NOKIA Aktie: KI-Rechenzentren treiben Q3-Gewinn, doch Nokia hält Ausblick fest

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Nokias Umsatz stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 5,15 Milliarden Euro.
  2. Der bereinigte operative Gewinn legte um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro zu; der Nettogewinn erreichte 156 Millionen Euro.
  3. Die Nachfrage nach Netzwerktechnik für KI- und Cloud-Rechenzentren ließ den Umsatz der Netzwerkinfrastruktur-Sparte um 17 Prozent wachsen.
  4. Nokia bestätigte den Jahresausblick, erwartet für das Sparprogramm 2026 aber 1,1 statt 0,8 Milliarden Euro Kosten.

Marktanalyse & Details

KI-Infrastruktur wird zum Wachstumstreiber

Der finnische Netzwerkausrüster profitierte im dritten Quartal von Investitionen in Rechenzentren. Der Konzernumsatz erreichte 5,15 Milliarden Euro und übertraf damit sowohl den Vorjahreswert als auch die Markterwartung von rund 5,06 Milliarden Euro. Besonders kräftig entwickelte sich die Netzwerkinfrastruktur: Die Sparte, zu der auch Technik für KI- und Cloud-Rechenzentren zählt, wuchs um 17 Prozent.

Der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro. Die vergleichbare operative Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 9,5 auf 11,7 Prozent. Der vergleichbare Gewinn je Aktie lag bei 0,09 Euro und damit über der zuvor erwarteten Marke von 0,06 Euro. Nach Sonderbelastungen betrug der Nettogewinn 156 Millionen Euro – nahezu doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Sparprogramm belastet kurzfristig

Nokia rechnet nun damit, dass die Kosten des Sparprogramms im laufenden Jahr 1,1 Milliarden Euro erreichen, nachdem zuvor 800 Millionen Euro angesetzt waren. Das Programm soll die Kosten bis Ende 2026 insgesamt um 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro senken. Zugleich will das Management die Investitionen kürzen; konkrete Beträge wurden dazu nicht genannt.

Für das Geschäftsjahr 2026 bestätigte Nokia die Prognose für das vergleichbare operative Ergebnis von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro. Außerdem wurde eine Dividende von 0,03 Euro je Aktie beschlossen.

Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen, dass Nokia mit der Vernetzung von Rechenzentren ein wachsendes Geschäftsfeld erschließt und die operative Marge verbessert. Dass der Jahresausblick trotz des starken Quartals unverändert bleibt, während die erwarteten Programmkosten steigen, begrenzt jedoch das Signal für eine kurzfristige Neubewertung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird sein, ob die KI- und Cloud-Nachfrage anhält und die angekündigten Einsparungen die höheren Übergangskosten später ausgleichen.

Aktie und Marktreaktion

Die Nokia-Aktie notierte am 22. Oktober um 09:33 Uhr bei 8,138 Euro und lag damit 1,9 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn stand sie dennoch 45,89 Prozent im Plus. Der Rückgang am Berichtstag passt dazu, dass starke Quartalswerte allein nicht zwingend eine höhere Jahresprognose auslösen – insbesondere, wenn zugleich höhere Restrukturierungskosten anfallen.

Fazit & Ausblick

Nokia liefert im dritten Quartal Wachstum und einen deutlichen Gewinnanstieg, getragen von der Nachfrage nach Rechenzentrumsnetzen. Für den weiteren Verlauf kommt es darauf an, ob dieser Bereich die Schwäche im klassischen Mobilfunkgeschäft dauerhaft kompensieren kann. Im Fokus stehen deshalb die Entwicklung der Netzwerkinfrastruktur-Sparte, die Umsetzung des Sparprogramms und mögliche Änderungen des bestätigten Jahresausblicks.

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