SpaceX-Unsicherheit wächst: Phillip Securities setzt Kursziel 75 Dollar – Unlock am 20. August im Fokus

SpaceX AI Generated

Kurzüberblick

Die SpaceX-Aktie hat sich zuletzt wieder erholt, gerät aber mit Blick auf neue Analysten-Einschätzungen erneut unter Erwartungsdruck: An der Lang-&-Schwarz-Plattform notierte das Papier zuletzt bei 124,52 Euro (Tagesverlauf: -1,39%, seit Jahresbeginn: -11,07%). In den USA schloss die Aktie zur Wochenauftakt-Sitzung bei rund 146,23 US-Dollar und gewann damit deutlich.

Ausgelöst wird die Diskussion vor allem durch zwei gegenläufige Signale: Während institutionelle Investoren ihre Positionen per 13F-Meldungen zuletzt sichtbar ausgebaut haben, steht am 20. August der nächste große Share-Unlock an – dann werden rund 319 Mio. eingeschränkte Aktien für den Handel freigegeben. Genau in dieses Spannungsfeld aus Angebot, Bewertung und der Frage nach der Qualität der KI-Umsätze fällt nun das niedrige Kursziel von Phillip Securities.

Marktanalyse & Details

Rebound nach Unlock – aber die nächste Tranche kommt

SpaceX hatte nach einem vorherigen Lock-up-Ende am 6. August zwar keinen erwarteten Verkaufsdruck ausgelöst und der Kurs wieder über die IPO-Marke stabilisiert. Dennoch bleibt die Mechanik im Hintergrund: Bereits im Jahresverlauf folgen weitere Freigaben – im September und Oktober sollen jeweils sehr große Pakete handelbar werden. Für kurzfristig orientierte Anleger heißt das: Kursbewegungen können stärker durch Liquidität und Angebotswellen geprägt sein als durch operative Fortschritte.

  • 20. August: ca. 319 Mio. eingeschränkte Aktien werden handelbar
  • Weitere Unlocks: deutlich größere Tranches für September und Oktober (zeitlich gestaffelt)

Analysten streiten: Sell-Kursziel 75 Dollar vs. Buy-Kursziel 210 Dollar

Die Marktdebatte wird derzeit besonders durch die Gegenpole zweier Bewertungen sichtbar: Phillip Securities hält für SpaceX eine Sell-Einschätzung und setzt ein Kursziel von 75 US-Dollar – das läge laut dem Bericht in einer Größenordnung von etwa 46% Abschlag gegenüber dem damaligen Kursniveau um 140 US-Dollar. Dem stehen bullische Stimmen gegenüber, etwa eine Buy-Einschätzung mit Kursziel 210 US-Dollar.

Analysten-Einordnung: Dieses Spannungsfeld deutet darauf hin, dass der Markt weniger über die Existenz von KI-Nachfrage diskutiert als über deren Vertragsqualität und die Finanzierungslogik dahinter. Für Anleger bedeutet die Gemengelage: Solange KI- und Compute-Expansion mit hohen Ausgaben finanziert wird, der Umsatz aber noch nicht klar in längerfristige, schwer kündbare Verpflichtungen übergeht, bleibt die Aktie anfällig für Neubewertungen – selbst wenn das Wachstum kurzfristig stark aussieht.

Warum Phillip Securities ausgerechnet bei KI bremst

Im Zentrum der skeptischen Argumentation steht die Frage, ob die KI-Story nachhaltig „in die Bilanz wirkt“: In der jüngsten Berichterstattung wird eine starke Entwicklung im KI-Bereich sichtbar – gleichzeitig betont der Analyst Risiken bei Struktur und Konzentration.

  • KI-Umsatzwachstum: KI-Umsätze stiegen im Q2 um 247% (YoY) auf knapp 1,6 Mrd. US-Dollar, unter anderem aus Cloud-Service-Übergängen.
  • Vertragsausstieg: Cloud-Geschäfte werden monatlich abgerechnet und lassen sich nach Übergangsphasen mit 90 Tagen Kündigungsfrist beenden.
  • Kundenkonzentration: Ein KI-Kunde machte in Q2 etwa 19,5% des Umsatzes aus – gegenüber weniger als 10% im Vorjahreszeitraum.
  • Capex-Last: Die Investitionsausgaben lagen im Q2 bei 18,4 Mrd. US-Dollar – rund 2,4-mal so hoch wie der Quartalsumsatz.

Für die Bewertung ist das entscheidend: Selbst wenn KI-Umsätze wachsen, kann die Kombination aus kündbaren Verträgen, Konzentrationsrisiko und sehr hohem Capex die Marge und damit die erwartete Profitabilität verzögern. Genau hier sieht der Analyst den Grund, warum ein Premium-Multiple schwer zu rechtfertigen sein könnte.

Geschäftsmix: Starlink dominiert – KI rückt aber spürbar nach vorn

Operativ zeigt sich ein klarer Schwerpunkt auf dem Konnektivitätsgeschäft, während KI zu einem zweiten Pfeiler wird. Im Q2 lag die Gesamterlöse bei 7,81 Mrd. US-Dollar, davon entfielen:

  • Starlink/Konnektivität: 4,29 Mrd. US-Dollar (ca. 55%)
  • KI-Bereich: 2,56 Mrd. US-Dollar (ca. 33%)
  • Space-Produkte: 962 Mio. US-Dollar

Das erklärt auch, warum das Thema „AI als Wachstumsmotor“ für den Markt so zentral ist: Bei einer schnellen Verschiebung der Umsatzstruktur könnten Investoren durchaus bereit sein, die Bewertung anzupassen – vorausgesetzt, die Ausgaben (u. a. für Compute) zahlen sich in einer belastbareren Erlösbasis aus.

Institutionelle Signale und Tesla-Verknüpfung erhöhen die Aufmerksamkeit

Parallel liefern 13F-Meldungen zusätzlichen Kontext: Nvidia meldete zum Stichtag 122,76 Mio. SpaceX-Aktien im Wert von knapp 21 Mrd. US-Dollar; Alphabet hielt 551,2 Mio. Aktien im Wert von rund 94,2 Mrd. US-Dollar. Solche sichtbaren Bestandsdaten unterstützen häufig die Erwartung, dass institutionelles Kapital das Thema strategisch beobachtet.

Zudem verschiebt sich die Wahrnehmung in Richtung eines „Ökosystem“-Narrativs: Spekulationen über eine stärkere Verknüpfung zwischen Tesla und SpaceX – getrieben unter anderem durch AI und eine mögliche vertikale Integration – sorgen dafür, dass Bewegungen bei SpaceX zunehmend auch an Tesla-Impulse gekoppelt werden können.

Fazit & Ausblick

Die nächsten Handelstage dürften vor allem durch zwei Faktoren geprägt werden: den Share-Unlock am 20. August und die laufende Debatte, ob die KI-Expansion mit hohen Capex zu einer nachhaltigen, margentragenden Ergebnisentwicklung führt. Der Kurs kann daher trotz guter Wachstumsdaten anfällig bleiben, wenn Investoren kündbare Vertragsstrukturen und mögliche Konzentrationsrisiken neu gewichten.

  • 20.08.2026: Freigabe von rund 319 Mio. eingeschränkten Aktien
  • Folgefenster: weitere, deutlich größere Unlock-Tranchen in September und Oktober
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