Palantir: Analyst bestätigt Buy mit 225-Dollar-Kursziel und sieht FAA-Potenzial
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Analyst John McPeake bestätigt für Palantir ein Buy-Rating und ein Kursziel von 225 US-Dollar.
- Das neue FAA-System SMART erweitert Palantirs Einsatz bei der Flugsicherheit auf drei Flughäfen im Raum Washington.
- Surf Air Mobility hat den zweiten OperatorOS-Vertrag abgeschlossen und will bis Ende 2026 fünf Betreiber live schalten.
- Michael Burry baut laut vorliegenden Angaben seine Short-Position gegen Palantir aus, während der Aktienkurs am Mittwochmittag leicht zulegt.
Marktanalyse & Details
FAA wird zum strategischen Wachstumstreiber
Der US-Analyst John McPeake hat seine positive Einschätzung für Palantir Technologies bestätigt und das Kursziel bei 225 US-Dollar belassen. Auslöser ist die Einführung des KI-gestützten FAA-Systems SMART, das den Flugverkehr an den drei großen Flughäfen im Raum Washington steuern soll.
Palantirs Rolle bei der US-Luftfahrtbehörde reicht damit über die ursprüngliche Überwachung der Flugsicherheit hinaus. Die Lösung war ab 2021 zunächst im Umfeld der 737-MAX-Sicherheitsprobleme eingesetzt worden. Nach weiteren Flugunfällen und Beinahe-Kollisionen soll die Technologie nun auf zusätzliche Sicherheitsanwendungen ausgeweitet werden.
Die Bedeutung für Palantir liegt vor allem in der möglichen Vergrößerung des staatlichen Geschäfts. Nach Angaben des Analysten entfielen im zweiten Quartal 51 Prozent des Gesamtumsatzes auf Regierungskunden. Gleichzeitig wuchs das kommerzielle Geschäft im Jahresvergleich um 110 Prozent. Das spricht für zwei parallel laufende Wachstumspfade, macht Palantir aber auch abhängig von der erfolgreichen Skalierung großer Plattformprojekte.
SurfOS gewinnt weitere kommerzielle Anwendungsfälle
Auch im kommerziellen Umfeld gibt es neue Fortschritte. Surf Air Mobility hat mit SkyDance Air den zweiten kommerziellen Vertrag für OperatorOS unterzeichnet. Die auf Palantir-Technologie basierende Software verwaltet unter anderem Flugzeug- und Crew-Einsatzplanung, Flugbetrieb, Berichte und Vertrieb. Surf Air Mobility erhält einen prozentualen Anteil an den Umsätzen der über OperatorOS abgewickelten Flüge.
Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis Ende 2026 fünf Betreiber auf OperatorOS live zu schalten. Der erste Vertrag war Mitte September mit Sprintbach Aviation geschlossen worden. Zusätzlich übernimmt der frühere Palantir-Manager Barrett Brown zum 30. September die Leitung von SurfOS. Er war von 2013 bis 2024 bei Palantir tätig und soll die Vermarktung sowie die Kundengewinnung beschleunigen.
Militärische Nutzung erhöht Chancen und Beobachtungsrisiken
Im militärischen Bereich soll ein US-Kommando nach einem tödlichen Angriff auf eine Schule im Iran seine Zielprüfungsprozesse überarbeiten und den Einsatz von KI ausweiten. Geplant sind unter anderem zusätzliche Datenquellen zur Beobachtung ziviler Bewegungen sowie Verbesserungen am KI-gestützten Gefechtsmanagementsystem Maven Smart Systems von Palantir.
Ein solcher Einsatz kann die strategische Relevanz der Plattform unterstreichen, bringt für Palantir jedoch zugleich erhöhte politische, rechtliche und reputative Risiken mit sich. Jede Ausweitung militärischer KI-Anwendungen dürfte daher nicht nur unter Umsatzgesichtspunkten, sondern auch mit Blick auf Kontrolle und Fehlentscheidungen bewertet werden.
Bewertung und Short-Positionen im Blick
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass sich der Investment Case bei Palantir zunehmend auf die Ausweitung einer wiederverwendbaren Softwareplattform stützt. Die FAA-Integration liefert dafür einen konkreten staatlichen Anwendungsfall, während OperatorOS zeigt, wie Palantir-Technologie über Partner in neue Branchen gelangt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung allerdings auch, dass die hohe Bewertung mit erheblichen Wachstumserwartungen unterlegt werden muss.
Das Kursziel von 225 US-Dollar basiert laut McPeake auf etwa dem 60-Fachen des erwarteten Gewinns je Aktie für die kommenden Quartale. Der Analyst rechnet für das laufende Jahr mit einem EPS-Wachstum von 119 Prozent und langfristig mit einer jährlichen Wachstumsrate von 73 Prozent bis 2030. Diese Annahmen lassen wenig Spielraum für eine Verlangsamung bei Neukunden, öffentlichen Aufträgen oder der Monetarisierung der Plattform.
Zusätzlichen Druck erzeugt die ausgeweitete Short-Position von Michael Burry gegen Palantir. Seine These richtet sich vor allem gegen eine mögliche Überversorgung bei Speicherchips und eine Abkühlung des KI-Infrastrukturzyklus. Palantir stellt zwar keine Speicherchips her, wird an der Börse aber häufig gemeinsam mit KI- und Halbleiterwerten bewertet. Burry setzt damit indirekt auf eine Neubewertung hoch bewerteter KI-Aktien, nicht auf einen direkten Einbruch von Palantirs Speicherchipgeschäft.
Die Palantir-Aktie notierte am 23. September 2026 gegen Mittag bei 162,18 Euro und legte im Tagesverlauf um 0,4 Prozent zu. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 3,27 Prozent. Die moderate Tagesbewegung zeigt, dass positive operative Meldungen und skeptische Bewertungsargumente derzeit aufeinandertreffen.
Fazit & Ausblick
Für Palantir werden in den kommenden Monaten drei Punkte entscheidend: die Ausweitung des FAA-Einsatzes, die Zahl der bis Jahresende live geschalteten OperatorOS-Kunden und das Tempo des kommerziellen Umsatzwachstums. Gelingt die Skalierung, könnte das 225-Dollar-Kursziel durch zusätzliche wiederkehrende Erlöse an fundamentaler Unterstützung gewinnen. Bleiben neue Großkunden oder staatliche Folgeaufträge hinter den Erwartungen zurück, dürfte die anspruchsvolle Bewertung die Aktie anfällig für Rückschläge machen.
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