NOKIA Aktie: KI-Rechenzentren treiben Q3, Jahresausblick bleibt unverändert
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Nokia steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 10 Prozent auf 5,15 Milliarden Euro.
- Der vergleichbare operative Gewinn legte um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro zu; das vergleichbare Ergebnis je Aktie erreichte 0,09 Euro.
- Die Nachfrage nach Netzwerktechnik für Rechenzentren und KI stärkte das Geschäft, während Nokia seine Jahresprognose bestätigte.
- Für das Sparprogramm rechnet Nokia 2026 nun mit Kosten von 1,1 Milliarden statt bislang 800 Millionen Euro.
Marktanalyse & Details
Rechenzentren stützen das Quartal
Nokias Erlöse übertrafen im dritten Quartal die Erwartungen und lagen bei 5,15 Milliarden Euro. Der vergleichbare operative Gewinn stieg im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro. Die vergleichbare operative Marge verbesserte sich auf 11,7 Prozent nach 9,5 Prozent ein Jahr zuvor. Unter dem Strich erzielte der Konzern trotz Sonderbelastungen einen Nettogewinn von 156 Millionen Euro – nahezu doppelt so viel wie im Vorjahresquartal.
Besonders kräftig entwickelte sich die Netzwerkinfrastruktur, zu der Nokia auch Technik für KI- und Rechenzentrumsnetze zählt: Der Umsatz dieses Bereichs wuchs im Jahresvergleich um 17 Prozent, getragen von Kunden aus den Bereichen KI und Cloud in Amerika. Das vergleichbare Ergebnis je Aktie von 0,09 Euro lag drei Cent über der Schätzung von 0,06 Euro.
Sparprogramm wird kurzfristig teurer
Der operative Rückenwind kommt mit höheren Umbaukosten. Nokia erwartet für das laufende Jahr nun 1,1 Milliarden Euro an Aufwendungen für das Sparprogramm, gegenüber der bisherigen Annahme von 800 Millionen Euro. Das Ende 2025 gestartete Programm soll bis Ende 2026 Einsparungen von insgesamt 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro ermöglichen. Zugleich will das Management die Investitionen kürzen.
Die Prognose für das vergleichbare operative Ergebnis 2026 bleibt bei 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro. Nokia beschloss zudem eine Dividende von 0,03 Euro je Aktie.
Analysten-Einordnung: Die über den Erwartungen liegenden Quartalswerte zeigen, dass die Nachfrage nach KI- und Cloud-Infrastruktur Nokia bereits zusätzlichen Umsatz verschafft. Dass das Unternehmen den Jahresausblick dennoch nicht anhob, signalisiert jedoch Zurückhaltung: Höhere Programmaufwendungen und die noch ausstehende Umsetzung der Einsparungen schränken die Aussagekraft eines starken Einzelquartals ein. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft vor allem die Kostenkontrolle und die tatsächliche Realisierung der Sparziele entscheidend bleiben.
Fazit & Ausblick
Nokias Q3-Ergebnis verbindet kräftiges Wachstum im KI- und Rechenzentrumsnetzgeschäft mit einer bestätigten Jahresprognose und höheren kurzfristigen Umbaukosten. Für die weitere Einordnung kommt es darauf an, ob die Nachfrage anhält und die angekündigten Einsparungen die Belastungen des Sparprogramms ausgleichen. Einen Termin für die nächste Ergebnisveröffentlichung nennen die vorliegenden Angaben nicht.
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