Michael Burry baut Short-Position in Palantir aus: KI-Bewertung gerät unter Druck
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Das Wichtigste in Kürze
- Michael Burry hat seine Short-Positionen gegen Palantir und mehrere Halbleiterwerte weiter ausgebaut.
- Seine pessimistische Einschätzung stützt sich auf steigende Speicherchip-Kapazitäten und einen möglichen Preisrückgang ab Ende 2027.
- Palantir notierte am 23. September 2026 um 08:15 Uhr bei 161,72 Euro und lag damit 0,11 Prozent im Plus.
- Die Burry-Wette trifft Palantir vor allem über die hohe Abhängigkeit der KI-Erzählung von Investitionen in Rechenzentren.
Marktanalyse & Details
Burrys These zum KI- und Speicherzyklus
Der Investor Michael Burry hat seine bärische Positionierung gegen Palantir, Micron, Nebius und einen Halbleiter-ETF ausgeweitet. Als zentralen Auslöser nennt er die Erwartung, dass sich der derzeit knappe Speichermarkt in den kommenden Jahren drehen könnte.
Nach seiner Einschätzung haben Samsung, SK Hynix und Micron zuletzt Kapazitäten von klassischem DRAM in Richtung High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren verlagert. Dadurch sei konventioneller Speicher knapp geworden. Sobald die Hersteller ihre DRAM-Produktion wieder erhöhen und zusätzliche Kapazitäten in mehreren Regionen anlaufen, könnte das Angebot jedoch schneller wachsen als die Nachfrage. Steigende Lagerbestände und sinkende Speicherpreise wären die Folge.
Warum Palantir trotz fehlender Chipproduktion betroffen ist
Palantir produziert weder Speicherchips noch Rechenzentrums-Hardware. Der Zusammenhang entsteht über die Bewertung des gesamten KI-Komplexes: Palantir wird von Anlegern als Anbieter von Software für datenintensive Geschäfts- und Verteidigungsanwendungen gehandelt. Eine Abkühlung bei KI-Investitionen oder eine Neubewertung von KI-Aktien könnte deshalb auch die Palantir-Aktie belasten, selbst wenn die operative Nachfrage nach der Software stabil bleibt.
Die unmittelbare Kursreaktion fiel bislang verhalten aus. Der Euro-Kurs lag zuletzt bei 161,72 Euro, die Tagesperformance betrug 0,11 Prozent. Damit zeigt der Markt aktuell keine ausgeprägte Reaktion auf Burrys Ausweitung der Short-Position. Die Jahresperformance von 2,98 Prozent unterstreicht zugleich, dass der Titel im laufenden Jahr bislang nur moderat zugelegt hat.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Burrys Argumentation bei Palantir nicht als direkter fundamentaler Angriff auf das Geschäftsmodell verstanden werden sollte. Die eigentliche Wette richtet sich gegen die Dauerhaftigkeit des KI-Investitionszyklus und gegen die hohen Erwartungen, die viele KI-Aktien bereits im Kurs widerspiegeln. Bei Palantir ist daher entscheidend, ob Umsatzwachstum, Vertragsvolumen und Margen die Bewertung weiterhin rechtfertigen können.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass sie zwei Risiken getrennt betrachten sollten: Erstens kann ein Überangebot bei Speicherchips die Hardwareseite des KI-Marktes unter Druck setzen. Zweitens könnte eine sinkende Risikobereitschaft an den Märkten die Bewertungsmultiplikatoren von Softwareunternehmen reduzieren. Burrys Position ist dabei eine Einzelmeinung und kein Beleg dafür, dass Palantirs operative Entwicklung bereits kippt.
- Operative Prüfgröße: Das Wachstum kommerzieller Kunden und staatlicher Aufträge bleibt für Palantir wichtiger als die kurzfristige Entwicklung von DRAM-Preisen.
- Bewertungsrisiko: Eine schwächere KI-Investitionsdynamik könnte den Kurs auch ohne Gewinnwarnung unter Druck setzen.
- Marktsignal: Die bislang geringe Kursreaktion zeigt, dass Anleger Burrys These zumindest kurzfristig nicht geschlossen übernehmen.
Fazit & Ausblick
Palantir steht durch Burrys neue Short-Position im Blickpunkt, doch der Kern seiner These betrifft zunächst den Speicher- und Halbleiterzyklus. Die nächste Quartalsbilanz wird deshalb besonders zeigen müssen, ob Palantir sein Wachstum, seine Margen und die Nachfrage nach KI-Software unabhängig von möglichen Schwankungen bei der Hardwareversorgung fortsetzen kann.
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