SpaceX-IPO: Retail-Orders springen auf über 100 Mrd. Dollar – Oppenheimer startet mit Outperform

SpaceX

Kurzüberblick

Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten SpaceX-IPO am Freitag (12.06.2026) melden Medienberichte eine stark anziehende Nachfrage von Privatanlegern: Die Retail-Orders sollen mittlerweile über 100 Mrd. US-Dollar liegen – nach zuvor bereits mehr als 70 Mrd. US-Dollar. Laut den Berichten ist außerdem vorgesehen, Privatanlegern mindestens 20% der verfügbaren Aktien zuzuweisen.

Zugleich deutet die Gesamt-Nachfrage auf eine außergewöhnliche Angebotsknappheit hin: Für das IPO werden insgesamt über 250 Mrd. US-Dollar an Investorennachfrage genannt. Als besonders großes Signal gilt zudem, dass ein großer Vermögensverwalter (u.a. BlackRock) laut Berichten mindestens 5 Mrd. US-Dollar in SpaceX-Aktien zeichnen will. SpaceX plant, rund 75 Mrd. US-Dollar einzusammeln und das Unternehmen dabei mit etwa 1,8 Billionen US-Dollar zu bewerten.

Marktanalyse & Details

Retail-Tranche, Institutionenbeteiligung und Nachfrage-Sog

  • Retail-Orders: von mehr als 70 Mrd. auf über 100 Mrd. US-Dollar gestiegen
  • Geplante Zuteilung: mindestens 20% der Aktien für Privatanleger
  • Institutionelle Signale: Berichte über besonders große Orders durch große Asset Manager
  • Gesamtdemand: über 250 Mrd. US-Dollar – Indikator für ein strukturelles Nachfrage-/Angebotsungleichgewicht

Für Anleger ist das vor allem ein Timing-Thema: Eine breite Retail-Nachfrage kann den ersten Handelstag verzerren – positiv für Liquidität und Kursdynamik, aber auch anfällig für schnelle Stimmungswechsel, sobald sich die Angebotsseite konkretisiert.

IPO-Preis, Bewertung und warum das Kursniveau als „Premium“ gilt

Der Emissionspreis wird mit 135 US-Dollar je Aktie eingeordnet. Bei dieser Preisbildung läge die Bewertung nach gängigen Marktkennzahlen bei einem Trailing-Price-to-Sales-Multiple von rund 94. Der Vergleich mit großen Tech-Werten verdeutlicht den Premium-Charakter: Marktteilnehmer zahlen hier nicht für vergangene Gewinne, sondern für ein Zukunftsbild aus Start/Launch-Frequenz, Starlink-Services und daten-/compute-getriebenen Geschäftsplänen.

Wichtig: Da SpaceX im letzten Jahr einen Nettoverlust von 4,94 Mrd. US-Dollar ausweisen musste, ist eine belastbare Einordnung über klassische Gewinnmultiples (etwa KGV) eingeschränkt. Der Markt schaut daher stärker auf Umsatzqualität, Wachstumstreiber und die Realisierbarkeit des Starship-Zeitplans.

Operatives Fundament: Starlink trägt – doch KI-Investitionen drücken das Ergebnis

Zu den Kerndaten aus den jüngsten Geschäftskennzahlen: SpaceX steigerte den Umsatz im Vorjahresvergleich um 33% auf 18,67 Mrd. US-Dollar. Starlink stellte dabei etwa 60% des Umsatzes und umfasst rund 10,3 Mio. Nutzer über ca. 9.600 Satelliten.

Gleichzeitig zeigt die Ergebnisentwicklung die Kostenintensität der aktuellen Wachstumsphase: Durch die Zusammenführung mit xAI und den aggressiven Ausbau von KI-Computing ging der Gewinn in einen Verlust über. Für Anleger bedeutet das: Der starke Umsatz-Track-Record wird derzeit durch Investitionen in KI-Infrastruktur und eine neue Trägergeneration finanziert.

Launch-Cadence und Starship: Das Bewertungsargument für die Zukunft

SpaceX hebt sich im Wettbewerb vor allem über die Geschwindigkeit der Starts ab: Von 2006 bis heute wuchs das Unternehmen auf mehr als zwei Starts pro Woche – deutlich schneller als viele Rivalen. Der wiederverwendbare Falcon-9-Ansatz ist dabei ein wesentlicher Hebel.

Für das zentrale „Upside“-Szenario steht Starship: Das System ist darauf ausgelegt, über 100 Tonnen pro Mission in den Low-Earth-Orbit zu bringen und soll künftig auch in der Raumfahrt- und Daten-Strategie (u.a. daten-/compute-orientierte Infrastruktur) eine größere Rolle spielen. Aktuelle Träger (Falcon 9: ca. 22,8 Tonnen; Falcon Heavy: ca. 63,8 Tonnen) liefern dafür heute die Grundlage. Der jüngste Starship-Testflug im Mai galt als wichtiger Meilenstein; bei der Landung im Indischen Ozean gab es jedoch noch kleinere technische Themen.

Analysten-Einordnung: Warum Outperform trotz Verlustphase möglich ist

Analysten-Einordnung: Das Analystenhaus Oppenheimer hat SpaceX vor dem IPO mit Outperform gestartet und nennt Kursziele im Bereich 190 bis 195 US-Dollar. Die Argumentation setzt auf einen strukturellen Vorteil: SpaceX bündelt aus Analystensicht „End-to-End“-Kompetenzen – von Daten/Modellen und Hardware bis zu Fertigung und Engineering – und kann KI-Use-Cases über Raumfahrt-Infrastruktur beschleunigen. Gleichzeitig bleiben die Risiken real: regulatorische Hürden, Technologie- und Execution-Risiken sowie die Erwartungshaltung großer Investoren können bei Enttäuschungen zu schnellen Repricing-Effekten führen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das aktuelle Bewertungsniveau spiegelt weniger „Gewinne heute“, sondern vor allem die Wahrscheinlichkeit wider, dass Starship- und Orbit-/Compute-Story schneller als im Base-Case Realität wird.

Fazit & Ausblick

Der Markt geht mit viel Optimismus in das SpaceX-IPO: Retail-Orders über 100 Mrd. US-Dollar und zusätzliche große institutionelle Zeichnungsinteressen unterstreichen die Erwartung an eine hohe anfängliche Nachfrage. Entscheidend wird nun, wie stabil die Kaufkraft nach dem IPO-Start bleibt – vor allem, weil die letzte Ergebnislinie noch durch KI-bezogene Investitionen belastet war.

Ausblick: Mit dem Börsendebüt am 12.06.2026 steht zunächst die kurzfristige Kursreaktion im Fokus. Danach dürfte die Aufmerksamkeit auf erste Indikatoren zur weiteren Nachfrage, möglichen Index-Aufnahmen sowie auf jede Kommunikation zu Starship-Meilensteinen und der Kostenentwicklung für KI-Computing gerichtet sein.

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