Nvidia-Aktie: Bewertung unter 17er-KGV – günstigster Stand seit mehr als zehn Jahren
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Nvidias Bewertung liegt bei weniger als dem 17-Fachen der erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate.
- Damit erreicht das Bewertungsniveau den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren und liegt etwa halb so hoch wie 2025.
- Die Nvidia-Aktie notierte am 22. September bei 199,06 Euro; seit Jahresbeginn steht sie 24,23 Prozent im Plus.
- Der KI-Chip-Wettbewerb verschärft sich durch AMD, effizientere KI-Modelle und lokale Rechenlösungen von Apple.
Marktanalyse & Details
Forward-KGV signalisiert veränderte Markterwartungen
Nvidia wird derzeit mit weniger als dem 17-Fachen der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne bewertet. Das Forward-KGV liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt und beträgt nur noch ungefähr die Hälfte des Bewertungsmultiplikators aus dem Jahr 2025.
Die Entwicklung ist besonders auffällig, weil Nvidia weiterhin zu den zentralen Profiteuren des Ausbaus von Rechenzentren und generativer künstlicher Intelligenz gehört. Ein sinkendes Bewertungsmultiple kann daher bedeuten, dass der Markt höhere Risiken einpreist – etwa eine nachlassende Wachstumsdynamik, steigenden Preisdruck oder eine Normalisierung der Investitionen großer Technologiekonzerne.
Die Aktie schloss am 22. September an der Lang & Schwarz Exchange bei 199,06 Euro nahezu unverändert. Seit Jahresbeginn ergibt sich trotz der jüngsten Neubewertung ein Kursanstieg von 24,23 Prozent.
KI-Investitionen bleiben umfangreich
Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist weiterhin hoch. Große Technologiekonzerne haben innerhalb eines Jahres Garantien und ähnliche Finanzierungszusagen von bis zu 300 Milliarden US-Dollar für KI-Rechenzentren und Chips bereitgestellt. Diese Strukturen können den Ausbau beschleunigen, erhöhen aber zugleich die Abhängigkeit der Branche von hohen Investitionsbudgets und einer künftig ausreichenden Auslastung.
Auch die Modellanbieter arbeiten an einer Senkung der Nutzungskosten. OpenAI hat mit GPT-6 Sol und GPT-6 Luna günstigere Modelle vorgestellt und die API-Preise gegenüber den Aktionspreisen der Vorgängergeneration um 50 Prozent reduziert. Effizientere Inferenz und verbesserte Zwischenspeicherung könnten die benötigte Rechenleistung pro Anwendung senken. Gleichzeitig könnten niedrigere Preise die Nutzung von KI-Anwendungen verbreitern und dadurch zusätzliche Nachfrage nach Rechenkapazität erzeugen.
Wettbewerb durch AMD und lokale KI-Systeme
AMD hat unterdessen eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar erreicht und seine Aktien stiegen über 600 US-Dollar. Das zeigt, dass Investoren neben Nvidia zunehmend weitere Anbieter als Gewinner des KI-Infrastrukturzyklus betrachten.
Apple positioniert leistungsfähige Macs zudem für KI-Aufgaben direkt am Arbeitsplatz. Die Kombination aus leistungsstarken Chips, gemeinsam genutztem Speicher und lokaler Verarbeitung soll Unternehmen eine Alternative zu laufenden Kosten cloudbasierter KI-Dienste bieten. Nvidias Kernmarkt bleibt zwar das Rechenzentrum, doch der Wettbewerb um KI-Anwendungen verlagert sich teilweise auch auf PCs und Endgeräte.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt Nvidia nicht mehr ausschließlich als unangefochtenen KI-Wachstumswert bewertet, sondern stärker auf die Nachhaltigkeit der Gewinnschätzungen und die Kapitalintensität des Ausbaus blickt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das niedrigere Forward-KGV verbessert den Bewertungspuffer, beseitigt aber nicht die Risiken durch AMD, kundeneigene Chips, effizientere Modelle und mögliche Verschiebungen bei den Investitionsbudgets. Entscheidend bleibt, ob Nvidia seine Gewinne schneller steigern kann, als das Bewertungsmultiple sinkt.
Fazit & Ausblick
Die niedrigste Bewertung seit mehr als zehn Jahren macht die Nvidia-Aktie auf den ersten Blick attraktiver, ist aber zugleich ein Warnsignal für gestiegene Marktrisiken. Bei der nächsten Quartalsbilanz werden deshalb vor allem der Ausblick für das Rechenzentrumsgeschäft, die Margenentwicklung und Hinweise auf die Beständigkeit der KI-Investitionen im Fokus stehen. Erst eine weitere Anhebung der Gewinnprognosen würde zeigen, dass die günstigere Bewertung tatsächlich einen nachhaltigen Einstiegspuffer schafft.
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