RBI steigert H1-Gewinn (ohne Russland) um 25%: CET1 bleibt bei 15,5% – was Anleger jetzt prüfen

RBI steigert H1-Gewinn (ohne Russland) um 25%: CET1 bleibt bei 15,5% – was Anleger jetzt prüfen AI Generated

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Kurzüberblick

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat am 31. Juli 2026 ihren Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2026 veröffentlicht. Im Fokus steht dabei das Ergebnis ohne Russland: Das Konzernergebnis legte im ersten Halbjahr auf 708 Millionen Euro zu, nachdem es im Vorjahr bei 567 Millionen Euro gelegen hatte. Gleichzeitig stiegen die Kernerträge um 7% auf 3.255 Millionen Euro.

Der Bericht zeigt zudem eine robuste Kapitalbasis: Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag ohne Russland bei 15,5%. Für Anleger kommt hinzu, dass die Aktie zuletzt bei 57,85 Euro tendierte (Tagesveränderung -0,17%, YTD +51,84%). Im Hintergrund läuft die weitere Reduzierung des Russlandgeschäfts, während alle dortigen Beschränkungen fortbestehen.

Marktanalyse & Details

Ergebnis- und Ertragsentwicklung: Zuwächse trotz Gegenwind im Handelsergebnis

Treiber der Ergebnisverbesserung sind vor allem höhere operative Einnahmen. Der Zinsüberschuss stieg auf 2.187 Millionen Euro (von 2.073 Millionen Euro). Der Provisionsüberschuss nahm auf 1.068 Millionen Euro zu (von 969 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis verbesserte sich auf 1.592 Millionen Euro (von 1.444 Millionen Euro).

Ein Punkt mit gemischtem Bild: Das Handelsergebnis und Ergebnis aus Fair-Value-Bewertungen lag im Halbjahr ohne Russland bei -15 Millionen Euro, nach +32 Millionen Euro im Vorjahr. Für die Gesamtrechnung fiel dieser Effekt jedoch nicht stark genug aus, um den Ertragszuwachs aus Zins- und Provisionsgeschäft zu überlagern.

Kosten, Risiko und Kreditqualität: Kostendisziplin stabilisiert die Marge

Bei den Aufwendungen zeigt sich zwar ein leichter Druck, die Ergebniswirkung bleibt aber kontrolliert. Die Verwaltungsaufwendungen lagen bei 1.790 Millionen Euro, nach 1.724 Millionen Euro im Vorjahr. Gleichzeitig verbesserte sich die Effizienzkennzahl: Die Cost/Income Ratio sank auf 52,2% (von 53,7%).

  • Provisioning: Die Neubildungsquote (ohne Russland) betrug 4 Basispunkte im zweiten Quartal; im Halbjahr summierte sie sich auf 20 Basispunkte.
  • Wertminderungen: Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte lagen bei -110 Millionen Euro.
  • Kreditrisiko: Die NPE-Quote verbesserte sich von 1,7% auf 1,6%; die NPE Coverage Ratio stieg von 44,2% auf 46,9%.

Für Anleger ist besonders relevant, dass die Risikokosten bislang niedrig ausfallen. In Verbindung mit der verbesserten Cost/Income Ratio deutet das darauf hin, dass die RBI in der operativen Steuerung mehr Stabilität erreicht hat.

Kapital und Bilanz: CET1 bei 15,5% und Bilanzwachstum ohne Russland

Die Kundengeschäfte entwickelten sich ebenfalls solide: Die Kundenkredite stiegen seit Jahresbeginn um 6% auf 107 Milliarden Euro (ohne Russland). Die Bilanzsumme wuchs auf 205.378 Millionen Euro, während die risikogewichteten Aktiva (RWA) auf 84.020 Millionen Euro anstiegen.

  • Kapitalquoten: CET1 bei 15,5% (transitional, inkl. Ergebnis); Total Capital Ratio bei 20,2%.
  • Nettozinsspanne: Nettozinsspanne bei 2,26%.
  • Ergebnis je Aktie: EPS auf 1,97 Euro (von 1,55 Euro).

Analysten-Einordnung

Das Plus beim Konzernergebnis ohne Russland wird vor allem durch höhere Kernerträge und eine bessere Cost/Income Ratio sichtbar – bei gleichzeitig moderaten Risikokosten. Dies deutet darauf hin, dass die RBI ihre Ertragsbasis stabilisieren konnte, obwohl das Handelsergebnis schwankungsanfällig blieb. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die kurzfristige Fantasie liegt weniger in einer aggressiven Ergebnishebel-Strategie, sondern in der Beständigkeit von Zins- und Provisionsgeschäft sowie darin, dass die Neubildungen unter Kontrolle bleiben. Gleichzeitig bleibt die Kapitalplanung eng an die weiteren Schritte im Russlandkomplex und an die Umsetzung der angekündigten Annahmen für 2026 geknüpft.

Ausblick 2026 (ohne Russland) und strategische Leitplanken

Für 2026 nennt die RBI Guidance ohne Russland: Der Zinsüberschuss soll über 4,4 Milliarden Euro liegen, der Provisionsüberschuss rund 2,2 Milliarden Euro erreichen. Die Verwaltungsaufwendungen werden bei rund 3,8 Milliarden Euro erwartet. Die Cost/Income Ratio soll bei rund 55% liegen, die Neubildungsquote bis zu 35 Basispunkte betragen, und die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) soll rund 9,5% erreichen.

Auch die Wachstumsseite bleibt definiert: Die Forderungen an Kunden sollen um rund 7% wachsen. Wichtig ist zudem die harte Kernkapitalquote: Für CET1 wird rund 14,3% angepeilt – unter der Annahme eines Szenarios, das eine Entkonsolidierung der russischen Einheit zu einem P/B-Verhältnis von null berücksichtigt.

Addiko: Mindestannahmeschwelle erreicht, offizielles Ergebnis steht noch aus

Parallel zum Halbjahresbericht bleibt das Übernahmegeschehen rund um Addiko im Fokus. Die Annahmefrist für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot endete am 29. Juli 2026 um 17:00 Uhr. Der RBI gingen Annahmeerklärungen für 10.831.435 Addiko-Aktien zu, entsprechend 56,16% der angebotsgegenständlichen Aktien. Damit ist die Mindestannahmeschwelle von mehr als 55% überschritten; das offizielle Ergebnis nach dem Übernahmerecht wurde jedoch noch nicht veröffentlicht.

Für die Markterwartung ist das deshalb relevant, weil Integrations- und Kapitalthemen in der Guidance zumindest indirekt mitgedacht werden. Anleger sollten insbesondere beobachten, wie sich die weitere Abwicklung und die Kapitalwirkung im laufenden Jahr fortschreiben.

Fazit & Ausblick

Der Zwischenbericht zeichnet ohne Russland ein Bild aus steigenden Kernerträgen, stabiler Effizienz und niedrigen Risikokosten. Für Anleger heißt das: Die RBI liefert eine solide Basis für das anvisierte 2026-Zielband – gleichzeitig bleibt die Planbarkeit durch die fortbestehenden Russlandbeschränkungen und die Annahmen rund um die Entkonsolidierung ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor.

Als Nächstes dürften der Markt vor allem die weitere Kommunikation zum Russland-Entwicklungsfahrplan sowie das offiziell veröffentlichte Ergebnis der Addiko-Offerte abwarten. Weitere Impulse kommen mit den Quartalszahlen im Verlauf des Jahres 2026.

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