Lufthansa wartet weiter auf Boeing 777X: Neue Verzögerungen erhöhen Flottenrisiken
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Boeing stellt sich bei der 777X auf weitere Verzögerungen bei wichtigen Tests bis 2027 ein.
- Die ausstehende Zulassung der GE9X-Triebwerke bremst den Zeitplan des Großraumjets.
- Lufthansa ist Erstkundin und wartet seit Jahren auf die Auslieferung der 777X.
- Die Lufthansa-Aktie notiert am 17. September 2026 bei 7,68 Euro und liegt seit Jahresbeginn 8,68 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
777X bleibt sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan
Boeing rechnet bei seinem modernisierten Großraumjet 777X mit weiteren Verzögerungen. Boeing-Chef Kelly Ortberg erklärte, dass sich einige Tests bis ins Jahr 2027 verschieben könnten. Der Konzern hält dennoch daran fest, die ersten Flugzeuge im kommenden Jahr auszuliefern. Bereits heute liegt das Programm rund sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan.
Der zentrale Engpass ist die noch ausstehende Zulassung der GE9X-Triebwerke von GE Aerospace. An den Turbinen hatten sich Dichtungen als nicht ausreichend haltbar erwiesen. Nach Angaben von GE Aerospace ist die Ursache inzwischen identifiziert. Verbesserte Einheiten wurden bereits im August ausgeliefert, die Inbetriebnahme im Jahr 2027 wird weiterhin angestrebt.
Lufthansa als Erstkundin besonders betroffen
Für Lufthansa ist die Entwicklung relevant, weil die deutsche Fluggesellschaft als Erstkundin der 777X gilt. Sie wartet bereits seit Jahren auf die Maschinen. Jede zusätzliche Verschiebung erschwert damit die verlässliche Planung der künftigen Langstreckenflotte und verlängert die Unsicherheit bei der Flottenerneuerung.
Die Lufthansa-Aktie zeigt sich am Morgen zunächst widerstandsfähig: Der Kurs liegt bei 7,68 Euro und gewinnt gegenüber dem Vortag 2,02 Prozent. Diese Bewegung steht jedoch im Kontrast zur Jahresbilanz, die weiterhin einen Rückgang von 8,68 Prozent ausweist. Die Boeing-Aktie verlor nach den Nachrichten im späten US-Handel 3,7 Prozent.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Verzögerung zunächst stärker als Boeing-spezifisches Programmrisiko bewertet und nicht unmittelbar als neue Belastung für Lufthansa einpreist. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung dennoch, dass die 777X kurzfristig keinen verlässlichen Beitrag zur Flottenplanung leisten kann. Entscheidend bleibt, ob Boeing die Triebwerkszulassung und die verschobenen Tests tatsächlich so abschließt, dass die ersten Auslieferungen 2027 beginnen können.
Fazit & Ausblick
Die 777X bleibt für Lufthansa ein langfristiges Flottenprojekt mit einem weiterhin unsicheren Zeitplan. In den kommenden Monaten dürften die Fortschritte bei der GE9X-Zulassung und die Ergebnisse der ausstehenden Tests im Mittelpunkt stehen. Eine bestätigte Auslieferung im Jahr 2027 wäre ein wichtiger Vertrauenssignal für Boeing und seine Erstkundin; weitere Verschiebungen würden die Planungsrisiken dagegen verlängern.
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