SpaceX steigt 3 Prozent: Nasdaq-100-Umschichtung könnte 15,5 Mrd. Dollar an Käufen auslösen

SpaceX

Kurzüberblick

  • Die SpaceX-Aktie legte am 8. September um 3,02 Prozent auf 132,90 Euro zu, liegt seit Jahresbeginn aber noch 5,08 Prozent im Minus.
  • Die Nasdaq-100-Neugewichtung am 21. September könnte passive Käufe von 12,4 bis 15,5 Milliarden US-Dollar auslösen.
  • Der erwartete Indexeffekt hängt mit dem gestiegenen Streubesitz von rund 30 Prozent und einer höheren Indexgewichtung zusammen.
  • Analysten stützen die Wachstumsstory mit einem neuen Kauf-Rating und Kurszielen von 212 bis 225,62 US-Dollar.

Marktanalyse & Details

Index-Neugewichtung treibt die SpaceX-Aktie

SpaceX hat am Dienstag zeitweise eine Bewertung von mehr als 2 Billionen US-Dollar erreicht. Rückenwind lieferte vor allem die bevorstehende Neugewichtung des Nasdaq 100. Der Streubesitz ist nach der Freigabe von mehr als 1 Milliarde Aktien von weniger als 10 Prozent nach dem Börsengang auf ungefähr 30 Prozent gestiegen.

Dadurch könnte das Gewicht von SpaceX im Index von 1,25 auf etwa 1,51 Prozent steigen. Berechnungen verschiedener Marktbeobachter kommen bei den daraus erforderlichen Anpassungen passiver Fonds auf rund 12,4 bis 15,5 Milliarden US-Dollar an potenziellen Nettozuflüssen. Die Schätzungen sind jedoch keine garantierten Käufe: Sie hängen von der finalen Indexgewichtung, den verwalteten Vermögen der Indexfonds und möglichen Umschichtungen vor dem Stichtag ab.

Die Diskrepanz zwischen Marktkapitalisierung und Indexgewicht bleibt dennoch bemerkenswert. SpaceX zählt nach Börsenwert zu den sechs größten Unternehmen im Nasdaq 100, rangiert beim Indexgewicht bislang aber nur auf Platz 19. Der größere Streubesitz kann diese Lücke nun teilweise schließen.

Starlink und Starship bleiben die operative Wachstumsstory

Neben dem möglichen Indexzufluss bewerten Anleger die Expansion von Starlink und die nächste Entwicklungsphase der Raumfahrtsparte. SpaceX absolvierte in diesem Jahr bereits den 80. Starlink-Start. Bei der jüngsten Mission brachte eine Falcon 9 insgesamt 27 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn.

Gleichzeitig bereitet das Unternehmen den Wechsel von der Falcon 9 zur größeren Starship-Rakete vor. Für den 14. Starship-Test ist ein Betriebsstart ab dem 15. September vorgesehen. Starship soll vollständig wiederverwendbar sein, eine deutlich höhere Nutzlast transportieren und mit flüssigem Methan betrieben werden. Gelingt die Wiederverwendbarkeit, könnte SpaceX die Startkosten deutlich senken und zusätzliche Nachfrage aus Satellitenkommunikation, Raumfahrt und späteren Marsmissionen erschließen.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass der Markt SpaceX derzeit nicht nur als Satellitenanbieter, sondern als Plattform für deutlich niedrigere Transportkosten ins All bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der kurzfristige Kursimpuls aus der Nasdaq-100-Anpassung zwar erheblich sein kann, die langfristige Bewertung aber weiterhin an der technischen Umsetzung von Starship hängt.

Ein neues Analysten-Rating lautet auf Kaufen mit einem Kursziel von 220 US-Dollar. Ein weiteres Institut senkte sein Ziel leicht auf 212 US-Dollar. Der ausgewiesene Durchschnitt der Analystenziele liegt bei 225,62 US-Dollar, wobei die Mehrheit der Experten eine überdurchschnittliche Entwicklung erwartet. Diese Ziele spiegeln vor allem das Potenzial von Starlink, Starship und den geplanten Investitionen in künstliche Intelligenz wider, nicht bereits gesicherte Gewinne.

Hohe Investitionen erhöhen den Bewertungsdruck

Die Wachstumsstrategie ist kapitalintensiv. SpaceX und Tesla haben für das Halbleiterprojekt Terafab zunächst Investitionen von 16,8 Milliarden US-Dollar angekündigt. Damit steigt zwar die vertikale Kontrolle über wichtige Chipkapazitäten, zugleich wächst aber der Finanzierungs- und Ausführungsbedarf.

Die SpaceX-Aktie hatte sich zuletzt mehrere Wochen in einer Spanne zwischen 133 und 150 US-Dollar bewegt. Der Tagesanstieg von gut 3 Prozent markiert deshalb einen Ausbruchsversuch, beseitigt die seit dem Börsengang aufgelaufene Schwäche von 5,08 Prozent seit Jahresbeginn jedoch noch nicht.

Fazit & Ausblick

Der wichtigste kurzfristige Termin ist die Nasdaq-100-Neugewichtung am 21. September. Bis dahin dürften Erwartungen über passive Mittelzuflüsse die Aktie stützen. Nachhaltiger wäre der Kursimpuls jedoch erst, wenn SpaceX bei Starship Fortschritte bei Wiederverwendbarkeit, Startfrequenz und Kostenstruktur nachweist. Anleger sollten daher den Indexeffekt von der operativen Unternehmensentwicklung trennen.

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