Oracle übertrifft Erwartungen mit KI-Cloud: SAP-Aktie gerät unter Druck

SAP SE AI Generated

Kurzüberblick

  • Oracle steigerte den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur im ersten Quartal um mehr als 100 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar.
  • Der Oracle-Gesamtumsatz wuchs um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die eigene Prognose.
  • Oracle hob den Ausblick für das zweite Quartal und bestätigte mindestens 90 Milliarden US-Dollar Umsatz im Gesamtjahr.
  • Die SAP-Aktie notierte am 10. September bei 176,54 Euro und lag 1,68 Prozent im Minus; seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 15,53 Prozent.

Marktanalyse & Details

Oracle beschleunigt im KI-Geschäft

Oracle hat im ersten Quartal bis Ende August deutlich von der Nachfrage nach KI-Rechenzentren profitiert. Die Umsätze mit Cloud-Infrastruktur mehr als verdoppelten sich auf 7,4 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich stellte der Konzern Rechenzentrumskapazitäten von 850 Megawatt bereit.

Zusammen mit Software-Abonnements stieg der Cloud-Umsatz um 62 Prozent auf 11,6 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtumsatz erhöhte sich um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar und lag damit über der zuvor in Aussicht gestellten Spanne von 27 bis 29 Prozent. Der Nettogewinn kletterte um 63 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie übertraf die Erwartungen.

Neue Vorgaben für den Software- und Cloud-Sektor

Für das zweite Quartal erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von 30 bis 34 Prozent. Das gesamte Cloud-Geschäft soll um 65 bis 71 Prozent zulegen, während das bereinigte Ergebnis je Aktie um 21 bis 25 Prozent steigen soll. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern nun mindestens 90 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht.

Die Zahlen verliehen der Oracle-Aktie nachbörslich zeitweise einen Schub von knapp 6 Prozent. Für SAP sind die Daten vor allem deshalb relevant, weil sie die hohe Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Cloud-Anbietern in KI-Infrastruktur bestätigen. Gleichzeitig zeigt der leicht rückläufige Software-Umsatz bei Oracle, dass das Wachstum derzeit besonders stark aus der Infrastruktur und nicht aus allen Teilen des Geschäfts kommt.

Analysten-Einordnung für SAP

Dies deutet darauf hin, dass der KI-Boom die Nachfrage im Cloud-Markt weiter verschiebt: Anbieter mit verfügbarer Rechenzentrumskapazität und enger Verzahnung mit KI-Arbeitslasten profitieren kurzfristig besonders stark. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keine unmittelbare Übertragbarkeit auf SAP. SAP erzielt den Großteil seines Cloud-Wachstums mit Unternehmenssoftware und Geschäftsprozessen, während Oracle im aktuellen Quartal vor allem mit KI-Infrastruktur punktet. Entscheidend für SAP bleiben daher eigene Cloud-Auftragseingänge, die Entwicklung der Cloud-ERP-Erlöse und die Monetarisierung von KI-Funktionen.

Die SAP-Aktie lag zuletzt bei 176,54 Euro. Der Tagesverlust von 1,68 Prozent und die negative Jahresbilanz von 15,53 Prozent zeigen, dass der Markt bei europäischen Softwarewerten derzeit selektiv vorgeht. Der Oracle-Ausblick kann die Erwartungen an das gesamte Cloud-Segment anheben, erhöht aber zugleich den Vergleichsdruck auf SAP bei Wachstumstempo, Infrastrukturzugang und KI-Angeboten.

Fazit & Ausblick

Oracles starke KI-Cloud-Zahlen liefern ein positives Signal für die Nachfrage nach cloudbasierten Unternehmensdiensten, sind aber kein direkter Beleg für eine gleich starke Dynamik bei SAP. Anleger sollten bei SAP auf die nächsten Quartalszahlen, die Entwicklung der Cloud-Erlöse und Aussagen zum KI-Geschäft achten. Bis dahin bleibt die Oracle-Rally ein wichtiger Branchenimpuls, während SAP seine eigene Wachstumsstory bestätigen muss.

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