Strategy-Aktie: Cantor Fitzgerald hält Overweight – Saylor-Plan soll STRC wieder auf Parität bringen

Strategy Inc. Class A

Kurzüberblick

Die Aktie von Strategy Inc. (Class A) steht Anfang Juli weiter unter Druck: Am 06.07.2026 lag der Kurs bei 91,3 EUR, einen Tag zuvor mit minus 1,06% im Tagesverlauf und rund minus 31,09% seit Jahresbeginn. Gleichzeitig sorgt ein aktuelles Analysten-Update für Gesprächsstoff: Cantor Fitzgerald bekräftigte nach Gesprächen mit dem Executive Chairman Michael Saylor das Overweight und nannte als Preisziel für die Strategy-Aktie 212,00 USD.

Der Kern der Überzeugung: In den Gesprächen habe Saylor nach Ansicht des Analysten ein „tieferes, differenzierteres Verständnis“ der Herausforderungen vermittelt und einen Plan skizziert, um die Kapitalstruktur zu stabilisieren und den Kapitalaufbau-Antrieb wieder anzufahren. Für Anleger rückt dabei insbesondere der Bereich rund um das Preferred-Instrument STRC in den Fokus – Cantor Fitzgerald rechnet damit, dass das Unternehmen „alles Notwendige“ tun werde, um STRC wieder an die Parität heranzuführen.

Marktanalyse & Details

Kapitalstruktur im Fokus: STRC und „aktive Kapitalsteuerung“

Die jüngsten Strategie-Schritte drehen sich um ein Grundprinzip: Von einer einseitigen Kapitalaufnahme hin zu einer aktiven Kapitalverwaltung. Cantor Fitzgerald sieht darin eine Chance, weil die verschiedenen Teile der Kapitalstruktur stärker aufeinander ausgerichtet würden. Die Erwartung ist dabei nicht nur „Stabilisierung“, sondern eine operative Umsetzung in wiederkehrenden Maßnahmen, um den Abstand zu STRC-„Par“ schrittweise zu schließen.

  • Overweight-Bestätigung und erneuerte Erwartung regelmäßiger, zeitnaher Kapitalmaßnahmen
  • STRC als Schlüssel: Sobald STRC sich dem Kursziel-Bereich annähert, könnte das Vertrauen in die Finanzierungslogik steigen
  • Ausblick für common shares: Analysten erwarten eine Kursreaktion, wenn die Kapitalstruktur „fester“ wird

Liquiditätspuffer: USD Reserve als Sicherheitsanker

Strategy beziffert die USD Reserve auf rund 2,55 Mrd. USD (Stand: 28. Juni). Diese Reserve ist laut Unternehmensangaben zweckgebunden: Sie darf primär zur Zahlung von Dividenden auf Preferred Stock und von Zinszahlungen auf bestehende Verbindlichkeiten verwendet werden. Auf Basis der genannten erwarteten jährlichen Zahlungsverpflichtungen von etwa 1,76 Mrd. USD entspricht das einem Deckungspuffer von ungefähr 17,4 Monaten. Zusätzlich gibt es eine Mindestreserve-Policy, die mindestens 12 Monate abdecken soll.

Für Anleger bedeutet das: Die Strategie versucht, die kurzfristige Zahlungsfähigkeit und die Dividendentragfähigkeit über definierte Liquiditätsregeln abzusichern – ein entscheidender Hebel, um die Nervosität nach Kursrutschen abzufedern.

STRC-Dividenden: Anpassung auf 12,00% als Vertrauenssignal

Strategy hat außerdem angekündigt, die regelmäßige Dividendenrate für das Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock (STRC) auf 12,00% pro Jahr anzuheben. Die Anpassung gilt für semi-monatliche Perioden mit Stichtagen ab dem 01.07.2026. Gleichzeitig bleibt die Dividendenzahlung rechtlich an die entsprechende Beschlusslage gebunden.

