monday.com unter Druck: Analysten stufen Aktie nach Q2-Beats auf Neutral bis Peer Perform zurück

Monday.Com Ltd.

Kurzüberblick

Mehrere Analysten haben monday.com nach den jüngsten Quartalsimpulsen zurückgestuft. Während die Aktie im frühen Handel am 11.08.2026 in Europa leicht zulegte (75,8 EUR, Tagesplus 1,07%), bleibt das Sentiment belastet: Seit Jahresbeginn steht das Papier weiterhin unter Druck (YTD -38,3%).

Die Herabstufungen folgen auf eine starke Q2-Leistung mit schnellerer AI-Adoption und soliden Signalen im Enterprise-Geschäft, treffen aber auf eine Schwachstelle: Die net-new Wachstumsdynamik lässt nach, und die Analysten fragen, ob höhere GTM- und AI-Investitionen die Wachstumsbeschleunigung nachhaltig wieder anstoßen, bevor sich die Bewertung verbessert.

Marktanalyse & Details

Ratings im Überblick: Von Overweight zu Neutral und Peer Perform

Im Fokus stehen gleich mehrere Ratinganpassungen:

  • Cantor Fitzgerald senkte von Overweight auf Neutral und kappte das Kursziel auf 90 US-Dollar, nach zuvor 112 US-Dollar.
  • Wolfe Research reduzierte von Outperform auf Peer Perform, ohne neues Kursziel zu nennen.
  • Capital One stellte von Overweight auf Equal-weight und setzte ein Kursziel von 95 US-Dollar.

Für Anleger ist das Signal klar: Trotz positiver operative Aspekte dominiert derzeit die Frage nach der Dauerhaftigkeit der Wachstumswende.

Operative Treiber: AI zieht an, der Kern bremst

In den jüngsten Analystenkommentaren wird die Lage differenziert. Auf der positiven Seite steht vor allem die AI-Monetarisierung:

  • AI-ARR verdoppelte sich quartalsweise und erreichte rund 17% der NNARR.
  • Momentum im Upmarket: Rekordwerte bei 100.000-US-Dollar-Plus-Neuakquisitionen sowie bei 500.000-US-Dollar-Plus-Customer-Adds.
  • Die operative Marge lag bei rund 17% und damit über dem angekündigten Zielkorridor, was auf einen positiven Effekt der aktuellen Umstellung (RIF) hindeutet.

Auf der negativen Seite rückt jedoch das Kernwachstum in den Vordergrund:

  • Sequentielle Customer-Adds erreichten den schwächsten Stand seit sechs Quartalen.
  • Revenue-Adds lagen bei 13 Mio. US-Dollar und damit deutlich unter dem laufenden Durchschnitt von etwa 17 Mio. US-Dollar.
  • NNARR wirkte im Jahresvergleich nahezu stabil, exklusive AI jedoch deutlich schwächer.
  • Billings verlangsamten sich auf rund 14% Wachstum im Jahresvergleich.
  • Für das 3. Quartal setzte das Management einen Ausblick unterhalb der Konsensannahmen und signalisierte zugleich eine vorsichtiger gelagerte NRR-Entwicklung durch langsamere Upgrades und weniger Dynamik bei Multi-Produkt-Expansion.
  • Zusätzlich wird ein möglicher Zielkonflikt im Go-to-Market adressiert, ausgelöst durch einen rund 20%igen RIF-Umstellungsanteil.

Analysten-Einordnung

Die Herabstufungen deuten darauf hin, dass der Markt aktuell weniger auf die AI-Story reagiert, sondern vor allem auf den Timing-Punkt: Solange die net-new Wachstumskennzahlen nicht wieder stabil anziehen, bleibt das Upside-Potenzial begrenzt, selbst wenn die Margen kurzfristig durch die Umstellung unterstützt werden. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Bewertungsphantasie entsteht eher dann, wenn AI-Umsätze spürbar genug werden, um die Abkühlung im Kerngeschäft rechnerisch zu überkompensieren.

Wolfe Research argumentiert zudem, dass die Aktie im Vergleich zu bestimmten SaaS- und Work-Management-Peers zwar günstiger bepreist wirkt, aber dennoch innerhalb einer Fair-Value-Spanne gehandelt werde. Das spricht dafür, dass erst eine belastbare Stabilisierung der net-new Wachstumskurve den nächsten Re-Rating-Schritt auslösen dürfte.

Bewertung: Günstiger als Peers, aber ohne klares Re-Rating-Signal

Wolfe Research ordnet monday.com grob bei etwa 1,8-fachem EV/Sales für das Kalenderjahr 2027 im Vergleich zu rund 2,5-fachen Bewertungsniveaus bei relevanten Vergleichsgruppen ein. Der angenommene Fair-Value-Korridor liegt bei 75 bis 115 US-Dollar. Bis zur Stabilisierung der Wachstumskennzahlen wird damit weniger ein Kurs-Boost erwartet, sondern eher eine Seitwärtsphase mit hoher Erwartungsabhängigkeit.

Fazit & Ausblick

Nach den jüngsten Downgrades bleibt das Anlegerfokus auf dem Zusammenspiel aus AI-Expansion und dem Tempo im Kerngeschäft. Entscheidend wird, ob sich die net-new Dynamik in den kommenden Quartalen wieder festigt und die AI-Monetarisierung stärker als bisher in die Wachstumsrechnung durchschlägt.

Für die nächste Kursbewegung sind vor allem die kommenden Quartalszahlen und die darauffolgende Prognose-Update-Runde maßgeblich: Sobald das Unternehmen eine stabilere NRR- und Upgrade-Dynamik sowie weniger Gegenwind aus dem Go-to-Market-Setup signalisiert, dürfte das Risiko weiterer Bewertungsabschläge sinken.

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