Merck & Aktie: Phase-3-Daten zu Krebsimpfstoff rücken in den Fokus

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Merck und Moderna präsentieren am Samstag auf einem Onkologiekongress die vollständigen Phase-3-Daten ihres personalisierten Krebsimpfstoffs gegen Melanom.
  2. Die Unternehmen melden, dass die Studie ihre primären und sekundären Endpunkte erreicht hat; Details zur Dauer des krankheitsfreien Überlebens fehlen bislang.
  3. Im Zentrum steht, wie stark Intismeran zusammen mit Keytruda das Rückfallrisiko gegenüber Keytruda allein senkt.
  4. Die EU hat Keytruda plus Padcev zudem für bestimmte Erwachsene mit muskelinvasivem Blasenkrebs zugelassen.

Marktanalyse & Details

Entscheidende Daten zum Melanom-Impfstoff

Die vollständigen Ergebnisse der Phase-3-Studie INTerpath-001 sollen am Samstag bei einem hochrangigen medizinischen Kongress in Madrid vorgestellt werden. Merck und Moderna hatten bereits im August mitgeteilt, dass die Studie ihre primären und sekundären Endpunkte erreicht hat. Wie groß und dauerhaft der Vorteil bei der Zeit ohne Rückfall ist, blieb bislang offen.

Intismeran wird individuell anhand genetischer Merkmale des Tumors hergestellt. Nach der operativen Entfernung des Melanoms werden Mutationen ausgewählt, aus denen ein patientenspezifischer mRNA-Impfstoff entsteht. In der Studie wurde er mit Mercks Immuntherapie Keytruda kombiniert. An der Phase-3-Prüfung nahmen 1.137 Patienten teil; die vorausgegangene Phase-2b-Studie umfasste 157.

Warum die Hazard Ratio entscheidend ist

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Hazard Ratio für das rückfallfreie Überleben. Sie vergleicht das Risiko, dass die Erkrankung zurückkehrt oder ein Patient stirbt, zwischen den Behandlungsgruppen. Eine niedrigere Zahl spricht für einen stärkeren Behandlungseffekt. In der kleineren Phase-2b-Studie lag der zuletzt berichtete Wert bei 0,51. Analysten sehen Werte unter 0,60 als besonders überzeugend; ein Wert von 0,65 entspräche rechnerisch einem rund 35 Prozent geringeren Rückfallrisiko gegenüber der Vergleichsbehandlung.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass nicht allein das Erreichen der Studienendpunkte für die Bewertung zählt, sondern vor allem die Größe und Belastbarkeit des Nutzens in der größeren Patientengruppe. Ein weniger stark ausgeprägter Effekt als in Phase 2 wäre nicht automatisch ein Scheitern, könnte aber die Erwartungen an den Einsatz bei weiteren Tumorarten dämpfen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die anstehenden Daten ein wichtiger Kurstreiber für Moderna und ein zusätzlicher Faktor für Mercks Onkologie-Pipeline sein können. Ob sich das Konzept auf andere Krebsarten übertragen lässt, ist mit den Melanom-Daten jedoch noch nicht belegt.

Weitere Impulse für Mercks Onkologiegeschäft

Die Impfstoff-Kombination ist Teil einer breiteren Entwicklung rund um Keytruda. Die Europäische Kommission hat Keytruda zusammen mit Padcev als Behandlung vor und nach einer radikalen Zystektomie bei Erwachsenen mit resektablem muskelinvasivem Blasenkrebs zugelassen. Parallel laufen laut den vorliegenden Angaben weitere Studien zu Intismeran, unter anderem bei Nierenzell-, Blasen- und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Fazit & Ausblick

Die vollständigen Phase-3-Ergebnisse am Samstag sollen zeigen, wie deutlich Intismeran den Nutzen von Keytruda beim Melanom ergänzt. Für Merck ist außerdem der für den 26. Oktober angekündigte ESMO-Investorentermin ein möglicher nächster Anlass für Updates zu weiteren Onkologieprogrammen. Aussagen über den Erfolg des Impfstoffs bei anderen Tumorarten bleiben vorerst eine klinische Hoffnung und müssen durch eigene Studiendaten bestätigt werden.

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