalten. Die Erlaubnis wurde im Rahmen des ES-AV-Systems der spanischen Verkehrsbehörde erteilt und gilt als Voraussetzung für den späteren kommerziellen Betrieb auf öffentlichen Straßen.

Zunächst sollen 20 Fahrzeuge in stark nachgefragten Gebieten der Region Madrid eingesetzt werden. Vor dem Start stehen Kartierung, Routenvalidierung und Tests zur betrieblichen Einsatzbereitschaft. Die Fahrzeuge sollen mit WeRides autonomer Technologie fahren, zunächst jedoch unter Aufsicht eines Spezialisten im Fahrzeug. Der kommerzielle Betrieb wird für Ende 2026 erwartet, sofern weitere regulatorische und operative Meilensteine erreicht werden.

Spanien ist die vierte von insgesamt 15 Städten, die im Rahmen der strategischen WeRide-Uber-Partnerschaft erschlossen werden sollen. Weitere elf Städte sind bis 2030 vorgesehen. Die Partner planen langfristig den Einsatz von Zehntausenden autonomen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen.

Zagreb liefert Praxistest für fahrerlose Fahrten

In Zagreb haben Pony AI und Verne vollständig fahrerlose Robotaxi-Testfahrten mit Passagieren auf öffentlichen Straßen aufgenommen. Die 22 Kilometer lange Strecke verbindet den Hauptsitz von Verne und einen wichtigen Geschäftsbezirk der kroatischen Hauptstadt mit dem Flughafen Franjo Tuđman. In den kommenden Monaten soll das fahrerlose Angebot auf das gesamte Betriebsgebiet ausgeweitet werden.

Der Schritt folgt gut fünf Monate nach der Ankündigung der gemeinsamen europäischen Robotaxi-Strategie von Pony AI, Verne und Uber. Pony AI stellt die Technologie für autonomes Fahren bereit, Verne übernimmt den operativen Service und Uber integriert den Zugang über seine Plattform. Seit dem Start des von Verne betriebenen Dienstes Anfang April wurden mehr als 200.000 Kilometer zurückgelegt, mehrere tausend Kundenfahrten absolviert und eine durchschnittliche Passagierbewertung von 4,7 von 5 Punkten erzielt.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass Uber seine Position im autonomen Fahren kurzfristig vor allem als Plattform- und Vertriebspartner ausbaut, während Technologie und Flottenbetrieb bei spezialisierten Partnern liegen. Die Genehmigung in Spanien und die fahrerlosen Tests in Zagreb senken wichtige regulatorische und operative Hürden, belegen aber noch keine flächendeckende Profitabilität. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein zweischneidiges Signal: Mehr Robotaxi-Verfügbarkeit stärkt Ubers strategische Option, zugleich könnten autonome Flotten langfristig klassische Fahrten mit menschlichen Fahrern ersetzen. Entscheidend werden daher die Skalierung, die Kosten pro Fahrt und der konkrete Umsatz- und Gewinnbeitrag für Uber sein.

Fazit & Ausblick

Ubers Robotaxi-Strategie gewinnt in Europa sichtbar an praktischer und regulatorischer Substanz. Bis Ende 2026 stehen insbesondere die Vorbereitung des Madrid-Starts und die Ausweitung der Zagreber Route im Mittelpunkt. An der Börse bleibt die Kernfrage, ob Uber mit seinem Partneransatz schneller von autonomen Diensten profitieren kann, als diese das bestehende Fahrdienstgeschäft unter Druck setzen.

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