Swiss Life steigert Reingewinn im Halbjahr um 8% und plant Abbau von 600 Stellen
Kurzüberblick
- Swiss Life steigerte den Reingewinn im ersten Halbjahr 2026 um 8% auf CHF 649 Millionen.
- Das Fee-Ergebnis wuchs um 11% in lokaler Währung auf CHF 430 Millionen, der Betriebsgewinn um 8% auf CHF 967 Millionen.
- Bis Ende 2028 sollen rund 600 Positionen abgebaut werden, überwiegend über natürliche Fluktuation.
- Ab Oktober startet ein neues Aktienrückkaufprogramm über CHF 250 Millionen; die SST-Quote liegt bei rund 215%.
Marktanalyse & Details
Gewinn und Fee-Geschäft legen zu
Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2026 den Reingewinn auf CHF 649 Millionen erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Betriebsgewinn stieg in lokaler Währung ebenfalls um 8% auf CHF 967 Millionen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Fee-Ergebnis: Es legte um 11% in lokaler Währung auf CHF 430 Millionen zu.
Die Prämieneinnahmen erhöhten sich um 3% in lokaler Währung auf CHF 12,3 Milliarden. Die gesamten Fee-Erträge wuchsen um 7% auf CHF 1,34 Milliarden. Der Cash-Transfer an die Holding stieg um 5% auf CHF 1,23 Milliarden. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich deutlich auf 20,2%, nachdem sie im ersten Halbjahr 2025 bei 17,6% gelegen hatte.
Einmaliger Beitrag bremst die Vergleichbarkeit
Ein Teil des Wachstums ist auf den Transfer des Netzwerkgeschäfts von Swiss Life International an einen Partner zurückzuführen. Dieser Vorgang steuerte CHF 29 Millionen zum Fee-Ergebnis und zum Betriebsgewinn sowie CHF 23 Millionen zum Reingewinn bei. Damit fällt die operative Entwicklung zwar klar positiv aus, die ausgewiesenen Wachstumsraten sind jedoch nicht vollständig wiederkehrend.
Im Versicherungsgeschäft stieg das Betriebsergebnis in lokaler Währung um 4% auf CHF 600 Millionen. Die direkten Anlageerträge sanken von CHF 2,18 Milliarden auf CHF 2,00 Milliarden. Gleichzeitig erhöhten sich die Nettoanlageerträge von CHF 1,63 Milliarden auf CHF 2,40 Milliarden, unter anderem durch höhere Beiträge aus Aktien und Infrastruktur sowie geringere Kosten für die Währungsabsicherung. Die Contractual Service Margin, die künftige Gewinnbeiträge aus bestehendem Versicherungsgeschäft abbildet, wuchs auf CHF 15,6 Milliarden.
Regionen und Asset Management
- In der Schweiz stiegen die Prämieneinnahmen um 7% auf CHF 6,75 Milliarden. Das Segmentergebnis wuchs um 2% auf CHF 469 Millionen, während das Fee-Ergebnis bei CHF 27 Millionen stabil blieb.
- In Frankreich blieben die Prämien mit EUR 4,05 Milliarden weitgehend stabil. Das Fee-Ergebnis legte um 10% auf EUR 117 Millionen zu, das Segmentergebnis um 9% auf EUR 228 Millionen.
- In Deutschland stiegen die Prämien um 3% auf EUR 777 Millionen. Das Fee-Ergebnis erhöhte sich um 6% auf EUR 85 Millionen und das Segmentergebnis um 4% auf EUR 125 Millionen. Die am 1. Juli abgeschlossene Übernahme der TELIS-Gruppe ist in den Halbjahreszahlen noch nicht enthalten.
- Im internationalen Geschäft sanken die Prämien um 8% auf EUR 1,30 Milliarden. Das Fee-Ergebnis stieg dank des Netzwerktransfers um 56% auf EUR 71 Millionen; das Segmentergebnis erhöhte sich auf EUR 92 Millionen nach EUR 64 Millionen im Vorjahr.
Swiss Life Asset Managers erhöhte die verwalteten Vermögen im TPAM-Geschäft zum 30. Juni auf CHF 158 Milliarden nach CHF 146 Milliarden Ende 2025. Die Nettoneugeldzuflüsse gingen allerdings von CHF 13,2 Milliarden auf CHF 7,2 Milliarden zurück. Die Gesamterträge stiegen um 5% auf CHF 519 Millionen, das Segmentergebnis um 4% auf CHF 152 Millionen.
Rückkäufe und Stellenabbau
Nach dem Abschluss eines Aktienrückkaufs über CHF 750 Millionen Ende Mai plant Swiss Life ein weiteres Programm. Zwischen dem 1. Oktober 2026 und Ende März 2027 sollen eigene Aktien im Umfang von CHF 250 Millionen zurückgekauft werden. Ziel ist es, die Zahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren.
Parallel will der Konzern bis Ende 2028 rund 600 Positionen abbauen. Etwa die Hälfte entfällt auf Swiss Life in der Schweiz, die andere Hälfte vor allem auf Swiss Life Asset Managers im Ausland. Rund 100 Positionen wurden durch die selektive Besetzung offener Stellen bereits reduziert; bis Ende 2026 erwartet Swiss Life weitere rund 100 Stellen weniger. Ein grosser Teil des Abbaus soll über natürliche Fluktuation erfolgen.
Die geschätzte SST-Quote lag Ende Juni bei rund 215% und damit über der strategischen Zielspanne von 140% bis 190%. Das spricht für eine weiterhin komfortable Kapitalausstattung und lässt Spielraum für Rückkäufe sowie die Fortsetzung der Dividendenpolitik.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Swiss Life beim Umbau zu einem stärker fee-basierten und effizienteren Geschäftsmodell vorankommt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung zunächst eine überzeugende Kombination aus höherer Profitabilität, einer Eigenkapitalrendite über dem Zielkorridor und zusätzlicher Kapitalrückführung. Der Einmaleffekt aus dem Netzwerktransfer relativiert jedoch die Qualität des Gewinnanstiegs. Zudem zeigen die deutlich niedrigeren Nettoneugeldzuflüsse bei Asset Managers, dass das Wachstum im wichtigen Gebühren- und Vermögensverwaltungsgeschäft nicht ohne Risiken ist. Der geplante Stellenabbau könnte die Kostenbasis mittelfristig verbessern, bringt aber Umsetzungs- und Restrukturierungsrisiken mit sich.
Fazit & Ausblick
Swiss Life sieht das Programm «Swiss Life 2027» auf Kurs und will das Fee-Ergebnis bis 2027 auf mehr als CHF 1 Milliarde steigern. Die Halbjahreszahlen liefern dafür eine solide Grundlage, müssen in den kommenden Quartalen aber durch wiederkehrendes Wachstum bestätigt werden. Wichtige nächste Prüfsteine sind der Start des Aktienrückkaufs am 1. Oktober 2026, die Integration von TELIS in die zweiten Halbjahreszahlen und die Umsetzung des Stellenabbaus bis Ende 2028.
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