Ross Stores schlägt im 2. Quartal Erwartungen und hebt FY26-EPS an: Anleger bekommen klare Leitplanken
Kurzüberblick
Ross Stores hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres, das im Juli 2026 endete, sowohl beim Gewinn je Aktie als auch beim Umsatz die Erwartungen übertroffen. Das Unternehmen steigerte das Ergebnis auf 2,66 US-Dollar je Aktie, während der Konsens bei 1,94 US-Dollar lag. Beim Umsatz wurden 6,26 Mrd. US-Dollar erzielt nach 6,16 Mrd. US-Dollar im Erwartungskorridor.
Für den weiteren Jahresverlauf hob Ross die FY26-EPS-Prognose auf 8,61 bis 8,77 US-Dollar an. Zugleich bestätigte das Management eine positive Entwicklung im Filialgeschäft: In Q2 kamen 47 neue Standorte hinzu. Die Aktie notiert rund um 209,5 Euro (20.08.2026, Lang & Schwarz Exchange) und liegt damit seit Jahresbeginn um 37,47 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen: Gewinner und Treiber
Die Kennzahlen fielen klar besser aus als erwartet: Das EPS lag bei 2,66 US-Dollar je Aktie, der Umsatz bei 6,26 Mrd. US-Dollar. Zentral für die Einordnung ist dabei ein Ergebnisimpuls aus Rückerstattungen: Im EPS stecken rund 60 Cent je Aktie aus IEEPA-Zollrückzahlungen, die im zweiten Quartal verbucht wurden.
- EPS Q2: 2,66 US-Dollar je Aktie, Konsens 1,94
- Umsatz Q2: 6,26 Mrd. US-Dollar, Konsens 6,16 Mrd. US-Dollar
- Comparable Store Sales: Plus 10 Prozent
- Operativer Fokus: Wachstum wurde laut Management vor allem durch mehr Kundenfrequenz getragen
Guidance nach oben: FY26-EPS und Quartals-Roadmap
Ross hebt die Jahreserwartung deutlich an: Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 wird ein EPS von 8,61 bis 8,77 US-Dollar erwartet, zuvor waren 7,50 bis 7,74 US-Dollar genannt worden. Das entspricht zugleich einem Niveau über dem Konsens von 7,82 US-Dollar.
Auch der Ausblick auf die kommenden Quartale ist konkret: Für Q3 rechnet das Unternehmen mit EPS von 1,75 bis 1,83 US-Dollar. Der Konsens liegt bei 1,74 US-Dollar. Gleichzeitig nennt Ross Spannen für den stationären Umsatz:
- Q3 Comparable Store Sales: plus 6 bis 7 Prozent
- Q4 Comparable Store Sales: plus 4 bis 5 Prozent
- Q3 EPS-Spanne: 1,75 bis 1,83 US-Dollar
- Q4 EPS-Spanne: 2,17 bis 2,26 US-Dollar
Filialwachstum: Neue Standorte als Wachstumsmotor
Im zweiten Quartal eröffnete Ross 47 neue Stores: 35 unter dem Label Ross Dress for Less und 12 unter dd’s DISCOUNTS. Damit erhöht sich die Planungsbasis für 2026: Die neuen Store-Eröffnungen werden auf 115 Standorte angehoben. Der Mix bleibt ausgebaut, wobei das Management weiterhin auf die Wirksamkeit der Expansion in neuen und bestehenden Märkten setzt.
Analysten-Einordnung: Was Anleger aus den Zahlen ableiten sollten
Die Kombination aus übertroffenen Quartalskennzahlen und angehobener Jahresguidance deutet darauf hin, dass Ross seine Off-Price-Strategie im laufenden Jahr nicht nur stabil umsetzt, sondern den operativen Hebel aus Traffic, Sortiment und Kostenstruktur bereits in eine höhere Ergebnislinie übersetzt. Für Anleger bedeutet das: Das Marktumfeld kann volatil bleiben, doch der Geschäftsverlauf wirkt aktuell resilient. Gleichzeitig ist die Qualität des Gewinnanstiegs zu differenzieren, weil das EPS im zweiten Quartal einen rund 60 Cent je Aktie messbaren Effekt aus Zollrückerstattungen enthält, der nicht automatisch in gleicher Form fortgeschrieben werden muss. Die künftige Bewertung dürfte daher stark davon abhängen, ob Ross die zugrunde liegende Ergebnisdynamik über den genannten Tailwind hinaus trägt, insbesondere angesichts „signifikant anspruchsvollerer“ Vergleichsbasis in der zweiten Jahreshälfte.
Aktienkurs im Kontext: Momentum statt Einmalersfolg
Dass die Aktie nach der Veröffentlichung zeitweise deutlich fester gehandelt wurde, unterstreicht die hohe Relevanz der Guidance-Anpassung für den Markt. Da die Unternehmensführung zusätzlich auf mehr Kundenfrequenz und verbesserte Ausführung im stationären Geschäft verweist, steht weniger die reine Ergebnisüberraschung im Vordergrund, sondern die Frage, ob das Wachstum nachhaltig über die Rückerstattungswirkung hinaus fortgesetzt werden kann.
Fazit & Ausblick
Ross Stores liefert mit Q2 ein starkes Signal und hebt die FY26-EPS-Spanne an. Entscheidend für die nächsten Schritte ist nun die Umsetzung in den verbleibenden Quartalen: Für Q3 sieht das Unternehmen EPS zwischen 1,75 und 1,83 US-Dollar sowie Comparable Store Sales von plus 6 bis 7 Prozent. Für Q4 werden Comparable Store Sales von plus 4 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt. Anleger sollten dabei besonders darauf achten, wie sich die Entwicklung der operativen Kennzahlen ohne den Einmalimpuls aus Zollrückerstattungen im Jahresverlauf fortsetzt.
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