SpaceX plant eigene Turbinenblätter: Howmet-Aktie fällt, Bernstein hebt Kursziel

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Kurzüberblick

  • Elon Musk kündigte an, dass SpaceX Turbinenblätter und -schaufeln künftig selbst gießen will.
  • Die interne Fertigung soll das Hochfahren von Erdgas-Turbinen nach Unternehmensangaben um bis zu 18 Monate beschleunigen.
  • Die Howmet-Aktie verlor im US-Handel rund 7 Prozent und fiel auf 246,51 US-Dollar.
  • Bernstein sieht offenbar nur ein begrenztes Risiko für Howmet und erhöhte das Kursziel von 248 auf 328 US-Dollar.

Marktanalyse & Details

SpaceX greift in die Lieferkette für Turbinen ein

SpaceX will die Fertigung kritischer Komponenten für Gasturbinen stärker ins eigene Haus holen. Elon Musk erklärte, dass das Unternehmen Turbinenblätter und Leitschaufeln selbst gießen wolle. Der Engpass bei diesen gegossenen Bauteilen bremse derzeit den Aufbau zusätzlicher Erdgas-Turbinen.

Nach Musks Einschätzung könnten eigene Gießkapazitäten die Inbetriebnahme neuer Anlagen um bis zu 18 Monate vorziehen. Erdgas soll dabei Solarenergie in den kommenden Jahren ergänzen und den Ausbau der Stromversorgung für den wachsenden Energiebedarf unterstützen. Musk verwies zudem auf Pläne von SpaceX und Tesla, jeweils Produktionskapazitäten von 100 Gigawatt pro Jahr für Solarenergie aufzubauen.

Howmet gerät trotz höherem Kursziel unter Druck

Die Nachricht löste bei Howmet Aerospace eine deutliche Verkaufswelle aus. Die Aktie verlor im Morgenhandel 7 Prozent beziehungsweise 18,20 US-Dollar und notierte bei 246,51 US-Dollar. Damit verzeichnete das Papier den schwächsten Handelstag seit April 2025.

Bernstein bewertete die Auswirkungen des SpaceX-Plans offenbar weniger kritisch als der Markt: Das Kursziel für Howmet wurde von 248 auf 328 US-Dollar angehoben. Die Einschätzung deutet darauf hin, dass SpaceX kurzfristig zwar als potenzieller Wettbewerber bei einzelnen Komponenten wahrgenommen wird, der etablierte Zulieferer aber weiterhin über ein relevantes Kerngeschäft verfügt.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass der Kursrutsch bei Howmet vor allem eine Neubewertung des langfristigen Wettbewerbsrisikos widerspiegelt und nicht zwingend einen unmittelbar erwarteten Gewinneinbruch. SpaceX müsste die eigene Fertigung zunächst technisch skalieren, qualifizieren und zuverlässig in die Turbinenproduktion integrieren. Bis dahin bleibt offen, wie schnell aus der Ankündigung tatsächlich ein kommerziell relevanter Produktionsbeitrag entsteht.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die strategische Bedeutung der Turbinenkomponenten zunimmt. Der Markt reagiert empfindlich auf jede Nachricht, die etablierte Zulieferketten im Energie- und Rechenzentrumsbereich infrage stellt. Gleichzeitig spricht die Kurszielanhebung dafür, dass die langfristige Investmentthese für Howmet durch den SpaceX-Plan nicht vollständig zerstört wird. Entscheidend werden konkrete Produktionsziele, Investitionssummen und erste belastbare Lieferungen sein.

Fazit & Ausblick

SpaceX positioniert sich mit der geplanten Eigenfertigung nicht nur als Raumfahrtunternehmen, sondern zunehmend auch als Akteur an der Schnittstelle von Energieversorgung, Infrastruktur und Rechenleistung. Für Howmet bleibt der unmittelbare finanzielle Schaden zunächst unklar. Die nächsten wichtigen Signale sind konkrete Angaben zum Start der Gießerei, zur Produktionskapazität und dazu, ob SpaceX die Bauteile ausschließlich für den Eigenbedarf oder auch für den Markt fertigen will.

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