Newmont verfehlt Q2-EPS und Umsatz: Q3-Produktion wie in Q2 erwartet, Unit Costs steigen
Kurzüberblick
Newmont hat im zweiten Quartal beim Gewinn je Aktie und beim Umsatz die Erwartungen verfehlt: Das adjustierte EPS lag bei 2,10 USD und damit unter den von Analysten erwarteten 2,12 USD. Auch der Umsatz erreichte 6,12 Mrd. USD und blieb damit unter der Konsenserwartung von 6,38 Mrd. USD.
Für den weiteren Jahresverlauf bleibt der Fokus auf der operativen Stabilität: Newmont erwartet für das dritte Quartal eine Produktion, die breit im Rahmen des zweiten Quartals liegt – allerdings mit steigenden Unit Costs durch höheren Sustaining-Capex und weitere Einflussfaktoren. An der Börse notiert die Aktie (Stand 23.07.2026, 21:59 Uhr) bei 82,23 EUR, nach -0,99% am Tag und -5,29% seit Jahresbeginn.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen: Ergebnisrückstand trotz operativer Eckdaten
- EPS: 2,10 USD statt 2,12 USD (minus 0,02 USD)
- Umsatz: 6,12 Mrd. USD statt 6,38 Mrd. USD (minus 0,26 Mrd. USD)
- Attributable Gold Production: -1% auf 1,293 Mio. Unzen (Rückgänge u. a. bei Cadia sowie niedrigerer Erzqualität in mehreren Minen)
- Gold Sales (konsolidiert): 1,195 Mio. Unzen
Die operative Entwicklung liefert eine plausible Erklärung für die schwächere Ergebnisposition: Die Produktion ging unter anderem bei Cadia zurück – als Folge der im Quartal wirkenden Seismik-Ereignisse. Zudem belasteten niedrigere Erzgehalte im Zuge des Mine-Sequencing die Ausbeute bei Ahafo South, Penasquito und Yanacocha. Gegenläufig wirkten höhere Outputs bei Lihir und Boddington sowie gelieferte Unzen aus dem Joint Venture Pueblo Viejo.
Positiv: Newmont berichtet trotz der Gegenwinde über einen Rekord bei Free Cash Flow in Höhe von 2,2 Mrd. USD. Zudem wurden 1,9 Mrd. USD an die Aktionäre zurückgeführt – über Quartalsdividenden und laufende Aktienrückkäufe, begleitet von weiterhin getätigten Investitionen.
Produktion & Guidance: Stabilität bleibt Kernbotschaft
Für das dritte Quartal stellt Newmont eine Produktion in etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals in Aussicht. Die Ausbringung bleibt dabei laut Unternehmen über mehrere Managed Operations zum vierten Quartal hin gewichtet.
Gleichzeitig bestätigt Newmont die Jahres-Guidance für 2026 und hält am Ausblick auf 5,3 Mio. attributable Gold ounces fest. Für Anleger ist das wichtig, weil es trotz EPS- und Umsatzmisses signalisiert, dass das Management die operative Planbarkeit grundsätzlich verteidigt.
Kostenkurs: Unit Costs als zentraler Risikofaktor im dritten Quartal
Die entscheidende Veränderung im Ausblick liegt bei den Kosten: Newmont rechnet im dritten Quartal mit steigenden Unit Costs. Haupttreiber ist dabei ein höherer Sustaining-Capital-Spend. Teilweise soll das durch höhere Co-Produktmengen – insbesondere Silber bei Penasquito – kompensiert werden.
Zusätzliche Dämpfer bzw. Volatilitätsquellen bleiben laut Unternehmen:
- mögliche Effekte aus höheren Ölpreisen
- weiterhin starke Sensitivität bei Royalties, getrieben durch den Goldpreis
- ein spürbar höherer Development-Capex im dritten Quartal aufgrund der geplanten Investitionstiming
- Working Capital bleibt variabel; günstige Bewegungen bei Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem zweiten Quartal könnten sich später teilweise umkehren
Analysten-Einordnung: Dass Newmont die Produktionsprognose bestätigt, aber Unit Costs für das dritte Quartal nach oben erwartet, deutet darauf hin, dass das laufende operative Tempo zwar planbar bleibt, die Ergebnishebel jedoch kurzfristig stärker über den Kostenblock laufen. Für Anleger bedeutet das: Der Markt wird die nächsten Quartalszahlen weniger am Produktionsvolumen messen, sondern an der Fähigkeit, Sustaining- und Development-Capex in Relation zur Stückkostenentwicklung zu managen – insbesondere im Zusammenspiel mit Royalties und Energiepreisen.
Kapitalrückführung: Cash-Generierung bleibt präsent
Trotz des Umsatz- und EPS-Rückstands fällt die Cash-Ebene positiv auf: Ein Free Cash Flow von 2,2 Mrd. USD stützt die These, dass Newmont weiterhin aus der Wertschöpfung heraus Aktionäre bedienen kann. Die weitere Kurswirkung dürfte daher stark davon abhängen, ob die Kostensteigerung im dritten Quartal die Ergebnisüberleitung bremst – oder ob höhere Co-Produktmengen die Margen stabilisieren.
Fazit & Ausblick
Newmont startet nach dem Q2-Miss mit einer klaren Botschaft: Produktion bleibt im Plan, die Kostenlage rückt jedoch stärker in den Fokus – gerade wegen höherem Sustaining-Capex und möglicher Effekte aus Royalties und Ölpreisen. Anleger sollten in den kommenden Updates besonders verfolgen, ob sich die erwarteten Unit-Cost-Tendenzen bestätigen und wie stark Working-Capital-Umkehrbewegungen tatsächlich ausfallen.
Als nächster entscheidender Impuls bietet sich damit vor allem der nächste Quartalsbericht mit detaillierten Margen- und Kostenkennzahlen an.
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