Swiss Re-Studie: KI und Lieferketten schaffen neue Wege für systemische Schocks

Swiss Re-Studie: KI und Lieferketten schaffen neue Wege für systemische Schocks

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine Analyse des Swiss Re Institute und der LSE findet bei 91 Fortune-100-Unternehmen 24 Prozent mehr Verbindungen zwischen ausgewiesenen Risiken als 2019.
  2. KI- und Technologierisiken werden branchenübergreifend häufiger genannt und könnten Schocks beschleunigen.
  3. Lieferketten verknüpfen geopolitische, Klima-, Pandemie- und Cyberrisiken und können Störungen weitertragen.
  4. Die Studie misst Veränderungen in der Risikowahrnehmung der Unternehmen, nicht direkt die Entwicklung des systemischen Risikos.

Marktanalyse & Details

Mehr Verbindungen zwischen Unternehmensrisiken

Risiken aus Finanz- und Digitalwirtschaft, Naturgefahren und sozioökonomischen Entwicklungen greifen laut der gemeinsamen Untersuchung zunehmend ineinander. Verglichen wurden Geschäftsberichte aus den Jahren 2019 und 2026. Ein Large Language Model unterstützte Fachleute dabei, genannte Risiken und ihre beschriebenen Zusammenhänge zu klassifizieren.

Besonders deutlich ist die Entwicklung bei KI: Der Anteil der Unternehmen, die Risiken rund um künstliche Intelligenz und neue Technologien ausweisen, stieg zwischen 2019 und 2026 um rund 30 Prozent. Die Nennungen reichen inzwischen über den Technologiesektor hinaus, etwa in Einzelhandel, Luftfahrt, Pharma und Lebensmittelwirtschaft.

Lieferketten und Infrastruktur als mögliche Verstärker

Lieferketten können geopolitische Spannungen, Zölle, Klimaereignisse, Pandemien und Cyberangriffe miteinander verbinden. Hinzu kommt die Abhängigkeit von konzentrierter Infrastruktur: Laut Studie liegen 88 Prozent der Halbleiterwerke in Taiwan in Gebieten mit extremem Erdbebenrisiko. Drei Anbieter kontrollierten 2024 zudem rund 70 Prozent der weltweiten Cloud-Infrastruktur.

Gemeinsame Technologieplattformen und ähnliche KI-Modelle könnten dazu führen, dass Unternehmen oder Finanzinstitute in Stresssituationen synchron und sehr schnell reagieren. Eine Störung an einem zentralen Knotenpunkt könnte sich dadurch über einzelne Firmen und Branchen hinaus ausbreiten.

Analysten-Einordnung: Die Zahlen sind ein Frühwarnsignal für wachsende Abhängigkeiten, aber kein Beleg dafür, dass das systemische Risiko selbst um 24 Prozent gestiegen ist. Die Untersuchung erfasst, wie Unternehmen Risiken in ihren Berichten darstellen; Änderungen bei Regulierung und Offenlegung können die Ergebnisse ebenfalls beeinflussen. Für Anleger ist deshalb entscheidend, die Befunde als Hinweis auf mögliche Konzentrations- und Übertragungskanäle zu lesen – nicht als unmittelbare Prognose für eine Krise oder für Swiss Res Geschäftsentwicklung.

Fazit & Ausblick

Die Untersuchung lenkt den Blick auf Resilienz vor dem Eintritt eines Schocks: Unternehmen müssen kritische Lieferanten, Plattformen und Infrastrukturen identifizieren und prüfen, welche Risiken sie selbst tragen oder übertragen können. Für Swiss Re unterstreicht die Studie die wachsende Bedeutung vernetzter Risiken für die Risikoanalyse und den Risikotransfer. Konkrete finanzielle Auswirkungen oder neue Prognosen für den Rückversicherer nennt sie nicht.

Hinweise zu diesem Inhalt AI Modified — Inhalt mit Unterstützung von KI erstellt

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