NVIDIA stellt 70 % Umsatzwachstum für Fiskaljahr 2028 in Aussicht
Kurzüberblick
- NVIDIA erwartet für das Fiskaljahr 2028 ein Umsatzwachstum von rund 70 % und verweist auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
- Der jüngste Quartalsumsatz legte um 106 % zu, während die Bruttomarge mit 75 % stabil blieb.
- Steigende Speicherpreise könnten die Bruttomarge kurzfristig auf bis zu 71 % drücken; geplante Preiserhöhungen sollen später gegensteuern.
- Die NVIDIA-Aktie notiert am 28. August 2026 bei 193,92 Euro und liegt seit Jahresbeginn 21,02 % im Plus.
Marktanalyse & Details
Starke Zahlen und ungewöhnlich früher Ausblick
NVIDIA hat mit den jüngsten Quartalszahlen die Dynamik im Geschäft mit KI-Beschleunigern erneut unterstrichen. Der Umsatz wuchs um 106 %, zudem hielt sich die Bruttomarge bereits das dritte Quartal in Folge bei 75 %. Damit bleibt die Profitabilität trotz der hohen Wachstumsraten auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.
Für das Fiskaljahr 2028, das am 1. Februar 2027 beginnt, stellte das Management ein Umsatzwachstum von etwa 70 % in Aussicht. Der frühe Ausblick ist deshalb relevant, weil der Markt bislang mit einer deutlich stärkeren Verlangsamung auf rund 45 % gerechnet hatte. NVIDIA bezeichnet die Prognose als durch das Angebot begrenzt. Das deutet darauf hin, dass aktuell weniger die Nachfrage als vielmehr die verfügbare Produktionskapazität das Wachstum bestimmt.
Speicherknappheit belastet die Marge
Die kurzfristige Schwäche bei der Bruttomarge erklärt das Management vor allem mit stark gestiegenen Preisen für Speicherkomponenten. Für das vierte Quartal ist deshalb ein Rückgang der Bruttomarge auf bis zu 71 % möglich. Eine geplante Preiserhöhung im kommenden Jahr soll die Marge anschließend wieder in eine Spanne von 72 bis 73 % bringen.
- Aktuelle Bruttomarge: 75 %
- Möglicher Tiefpunkt im vierten Quartal: 71 %
- Angepeilte Erholung im Folgejahr: 72 bis 73 %
Für Anleger ist entscheidend, ob NVIDIA die höheren Inputkosten tatsächlich an Kunden weitergeben kann, ohne die Nachfrage oder die Auslastung der Systeme zu beeinträchtigen. Die weiterhin hohe Marge spricht allerdings dafür, dass das Unternehmen über erheblichen technologischen und preislichen Spielraum verfügt.
Schätzungen steigen, Bewertung sinkt relativ
Nach den Zahlen wurden die Markterwartungen für den bereinigten Gewinn je Aktie im Fiskaljahr 2028 von 12,81 auf 14,86 US-Dollar angehoben. Das entspricht einer Steigerung der Gewinnschätzung um rund 16 %. Gleichzeitig sank das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 auf 15, weil die Gewinnprognosen schneller zulegten als die Bewertung.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Nachfrage nach KI-Chips bislang erneut zu vorsichtig eingeschätzt haben könnte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die NVIDIA-Aktie trotz ihrer hohen absoluten Marktkapitalisierung nicht automatisch überbewertet ist. Der entscheidende Prüfstein bleibt jedoch die Umsetzung: Lieferengpässe, Speicherkosten und die Fähigkeit zu Preiserhöhungen müssen mit dem prognostizierten Wachstum Schritt halten.
Aktienreaktion bleibt von hohen Erwartungen geprägt
Nach der Veröffentlichung der Zahlen war die Aktie am Vortag um 8,7 % gestiegen. Am 28. August lag der Kurs in Euro zuletzt bei 193,92 Euro und damit 0,29 % unter dem Vortag. Seit Jahresbeginn bleibt die Performance mit 21,02 % positiv. Die moderate Tagesbewegung nach dem starken Sprung zeigt, dass ein Teil der guten Nachrichten bereits im Kurs enthalten war und Anleger nun vor allem die Nachhaltigkeit des Ausblicks bewerten.
Fazit & Ausblick
NVIDIA liefert weiterhin ein ungewöhnlich starkes Wachstum bei sehr hohen Margen. Der Ausblick auf rund 70 % Umsatzwachstum im Fiskaljahr 2028 entschärft die Sorge vor einem schnellen Ende des KI-Investitionszyklus, beseitigt aber nicht die Risiken durch Lieferengpässe und steigende Speicherkosten. Im nächsten Quartalsbericht werden daher insbesondere Umsatzrealisierung, Bruttomarge und Hinweise auf die tatsächliche Lieferfähigkeit im Mittelpunkt stehen.
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