SpaceX plant Starship-Orbitaltest am 22. September – Kurs steigt, Optionen bleiben skeptisch
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- SpaceX will am 22. September 2026 den 14. Starship-Test mit einer orbitalen Mission starten.
- Die Oberstufe soll erstmals eine stabile Erdumlaufbahn erreichen, sechs Umläufe absolvieren und Starlink-V3-Satelliten aussetzen.
- Die SpaceX-Aktie legte am 16. September in den USA um 5,15 Prozent auf 150,88 USD zu; die Euro-Notierung lag am 17. September bei 133,02 Euro und 1,13 Prozent im Plus.
- Ein Call-Verkauf über 28,28 Mio. USD übertraf im Großoptionshandel eine deutlich kleinere bullische Position und signalisiert begrenztes Aufwärtspotenzial.
Marktanalyse & Details
Starship vor dem bislang wichtigsten Orbitaltest
SpaceX plant für den 22. September den nächsten Starship-Start. Das Startfenster soll um 8:15 Uhr Eastern Time öffnen. Bei Erfolg wäre es der 14. Testflug des vollständig wiederverwendbaren Systems und zugleich der erste Versuch, bei dem die Oberstufe eine stabile Erdumlaufbahn erreicht. Geplant sind sechs Erdumläufe innerhalb einer rund zehnstündigen Mission sowie die Aussetzung von Starlink-V3-Satelliten.
Der Vorgängertest im Juli verlief in mehreren Punkten erfolgreich: Der Booster absolvierte ein Boostback-Manöver und landete im Golf von Mexiko. Die Oberstufe setzte 20 Starlink-V3-Satelliten aus, zündete einen Raptor-Antrieb im All erneut und wurde nach dem Wiedereintritt in den Indischen Ozean unerwartet geborgen. Die Untersuchung des Hitzeschilds liefert SpaceX damit zusätzliche Daten für den nächsten Flug.
Warum der Flug für SpaceX strategisch entscheidend ist
Starship ist nicht nur ein weiteres Raketenprojekt. Die größere Nutzlastkapazität soll leistungsfähigere Starlink-V3-Satelliten in den Orbit bringen und damit das bereits mehr als zwölf Millionen Kunden umfassende Breitbandgeschäft ausbauen. Darüber hinaus benötigt SpaceX das System perspektivisch für seine Pläne rund um künstliche Intelligenz, darunter bodengebundene Rechenzentren und eine geplante Starmind-Konstellation von KI-Computern im All.
- Die vollständige Wiederverwendbarkeit beider Raketenstufen soll die Kosten für den Zugang zum Weltraum deutlich senken.
- Starship könnte dadurch eine zentrale Infrastruktur für den Ausbau von Starlink und künftige KI-Anwendungen werden.
- Jeder weitere Test muss neben dem Start auch die Wiederverwendung, den Hitzeschutz und die Nutzlastintegration unter Beweis stellen.
Kursgewinne stehen einem skeptischen Optionsfluss gegenüber
Am 16. September schloss SPCX bei 150,88 USD, ein Tagesplus von 5,15 Prozent. Die in Euro angezeigte Notierung lag am Morgen des 17. September bei 133,02 Euro und 1,13 Prozent im Plus, während die bisherige Jahresperformance bei minus 5 Prozent lag. Der jüngste Anstieg zeigt damit eine kurzfristige Erholung, beseitigt aber nicht die erhöhte Schwankungsbreite der Aktie. Seit dem Börsengang zu 135 USD bewegte sich der Kurs laut den vorliegenden Daten zwischen 104,83 und 225,64 USD.
Im Großoptionshandel dominierten am 16. September folgende Positionen:
- Ein Call-Verkauf im Wert von 28,28 Mio. USD umfasste 22.700 Kontrakte mit einem Ausübungspreis von 185 USD und einer Laufzeit bis zum 19. März 2027. Der Strike lag deutlich über dem damaligen Aktienkurs, weshalb die Position auf eine begrenzte Aufwärtsbewegung oder eine Prämieneinnahme bei ausbleibendem Durchbruch hindeutet.
- Daneben entstand eine bullische synthetische Position im Wert von 851.000 USD. Sie bestand aus dem Verkauf eines 144-USD-Puts und dem Kauf eines 167,50-USD-Calls mit Fälligkeit am 18. September 2026. Ihr Volumen war jedoch deutlich kleiner als das des Call-Verkaufs.
- Bereits am Vortag war ein Put-Kauf im Umfang von 177,60 Mio. USD aufgefallen. Dabei wurden jeweils 15.000 Kontrakte der 200-USD- und 205-USD-Puts mit Fälligkeit am 18. September 2026 gekauft, als SPCX bei 143,49 USD stand.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass der beobachtete institutionelle Großoptionsfluss trotz der Kursstabilisierung weiterhin vorsichtig bis bearish ausgerichtet ist. Der Call-Verkauf über 28,28 Mio. USD ist zwar nicht automatisch eine reine Wette auf fallende Kurse, weil solche Geschäfte auch als gedeckte Calls oder zur Absicherung bestehender Positionen eingesetzt werden können. Seine Größe und die lange Laufzeit begrenzen jedoch die Aussagekraft des kleineren synthetischen Long-Trades. Der vorausgegangene Put-Kauf über 177,60 Mio. USD verstärkt den Eindruck, dass professionelle Marktteilnehmer kurzfristig mit Risiken für die Bewertung rechnen oder diese absichern.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Starship-Test als binärer Kurstreiber wichtiger werden könnte. Ein erfolgreicher Orbitalflug würde die technologische These hinter Starlink V3, günstigerem Zugang zum All und den KI-Plänen stützen. Eine Verschiebung oder ein technischer Rückschlag könnte dagegen die hohe Bewertung besonders stark unter Druck setzen, weil der Markt bereits deutlich steigende Umsatzerwartungen einpreist.
Fazit & Ausblick
Der 22. September ist der nächste zentrale Termin für SpaceX. Im Mittelpunkt stehen der Eintritt der Oberstufe in eine stabile Umlaufbahn, die sechs geplanten Orbits und die Starlink-V3-Aussetzung. Kurzfristig dürften außerdem die am 18. September auslaufenden Optionen die Kursbewegung beeinflussen; der große Call-Block läuft hingegen bis März 2027. Der aktuelle Kursanstieg ist daher als Erholung vor einem wichtigen operativen Test zu werten, nicht als eindeutiger Beleg für eine nachhaltige Trendwende.
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