Der Verwaltungsansatz ist damit zweistufig: Erstens Liquidität für die Dividendenerfüllung absichern, zweitens das Marktvertrauen über eine klare Dividendenrate stärken – und dabei die Rate künftig monatlich anhand von Faktoren wie STRC-Handelsniveau, Marktrenditen, Kreditspreads, BTC-Preis und Reserve-Deckung neu bewerten.

Rückkäufe und BTC-Monetarisierung: Was Anleger jetzt beobachten sollten

Im Paket steckt zudem ein Mechanismus, der sowohl die Equity-Story als auch die Preferred-Logik adressieren soll:

  • Rückkaufprogramme: bis zu 1,0 Mrd. USD für den Rückkauf von Digital Credit Securities (Priorität zunächst STRC, falls Rückkäufe „akkretiv“ sind) sowie bis zu 1,0 Mrd. USD für den Rückkauf von Class A common stock
  • BTC Monetization Program: Zustimmung zum zeitweisen Verkauf von Bitcoin, um bis zu 1,25 Mrd. USD für die Reserve und die anschließende Dividend-/Zinslogik aufzubauen bzw. Reserve nach Zahlungen zu erneuern
  • Kapitalmarkt-Disziplin: Common Equity soll laut Plan besonders dann weniger eingesetzt werden, wenn die eigenen Aktien nahe am Wert der Bitcoin-Bestände handeln

Kontext aus dem Markt: Gleichzeitig warnen manche Marktbeobachter, dass die neue Flexibilität zum selektiven Verkauf von Bitcoin ein zusätzliches Risiko erzeugen könnte – nämlich die Gefahr eines „two-way flow“, bei dem potenziell auch eine der größten Käuferrollen zu einem Verkäuferprofil wird. Genau diese Unsicherheit kann kurzfristig Volatilität im Krypto- und im Strategy-Komplex verstärken.

Analysten-Einordnung: Cantor Fitzgeralds erneuerte Overweight-Position deutet darauf hin, dass die derzeitige Marktdebatte weniger als „Kapitulation“, sondern mehr als Neujustierung des Finanzierungs-Engine-Designs interpretiert wird. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Entscheidend ist nicht nur, ob Bitcoin langfristig steigt, sondern ob Strategy die Kapitalstruktur so steuert, dass STRC den Abschlag abbauen kann. Wenn das gelingt, könnte die gesamte Marktbewertung wieder stärker an die Dividendentragfähigkeit und weniger an Liquiditätsängste gekoppelt werden.

Was das zuletzt zeigt

Parallel zu den Strukturmaßnahmen hat Strategy zudem zeitweise den Bitcoin-Zukauf ausgesetzt: Von 22. bis 28. Juni wurden keine weiteren Käufe gemeldet; zudem hält das Unternehmen weiterhin eine große Bitcoin-Position. Diese Kombination aus „weniger Akquise“ und „mehr Kapitalsteuerung“ passt zu dem Zielbild, in stressigen Phasen erst Liquidität und Instrumenten-Rating zu stabilisieren, bevor wieder aggressiver akkumuliert wird.

Fazit & Ausblick

Die Nachrichtenlage verbindet zwei Dinge: einen kurzfristig belasteten Kursverlauf bei Strategy sowie eine wachsende Erwartung, dass das Management die Kapitalstruktur „im Takt“ bringt – mit STRC als Prüfstein. In den kommenden Wochen dürfte besonders relevant sein, ob STRC den Weg zur Parität fortsetzen kann und ob Rückkäufe sowie eventuelle BTC-Verkäufe die Reserve-Logik tatsächlich stabil halten, ohne neue Zweifel an der langfristigen Dividendentragfähigkeit zu erzeugen.

Prüfpunkte: monatliche Bewertung der STRC-Dividendenrate, Fortschritt bei den Rückkaufmaßnahmen und die Transparenz über Balance-Sheet-Kennzahlen bei etwaigen Bitcoin-Monetarisierungen.

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