Michael Burry setzt stärker auf fallende Nebius-Aktie – Kurs trotz Short-Wette stabil

Michael Burry setzt stärker auf fallende Nebius-Aktie – Kurs trotz Short-Wette stabil AI Generated

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Michael Burry hat seine Short-Positionen gegen Nebius sowie weitere KI- und Halbleiterwerte ausgeweitet.
  2. Als Auslöser nennt Burry wachsende Speicherbestände und zusätzliches Angebot, das die Preise bis Ende 2027 belasten könnte.
  3. Die Nebius-Aktie notierte am 23. September 2026 bei 206,60 Euro, gewann 0,46 Prozent und liegt seit Jahresbeginn 183,01 Prozent im Plus.
  4. Nebius erhöht ab dem 1. Oktober die Preise für ausgewählte GPU-, CPU- und Speicherressourcen – ein Gegenargument zur kurzfristig pessimistischen These.

Marktanalyse & Details

Burry verschärft seine Wette gegen den KI-Infrastrukturboom

Der Investor Michael Burry hat seine Short-Positionen gegen Micron, Nebius, den Halbleiter-ETF SOXX und Palantir nach eigenen Angaben deutlich ausgebaut. Konkrete Positionsgrößen für Nebius wurden nicht genannt. Eine Short-Position profitiert von fallenden Kursen und gerät unter Druck, wenn die Aktie weiter steigt.

Burrys Argumentation konzentriert sich auf eine mögliche Trendwende im Speichermarkt. Samsung, SK Hynix und Micron hatten in der Phase des KI-Booms Produktionskapazitäten von herkömmlichem DRAM auf High-Bandwidth Memory für KI-Rechenzentren verlagert. Dadurch entstand bei konventionellen Speicherprodukten eine Angebotsknappheit. Burry erwartet nun, dass die Hersteller ihre DRAM-Produktion wieder hochfahren und zusätzliche Kapazitäten aus mehreren Regionen auf den Markt kommen.

Zusätzliche Unterstützung sieht Burry in einer Warnung des Acer-Chefs Jason Chen. Demnach bauen sich bereits Speicherbestände auf. Sollte sich das Angebot schneller normalisieren als die Nachfrage, könnten sinkende Speicherpreise den gesamten Halbleitersektor belasten. Burry sieht diesen Prozess vor allem bis Ende 2027 als relevant an.

Nebius ist kein Speicherhersteller – aber stark vom KI-Zyklus abhängig

Für Nebius ist die These nur indirekt relevant. Das Unternehmen verkauft KI-Cloud- und Recheninfrastruktur und ist damit kein unmittelbarer Anbieter von DRAM oder HBM. Ein Überangebot bei Standardspeichern würde die Erlöse von Nebius daher nicht automatisch reduzieren. Entscheidend sind vielmehr die Auslastung der Rechenzentren, die Verfügbarkeit moderner Nvidia-GPUs, die erzielbaren Preise pro Rechenleistung und die Finanzierung weiterer Kapazitäten.

Die für den 1. Oktober angekündigten Preiserhöhungen für Nvidia-H100-, H200-, B200- und B300-Instanzen sowie für bestimmte CPU- und Speicherangebote sprechen kurzfristig für eine starke Nachfrage und vorhandene Preissetzungsmacht. Sie sind allerdings kein Beweis dafür, dass diese Knappheit dauerhaft anhält. Sollte neues Angebot auf den Markt kommen oder Kunden ihre Kapazitäten selbst aufbauen, könnte der Preisdruck später zunehmen.

Aktie bleibt trotz Warnsignal stark

Die Kursreaktion fiel zunächst nicht bearish aus. Nach den vorliegenden Marktdaten lag Nebius am Morgen des 23. September bei 206,60 Euro und damit 0,46 Prozent über dem Vortag. Seit Jahresbeginn summiert sich der Anstieg auf 183,01 Prozent. Damit setzt sich die deutliche Neubewertung der Aktie trotz der Short-Offensive fort.

Auch die jüngsten Analystenstimmen zeigen eine ungewöhnlich große Bewertungsspanne: Eine Einstufung liegt bei Neutral mit einem Kursziel von 223 US-Dollar, während eine andere Analyse Nebius mit Sell und einem Kursziel von 84 US-Dollar bewertet. Die Differenz signalisiert, dass der Markt weniger über die kurzfristige Nachfrage als über die Nachhaltigkeit der Margen, die Kapitalkosten und den langfristigen Wert der Rechenkapazitäten streitet.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Burry nicht allein auf einen unmittelbaren Einbruch der Nebius-Umsätze setzt, sondern auf eine mögliche Neubewertung der gesamten KI-Infrastruktur, sobald sich Speicher- und Rechenkapazitäten normalisieren. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angekündigten Preiserhöhungen zwar den kurzfristigen operativen Rückenwind bestätigen, aber die langfristige Bewertung nicht absichern. Besonders wichtig werden deshalb die tatsächliche Auslastung, die Entwicklung der Preise pro GPU-Stunde, der freie Cashflow und der Finanzierungsbedarf für den Kapazitätsausbau.

Fazit & Ausblick

Der 1. Oktober ist der nächste operative Prüfpunkt für Nebius. Entscheidend wird sein, ob die höheren Preise tatsächlich durchgesetzt werden und sich in Umsatz- und Margenwachstum niederschlagen. Parallel sollten Anleger die Entwicklung der DRAM-Bestände, der Speicherpreise und der GPU-Kapazitäten beobachten. Bleibt die KI-Nachfrage höher als das neue Angebot, könnte Burry mit seiner Short-Position unter Druck geraten. Dreht der Zyklus jedoch schneller als erwartet, wäre die ambitionierte Bewertung von Nebius besonders anfällig.

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