pferdewetten.de senkt 2025-Prognose: EBITDA wegen Sondereffekten bei minus 3,5 bis minus 3,8 Mio. Euro

Pferdewetten.de AG

Kurzüberblick

Die pferdewetten.de AG hat wegen einmaliger Sondereffekte für das Geschäftsjahr 2025 ihre Ergebnisprognose deutlich zurückgenommen. Das EBITDA soll statt der zuvor noch leicht positiven Erwartung nun im Bereich von minus 3,5 bis minus 3,8 Mio. Euro liegen, nachdem die Sondereffekte das EBITDA voraussichtlich mit rund 4,3 Mio. Euro belasten.

Hintergrund sind u. a. erhöhte Wertberichtigungen auf offene Forderungen aus eingestellten Geschäftsbeziehungen sowie zusätzliche Aufwände im Zusammenhang mit Akquisitionen, Restrukturierungseffekten und der laufenden Klärung von IT-Optimierungen und Prüfungsaufwendungen. Operativ soll es dagegen im ersten Halbjahr 2026 weiter aufwärts gehen: Der Vorstand erwartet ein positives operatives, ungeprüftes EBITDA von ca. 3 Mio. Euro. Die Mitteilung stammt vom 07.08.2026 aus Düsseldorf; die Aktie notiert aktuell bei 1,93 Euro (YTD: -29,56%).

Marktanalyse & Details

Welche Sondereffekte drücken 2025?

  • Wertberichtigungen auf offene Forderungen aus eingestellten Geschäftsbeziehungen: bis zu ca. 900 TEUR
  • Direkte Aufwands­erfassung bislang aktivierter Akquisitionsaufwendungen: bis zu rund 200 TEUR
  • Schuldbeitritt-Risiko im Akquisitionskontext (negativer Fall): bis zu 1,1 Mio. Euro
  • Einmalkompensationen bei der Restrukturierung von Verbindlichkeiten gegenüber Dienstleistern: gut 400 TEUR
  • Neuerfassung noch nicht final greifender IT-Rechnungsoptimierungen (rechtliche Abwägung): rund 1,3 Mio. Euro
  • Erhöhte Prüfungsaufwendungen: gut 300 TEUR

Für Anleger ist dabei entscheidend, dass das Unternehmen betont, die endgültige Größenordnung sei noch nicht abschließend fixiert. Dadurch bleibt die Prognose zwar konkret in der Bandbreite (minus 3,5 bis minus 3,8 Mio. Euro), die interne Feinabstimmung kann aber noch Auswirkungen auf einzelne Posten haben.

Gegenpol: Finanzergebnis stützt trotz operativem Druck

Trotz der negativen Ergebnisanpassung verweist der Vorstand auf einen positiven Finanzeffekt: Die Zinssatzänderung zweier Wandelanleihen von 7,50% p.a. auf 2,50% p.a. wirke sich einmalig günstig aus. Zusätzlich soll der einmalige Restrukturierungseffekt der beiden Wandelanleihen im Jahr 2025 bei ca. 3,4 Mio. Euro liegen.

Dies deutet darauf hin, dass der EBITDA-Rückgang vor allem eine Folge von bilanziellen beziehungsweise zeitlichen Sondereffekten ist – während finanzierungsseitige Effekte die Gesamtsicht teilweise abfedern können. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die operative Ertragskraft bleibt zwar im Blickfeld (H1 2026 positiv), doch die Sicht auf 2025 wird durch nicht wiederkehrende Belastungen verzerrt.

Operativer Ausblick: erstes Halbjahr 2026 positiv

Für 2026 setzt der Vorstand einen Fokus auf die operative Entwicklung: Für das erste Halbjahr 2026 erwartet das Unternehmen ein positives operatives, ungeprüftes EBITDA von ca. 3 Mio. Euro. Damit signalisiert die Gesellschaft, dass der operative Hebel nach der 2025er Ergebniskorrektur wieder tragfähiger sein könnte.

Analysten-Einordnung: Die Kombination aus hoher Einmalbelastung im Jahr 2025 und einem positiven operativen EBITDA im ersten Halbjahr 2026 spricht dafür, dass die Guidance-Korrektur eher temporäre Accounting- und Bewertungsfragen als eine nachhaltige Verschlechterung des Geschäftsmodells widerspiegelt. Für Investoren bleibt dennoch zentral, ob sich diese operative Stärke in der zweiten Jahreshälfte bestätigt und wie das Unternehmen die noch laufenden Bewertungen (z. B. rechtliche Abwägungen) final in den Abschlüssen einpreist.

Fazit & Ausblick

Mit der Prognosesenkung verschiebt pferdewetten.de die Ergebniswahrnehmung für 2025 klar in Richtung Verlustzone beim EBITDA. Entscheidend wird nun die Brücke von der operativen Stärke im ersten Halbjahr 2026 zu einer stabilen Ergebnisperspektive für das Gesamtjahr 2026.

Anleger sollten insbesondere auf die kommenden Berichte achten, in denen das Unternehmen die Ursachen und die exakte Ausprägung der Sondereffekte transparent in den Abschlussgrößen nachzeichnet und die operative Entwicklung des laufenden Jahres weiter konkretisiert.

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