RTX erhält Aufträge über bis zu 843,75 Mio. Dollar für F-35- und B-52-Programme
Kurzüberblick
- RTX erhält eine Vertragsmodifikation der US-Marine im Umfang von bis zu 240,75 Mio. US-Dollar zur Weiterentwicklung des F135-Triebwerks.
- Ein separater US-Luftwaffenvertrag mit einem Höchstwert von 603 Mio. US-Dollar umfasst die Modernisierung und Instandhaltung der B-52-Radarsysteme.
- Beim B-52-Auftrag werden zunächst 46,01 Mio. US-Dollar aus dem Haushaltsjahr 2026 für den ersten Lieferabruf bereitgestellt.
- Die US-Armee prüft zusätzliche Lieferanten für das NGSRI-Programm, wodurch der Zulieferer LightPath unter Druck gerät; RTX und Lockheed Martin bleiben führende Prototypenentwickler.
Marktanalyse & Details
F135-Auftrag stärkt langfristige Programmposition
Die US-Marine hat RTX eine bis zu 240,75 Mio. US-Dollar schwere Modifikation eines bestehenden Vertrags erteilt. Der Auftrag finanziert Entwicklungsarbeiten am F135-Triebwerk, die Behebung von Betriebsproblemen, Verbesserungen bei der Einsatzbereitschaft sowie den Übergang des Triebwerkskern-Upgrades von der Risikoreduzierung in die Entwicklungs- und Fertigungsphase.
Zusätzlich sind langfristig benötigte Komponenten für ein Ersatz-Testtriebwerk vorgesehen. Der Auftrag unterstützt die F-35-Programme der US-Luftwaffe, des Marine Corps, der US-Marine und internationaler Programmpartner. Die Arbeiten sollen im März 2028 abgeschlossen werden. Der Auftrag wurde ohne Wettbewerbsverfahren vergeben.
B-52-Radar liefert mehrjährige Umsatzperspektive
Für die Produktion und Unterstützung des neuen AN/APQ-188-Radars auf B-52-Bombern erhält RTX einen Vertrag mit einem Höchstwert von 603 Mio. US-Dollar. Die Arbeiten sollen bis zum 20. August 2031 laufen. Zum Vertragsbeginn werden 46,01 Mio. US-Dollar aus Mitteln für die Flugzeugbeschaffung des Haushaltsjahres 2026 gebunden.
Der Vertrag ist als unbefristete Liefer- und Abrufvereinbarung ausgestaltet. Der genannte Höchstwert entspricht daher nicht automatisch dem sofort verbuchten Umsatz, sondern markiert den maximal möglichen Umfang über die Laufzeit. Auch dieser Auftrag wurde als Einzelquellenbeschaffung vergeben.
Indirektes Risiko im NGSRI-Wettbewerb
Parallel weitet die US-Armee die Suche nach Unternehmen aus, die das Programm für einen Nachfolger der Stinger-Flugabwehrrakete unterstützen können. RTXs Tochter Raytheon und Lockheed Martin entwickeln weiterhin die führenden Prototypen für den Next Generation Short Range Interceptor. LightPath liefert derzeit die Infrarot-Bildgebungstechnologie für Lockheeds Entwurf.
Die zusätzliche Lieferantensuche erhöht jedoch den Wettbewerbsdruck in der Zulieferkette. LightPath-Aktien fielen am 28. August im US-Handel zeitweise um knapp 20 Prozent auf 11,05 US-Dollar. Für RTX ist dies kein unmittelbarer Verlust eines Auftrags, könnte aber die Wettbewerbsbedingungen vor der geplanten Demonstration im Frühjahr 2027 verändern.
Analysten-Einordnung
Die beiden RTX-Verträge stärken die Visibilität des Verteidigungsgeschäfts, sollten aber nicht mit 843,75 Mio. US-Dollar sofort realisiertem Umsatz gleichgesetzt werden. Der F135-Auftrag unterstützt ein strategisch wichtiges Triebwerksprogramm und dürfte die Position von RTX im F-35-Ökosystem absichern. Der B-52-Vertrag erweitert zugleich die langjährige Modernisierungs- und Wartungsbasis des Konzerns.
Dies deutet darauf hin, dass RTX von dauerhaft hohen US-Verteidigungsausgaben und alternden Militärplattformen profitieren kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine bessere Auftragsperspektive über mehrere Jahre, während die tatsächliche Umsatz- und Margenwirkung vom Abrufvolumen, dem Projektfortschritt und den Kostenstrukturen der Verträge abhängt. Kosten-plus-Verträge bieten zwar eine höhere Kostendeckung, liefern jedoch weniger Transparenz über die künftige operative Marge als Festpreisverträge.
Die RTX-Aktie notierte am 28. August 2026 an der Lang & Schwarz Exchange bei 182,15 Euro und lag damit 0,8 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn beläuft sich die Entwicklung auf 16,33 Prozent. Diese Marktdaten belegen die solide bisherige Kursentwicklung, lassen jedoch keine eindeutige Zuordnung der Tagesbewegung zu den einzelnen Vertragsmeldungen zu.
Fazit & Ausblick
RTX verfügt mit dem F135-Upgrade und der B-52-Radarmodernisierung über zwei mehrjährige US-Verteidigungsaufträge mit einem möglichen Gesamtvolumen von bis zu 843,75 Mio. US-Dollar. Im Fokus stehen nun die tatsächlichen Abrufe, der Fortschritt des F135-Programms bis März 2028 und die Umsetzung der B-52-Aufträge bis 2031. Zusätzlich dürfte die Demonstrationsphase des NGSRI-Programms im Frühjahr 2027 wichtige Hinweise auf die künftige Rolle von Raytheon und die Wettbewerbsposition der Zulieferer liefern.
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