Snowflake hebt Produktumsatzprognose auf 6,07 Mrd. USD an – Aktie springt 22 Prozent

Snowflake Inc. Class A AI Generated

Kurzüberblick

  • Snowflake steigerte den Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 35 Prozent auf 1,55 Mrd. USD.
  • Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,62 USD übertraf die Erwartung von 0,45 USD um 17 Cent.
  • Snowflake erhöhte die Produktumsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 von 5,84 auf 6,07 Mrd. USD.
  • Nach den Zahlen sprang die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 22 Prozent; JPMorgan hob das Kursziel auf 426 USD an.

Marktanalyse & Details

Umsatz und Gewinn über den Erwartungen

Snowflake meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,55 Mrd. USD, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Produktumsatz legte um 37 Prozent auf 1,49 Mrd. USD zu und lag damit über der Erwartung von 1,48 Mrd. USD.

Auch auf der Ergebnisseite übertraf der Datenbankspezialist die Prognosen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,62 USD nach 0,35 USD im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn stieg auf 235,3 Mio. USD nach 129,3 Mio. USD. Nach US-GAAP blieb hingegen ein Nettoverlust von 191,7 Mio. USD, der sich gegenüber 298,0 Mio. USD im Vorjahr deutlich verringerte.

KI-Nachfrage treibt Prognoseanhebung

Snowflake erwartet im dritten Quartal einen Produktumsatz zwischen 1,588 und 1,593 Mrd. USD. Das entspricht einem Wachstum von 37 bis 38 Prozent und liegt über der Markterwartung von 1,504 Mrd. USD. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 wurde die Produktumsatzprognose auf 6,07 Mrd. USD angehoben. Das Unternehmen rechnet damit nun mit einem Wachstum von 36 Prozent, nachdem zuvor 5,84 Mrd. USD beziehungsweise 31 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt worden waren.

Die Dynamik zeigt sich auch in den operativen Kennzahlen. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen erreichten 9,00 Mrd. USD und stiegen um 30 Prozent. Die Net Revenue Retention Rate lag bei 126 Prozent. Zudem zählte Snowflake 828 Kunden mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 1 Mio. USD, 27 Prozent mehr als im Vorjahr.

Margen und Kosten der KI-Infrastruktur

Die bereinigte operative Marge verbesserte sich im Quartal auf 15,3 Prozent und lag damit 4,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr hob Snowflake das Ziel für die bereinigte operative Marge von 13,5 auf 14,5 Prozent an. Für das dritte Quartal wird eine operative Marge von 15,5 Prozent erwartet.

Gleichzeitig sank die bereinigte Produkt-Bruttomarge von 75,8 auf 74,7 Prozent. Der Rückgang unterstreicht, dass KI-Anwendungen erhebliche Rechen- und Infrastrukturkosten verursachen. Eine mehrjährige Vereinbarung mit Amazon Web Services über ein Volumen von 6 Mrd. USD soll Snowflake unter anderem bei den Kosten für Speicher- und Rechenleistung mehr Planungssicherheit geben.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Snowflake die steigende KI-Nachfrage zunehmend in wiederkehrenden Plattformumsatz umwandelt und nicht nur von einem kurzfristigen Nachfrageimpuls profitiert. Besonders aussagekräftig sind die angehobene Jahresprognose, die hohe Kundenbindung und das Wachstum bei Großkunden. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch auch, dass die Ausführung entscheidend bleibt: Die weiterhin negative GAAP-Ergebnislage und der Druck auf die Produkt-Bruttomarge zeigen, dass das Wachstum der KI-Workloads zunächst mit höheren Kosten erkauft wird.

Aktienreaktion und Kursziel

Die Anleger reagierten unmittelbar: Die Snowflake-Aktie legte nach Veröffentlichung der Zahlen im nachbörslichen Handel um rund 22 Prozent zu. JPMorgan erhöhte das Kursziel von 285 auf 426 USD und führt die Aktie mit einem Overweight-Rating. Der Kurssprung signalisiert, dass der Markt die Prognoseanhebung als Beleg für eine beschleunigte Monetarisierung der KI-Produkte wertet.

Fazit & Ausblick

Snowflake startet mit einer deutlich höheren Umsatzbasis und verbesserten Margenzielen in die zweite Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2027. Im Mittelpunkt der nächsten Quartale stehen die Entwicklung des Produktumsatzes, die Skalierung der KI-Angebote sowie die Stabilisierung der Bruttomarge. Die Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal wird zum nächsten wichtigen Test für die angehobene Prognose.

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