Moderna-Aktie: Rothschild Redburn stuft auf Sell ab – Kursziel steigt auf 81 Dollar
Kurzüberblick
- Rothschild Redburn stuft Moderna von Neutral auf Sell ab und erhöht das Kursziel von 40 auf 81 US-Dollar.
- Der Analyst würdigt die positiven Phase-3-Daten zum personalisierten Krebsimpfstoff Intismeran, hält die aktuelle Bewertung aber für überzogen.
- Die Moderna-Aktie notiert in Europa bei 127,78 Euro und liegt am 3. September 2026 bislang 1,31 Prozent im Minus.
- Seit Jahresbeginn hat der Kurs trotz des aktuellen Rücksetzers um 382,64 Prozent zugelegt.
Marktanalyse & Details
Abstufung trotz höherem Kursziel
Das Analysehaus Rothschild Redburn hat die Moderna-Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ herabgestuft. Gleichzeitig steigt das Kursziel deutlich von 40 auf 81 US-Dollar. Damit erkennt der Analyst zwar einen höheren fundamentalen Wert des Unternehmens an, sieht den Börsenkurs aber weiterhin deutlich über dem als angemessen eingeschätzten Niveau.
Zum Vergleich: Die Moderna-Aktie schloss zuletzt bei 150,81 US-Dollar. Das neue Kursziel liegt damit rund 46 Prozent unter diesem Schlusskurs. Der Widerspruch zwischen höherem Kursziel und negativer Einstufung zeigt, dass die Abstufung vor allem auf die stark gestiegenen Erwartungen und die Bewertung abzielt – nicht auf eine Zurücknahme der positiven Einschätzung zur Krebsimpfstoff-Pipeline.
Positive Melanom-Daten als Auslöser der Kursrally
Moderna und Merck & Co. hatten am 19. August positive Zwischenresultate der Phase-3-Studie INTerpath-001 gemeldet. Getestet wurde Intismeran autogene, eine personalisierte mRNA-Therapie, in Kombination mit Keytruda bei Patienten mit vollständig entferntem Melanom im Stadium IIB bis IV.
Nach Unternehmensangaben verbesserte die Kombination gegenüber Keytruda allein sowohl das rückfallfreie Überleben als auch das fernmetastasenfreie Überleben statistisch signifikant und klinisch relevant. Es handelt sich damit um einen wichtigen späten Entwicklungsfortschritt für eine therapeutische Krebsimpfung.
Bewertungsrisiko übertrifft derzeit den klinischen Fortschritt
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt den Erfolg bei Melanom bereits weitgehend auf andere Tumorarten überträgt, obwohl dafür bislang nur begrenzte oder keine belastbaren Wirksamkeitsdaten vorliegen. Rothschild Redburn hebt die Studienergebnisse ausdrücklich positiv hervor und erhöht deshalb auch die Prognosen. Der Analyst bezweifelt jedoch, dass die breite Anwendung über verschiedene Krebsarten hinweg im aktuellen Aktienkurs ausreichend durch Daten und Zulassungsperspektiven abgesichert ist.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die zentrale Investmentthese verschiebt sich von der Frage, ob Moderna mit Intismeran grundsätzlich einen Durchbruch erzielt hat, hin zur Frage, wie groß und schnell der kommerzielle Markt tatsächlich erschlossen werden kann. Besonders wichtig sind dabei die vollständigen Studiendaten, die regulatorische Prüfung und der Nachweis, dass der Ansatz auch bei Krebsarten mit weniger Mutationen funktioniert.
Uneinheitliches Analystenbild und weitere Wachstumstreiber
Die Abstufung steht einem deutlich optimistischeren Analystenbild gegenüber. Argus hatte Moderna zuletzt von Hold auf Buy hochgestuft und ein Kursziel von 180 US-Dollar genannt. Als Argument wurden unter anderem fünf zugelassene Produkte angeführt, darunter aktualisierte COVID-19-Impfstoffe, ein Kombinationsimpfstoff gegen Grippe und COVID-19 sowie mRNA-Impfstoffe gegen RSV und Influenza.
- Die US-Zulassung der aktualisierten COVID-19-Impfstoffe für die Saison 2026/2027 stützt das bestehende Geschäft.
- Die Onkologie-Pipeline bietet Moderna angesichts des nachlassenden COVID-19-Impfstoffgeschäfts eine strategisch wichtige Perspektive.
- Die im August platzierte Wandelanleihe über bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar stärkt die Finanzierungsmöglichkeiten, kann aber langfristig zu Verwässerungsrisiken führen.
Fazit & Ausblick
Die Sell-Abstufung ist vor allem eine Warnung vor einer möglichen Überbewertung nach der extremen Kursrally und kein Urteil gegen die positiven Melanom-Daten. Im Fokus stehen nun die vollständigen Ergebnisse von INTerpath-001, die weiteren Studien in anderen Tumorarten sowie die regulatorischen nächsten Schritte. Bis dahin bleibt Moderna ein spekulativer Biotech-Wert, bei dem große Chancen in der personalisierten Onkologie auf hohe Erwartungen und erhebliche Bewertungsrisiken treffen.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.