PSI Software Aktie: Umsatzplus trifft auf hohe Verluste und sinkende Aufträge

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Das Wichtigste in Kürze

  1. PSI steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 3,6 Prozent auf 210,9 Millionen Euro.
  2. Das bereinigte EBIT sank um 20,7 Prozent auf 4,6 Millionen Euro; der Konzernverlust verringerte sich auf 22,9 Millionen Euro.
  3. Auftragseingang und Auftragsbestand lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau.
  4. PSI erwartet für 2026 rund fünf Prozent Umsatzwachstum und plant nach einem Delisting-Angebot den Rückzug vom regulierten Markt.

Marktanalyse & Details

Umsatz steigt, Ergebnis bleibt unter Druck

PSI Software erzielte von Januar bis September 2026 einen Umsatz von 210,9 Millionen Euro, 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBIT ging dagegen um 20,7 Prozent auf 4,6 Millionen Euro zurück. Das unbereinigte EBIT blieb mit minus 15,3 Millionen Euro negativ, fiel aber weniger stark aus als der Verlust von 20,4 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der Konzernverlust verringerte sich: Er betrug 22,9 Millionen Euro nach 26,3 Millionen Euro. Der Verlust je Aktie lag bei 1,45 Euro, verglichen mit 1,70 Euro zuvor.

Im dritten Quartal verbesserte sich das bereinigte EBIT auf 5,7 Millionen Euro gegenüber 2,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Wegen Restrukturierungsaufwendungen blieb das ausgewiesene EBIT jedoch mit minus 10,5 Millionen Euro im Verlust.

Unterschiedliche Entwicklung in den Segmenten

Grid & Energy Management steigerte den Umsatz um 16,7 Prozent auf 113,1 Millionen Euro und wechselte beim Betriebsergebnis in die Gewinnzone. Auch Logistics legte beim Umsatz zu, um 11,1 Prozent auf 28,2 Millionen Euro, verzeichnete aber ein negatives Betriebsergebnis.

Die Schwäche der europäischen Stahlindustrie belastete Process Industries & Metals: Der Umsatz sank um 15,9 Prozent auf 44,6 Millionen Euro. Bei Discrete Manufacturing stabilisierte sich der Umsatz im dritten Quartal, lag über die neun Monate aber weiterhin unter dem Vorjahreswert. Restrukturierungs- und Cloud- beziehungsweise SaaS-Aufwendungen drückten in beiden Segmenten auf das Ergebnis.

Aufträge, Liquidität und Delisting

Der Auftragseingang ging um 19,3 Prozent auf 217 Millionen Euro zurück; der Auftragsbestand lag mit 161 Millionen Euro 14,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. PSI weist darauf hin, dass die Vergleichswerte des Vorjahres durch einzelne Großaufträge und Nachholeffekte nach dem Cyberangriff 2024 erhöht waren. Der operative Cashflow war mit minus 21,1 Millionen Euro deutlich negativ. Die liquiden Mittel betrugen zum Ende des Berichtszeitraums 33,2 Millionen Euro. Dazu trug auch die im Juli abgeschlossene Kapitalerhöhung bei, die PSI rund 29 Millionen Euro zuführte.

Im September startete das Unternehmen ein weiteres Kostensenkungsprogramm, um Verantwortlichkeiten zu bündeln und Prozesse zu vereinheitlichen. Zudem wurde am 20. Oktober ein öffentliches Delisting-Erwerbsangebot veröffentlicht. Nach Ablauf der Annahmefrist sollen PSI-Aktien nicht mehr im regulierten Markt handelbar sein.

Analysten-Einordnung: Das Umsatzwachstum und die verbesserte Entwicklung im dritten Quartal zeigen operative Fortschritte, doch der Rückgang beim bereinigten EBIT und die schwächeren Auftragskennzahlen sprechen für anhaltenden Druck auf die Ertragsbasis. Dies deutet darauf hin, dass die Kostenprogramme zunächst vor allem die Belastungen abfedern müssen, bevor sich eine nachhaltige Ergebnisverbesserung belegen lässt. Für Anleger bedeutet die angekündigte Delistung zusätzlich, die künftige Handelbarkeit und Liquidität der Aktie im Blick zu behalten.

Fazit & Ausblick

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet PSI bei stabiler Risikosituation ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent, einen Auftragseingang auf Vorjahresniveau und eine um Einmalaufwendungen bereinigte EBIT-Marge von etwa zwei Prozent. Entscheidend wird sein, ob die Kostensenkungen greifen und sich der Auftragseingang stabilisiert. Einen konkreten Termin für die nächsten Geschäftszahlen enthalten die vorliegenden Angaben nicht.

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