NVIDIA-Aktie steigt: Rosenblatt hebt Kursziel auf 390 US-Dollar an
Kurzüberblick
- Rosenblatt-Analyst Kevin Cassidy hebt das 12-Monats-Kursziel für NVIDIA auf 390 US-Dollar an und bestätigt die Kaufempfehlung.
- Die Einschätzung basiert auf beschleunigter KI-Nachfrage und einer erwarteten Umsatzsteigerung von 70 Prozent im Geschäftsjahr 2028.
- NVIDIA hat seine mehrjährigen Einkaufsverpflichtungen im Quartalsvergleich um rund 135 Prozent auf 279 Milliarden US-Dollar erhöht, vor allem für Speicher.
- Die NVIDIA-Aktie notiert am 27. August 2026 bei 193 Euro und liegt im Tagesverlauf rund 7 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Kursziel und operative Begründung
Rosenblatt-Analyst Kevin Cassidy hat das Kursziel für NVIDIA auf 390 US-Dollar angehoben. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Das Ziel bezieht sich auf einen Horizont von zwölf Monaten und ist wegen der unterschiedlichen Währungen nicht direkt mit dem aktuellen Kurs von 193 Euro vergleichbar.
Im Zentrum der Begründung steht die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Plattformen. Nach Einschätzung des Analysten gewinnt neben den großen Hyperscalern vor allem das ACIE-Segment an Bedeutung. Dazu zählen KI-Clouds, industrielle Anwendungen, Unternehmen und staatliche Kunden. NVIDIAs Kombination aus flexibler Chiparchitektur, Software und Komplettsystemen soll dem Konzern in diesen Märkten einen besonders schwer angreifbaren Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Umsatzwachstum und Lieferkette
Für das Geschäftsjahr 2028 wird ein Umsatzwachstum von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Damit liegt die Prognose deutlich über dem damaligen Konsens von rund 45 Prozent. Cassidy sieht bei einer vollständigen Aufhebung der Lieferengpässe sogar Potenzial für ein Wachstum von mehr als 100 Prozent. Diese Aussage ist als Analystenszenario zu verstehen und nicht als uneingeschränkte Unternehmensprognose.
Um sich Lieferungen zu sichern und Engpässe zu reduzieren, hat NVIDIA seine mehrjährigen Einkaufsverpflichtungen um rund 135 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 279 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Der Schwerpunkt liegt auf Speicherkomponenten. Höhere Speicherpreise könnten kurzfristig die Bruttomarge belasten, gleichzeitig stärkt die gesicherte Versorgung NVIDIAs Position gegenüber Wettbewerbern.
Vera Rubin und Kapitalrückführungen
Ein weiterer Faktor ist der Hochlauf der Vera-Rubin-Architektur. Laut der Analysteneinschätzung handelt es sich um den schnellsten Produktanlauf in der Unternehmensgeschichte. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 wird erwartet, dass Vera Rubin bereits rund 20 Prozent des Umsatzes im Geschäftsbereich Data Center beisteuert.
NVIDIA hat im laufenden Jahr bislang 26 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurückgeführt. Davon entfielen 20 Milliarden US-Dollar auf Aktienrückkäufe und 6 Milliarden US-Dollar auf Dividenden. Das Management signalisiert zudem, überschüssigen freien Cashflow nach strategischen Investitionen künftig stärker auszuschütten.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Rosenblatt NVIDIAs Wettbewerbsvorteil nicht mehr allein in den Chips, sondern zunehmend in der Verbindung aus Software, Komplettsystemen und gesicherter Lieferkette sieht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch auch, dass das höhere Kursziel stark von der Fortsetzung der KI-Investitionen und einem reibungslosen Vera-Rubin-Hochlauf abhängt. Die erhöhte Kapitalbindung von 279 Milliarden US-Dollar und mögliche Speicherpreissteigerungen bleiben wichtige Risiken für Margen und Cashflow. Bewertungsseitig basiert das neue Ziel auf dem 25-Fachen des erwarteten bereinigten Gewinns je Aktie für das Geschäftsjahr 2028.
Fazit & Ausblick
Das Kursziel von 390 US-Dollar unterstreicht die bullishe Erwartung für NVIDIAs KI-Geschäft. Nach dem Tagesplus von rund 7 Prozent und einer bisherigen Jahresperformance von 20,44 Prozent dürfte der Markt besonders auf die nächsten Quartalszahlen, die Entwicklung der Data-Center-Umsätze, die Bruttomarge und den Vera-Rubin-Hochlauf achten. Entscheidend wird sein, ob NVIDIA das hohe Nachfragepotenzial trotz Lieferketten- und Kostenrisiken in profitables Wachstum umsetzen kann.
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