TUI grenzt Gewinnausblick ein: EBIT 2026 bei 1,2 bis 1,3 Mrd. Euro
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- TUI grenzt die Prognose für das bereinigte EBIT 2026 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro ein.
- Der gebuchte Umsatz liegt im Sommer 2026 um 5 Prozent und im Winter 2026/27 um 7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
- Spätbuchungen und geopolitische Unsicherheit belasten Märkte und Airline, während Hotels und Kreuzfahrten höhere Durchschnittsraten erzielen.
- Die Veröffentlichung der vollständigen Geschäftsjahreszahlen ist für den 9. Dezember 2026 geplant.
Marktanalyse & Details
Engere EBIT-Spanne, Umsatzprognose bleibt ausgesetzt
TUI AG konkretisiert wenige Tage vor dem Ende des Geschäftsjahres 2026 den Ausblick. Das bereinigte EBIT soll bei konstanten Wechselkursen zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen. Zuvor hatte die Spanne 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro betragen. Der Mittelwert bleibt damit unverändert, zugleich reduziert sich aber die Unsicherheit über das erwartete Ergebnisniveau.
Das Vorjahresniveau von 1,413 Milliarden Euro dürfte TUI damit verfehlen. Eine Umsatzprognose legt der Konzern weiterhin nicht vor. Sie bleibt wegen der schwer einschätzbaren geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgesetzt.
Die TUI-Aktie notierte am 22. September 2026 um 08:15 Uhr bei 6,45 Euro. Das entsprach einem Tagesminus von 1,59 Prozent. Seit Jahresbeginn lag die Aktie zu diesem Zeitpunkt 28,05 Prozent im Minus. Der deutliche Jahresverlust zeigt, dass der Markt die Risiken im Reisegeschäft bereits länger kritisch bewertet.
Spätbuchungen bremsen das Veranstaltergeschäft
Im Segment Märkte und Airline lag der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 zuletzt 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings verbesserte sich die Entwicklung: In den vergangenen vier Wochen lag der gebuchte Umsatz 2 Prozent über dem Vergleichszeitraum. TUI führt dies vor allem auf die anhaltende Verschiebung von Buchungen in Richtung Abreisetermin zurück.
Für den Winter 2026/27 liegt der gebuchte Umsatz in dieser frühen Buchungsphase 7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Großbritannien beträgt der Rückstand 9 Prozent, in Deutschland 4 Prozent. TUI hält deshalb an einer vorsichtigen Kapazitätssteuerung fest und hatte die Risikokapazität für den Sommer bereits um 5 Prozent reduziert.
Die Preise erweisen sich bislang als stabil. Das spricht dafür, dass TUI die schwächere Visibilität nicht mit breiten Preisnachlässen bekämpfen muss. Besonders gefragt bleiben Kurz- und Mittelstreckenziele wie Griechenland, Spanien, die Balearen und die Kanarischen Inseln.
Hotels und Kreuzfahrten wachsen mit höheren Raten
Das Segment Urlaubserlebnisse entwickelt sich robuster als das klassische Veranstaltergeschäft. Bei Hotels und Resorts steigen die verfügbaren Bettennächte im vierten Quartal um 1 Prozent und im ersten Halbjahr 2027 um 7 Prozent. Die gebuchte Auslastung liegt dabei jeweils 2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig erhöhen sich die durchschnittlichen Tagesraten um 4 Prozent im vierten Quartal und um 1 Prozent im ersten Halbjahr 2027.
Auch die Kreuzfahrten bauen ihre Kapazität deutlich aus. Die verfügbaren Passagiertage steigen im vierten Quartal um 12 Prozent und im ersten Halbjahr 2027 um 17 Prozent. Die Auslastung liegt im vierten Quartal auf Vorjahresniveau, im ersten Halbjahr derzeit jedoch 6 Prozentpunkte darunter. Die durchschnittlichen Tagesraten legen in beiden Zeiträumen um 2 Prozent zu.
Mit der im Juni gestarteten Mein Schiff Flow umfasst die Flotte nun 19 Schiffe. Das neue Schiff bringt rund 4.000 zusätzliche Betten. Die Auslastung im ersten Halbjahr wird noch durch verspätet vermarktete, nach Beginn des Iran-Kriegs angepasste Reiserouten belastet. Nach Unternehmensangaben verbessert sich die Buchungslage jedoch Woche für Woche.
Analysten-Einordnung: Die Verengung der EBIT-Spanne ist ein gemischtes Signal. Sie beseitigt einen Teil der Prognoseunsicherheit, bestätigt aber zugleich, dass TUI das Vorjahresergebnis voraussichtlich nicht erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die Preissetzungsmacht und das Wachstum bei Hotels und Kreuzfahrten die Belastungen im Veranstalter- und Airline-Geschäft nur teilweise ausgleichen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die kurzfristige Ertragsentwicklung weiterhin stark vom Buchungszeitpunkt, der geopolitischen Lage und der Kapazitätsauslastung abhängt.
Absicherung dämpft Treibstoff- und Währungsrisiken
TUI hat einen großen Teil der relevanten Kosten für den laufenden Sommer bereits abgesichert. Für den Sommer 2026 waren zum 14. September 93 Prozent des Euro-Bedarfs, 89 Prozent des US-Dollar-Bedarfs und 98 Prozent des Treibstoffbedarfs gehedgt. Für den Winter 2026/27 lagen die Quoten bei 77 Prozent für den Euro, 82 Prozent für den US-Dollar und 63 Prozent für Treibstoff.
Diese Absicherung erhöht die Planbarkeit von Preisen und Kapazitäten. Sie schützt TUI jedoch nicht vor einer schwächeren Nachfrage oder einer weiteren Verschärfung geopolitischer Konflikte. Der Ausblick steht ausdrücklich unter der Annahme, dass es zu keiner wesentlichen Eskalation kommt und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt.
Fazit & Ausblick
TUI stabilisiert den Ergebnisausblick in einer engeren Spanne, bleibt beim Gewinnziel aber unter dem Vorjahreswert. Die operative Stärke der Hotels und Kreuzfahrten sowie die jüngste Verbesserung der Buchungsdynamik sprechen für eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Entscheidend wird sein, ob die Spätbuchungen im Wintergeschäft in tatsächliche Nachfrage umschlagen, ohne die Margen zu belasten. Die vollständigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht TUI am 9. Dezember 2026.
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