Mensch und Maschine Aktie: Software wächst, Autodesk belastet Neunmonatsgewinn
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Mensch und Maschine steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 6,9 Prozent auf 189,34 Millionen Euro.
- Der Rohertrag sank leicht, weil das Digitalisierungsgeschäft weiterhin unter Gegenwind im Autodesk-Geschäft litt.
- Das Software-Segment legte beim Rohertrag um 8,5 Prozent und beim EBIT um 18 Prozent zu.
- Das Unternehmen hält an der Jahresprognose und am Ziel von mehr als 3,80 Euro EPS bis 2030 fest.
Marktanalyse & Details
Softwaregeschäft wächst, Digitalisierung bleibt Belastungsfaktor
Der CAD/CAM/BIM-Spezialist Mensch und Maschine erhöhte den Konzernumsatz in den ersten neun Monaten 2026 auf 189,34 Millionen Euro, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das eigene Softwaregeschäft trug 93,44 Millionen Euro bei und wuchs um 8,7 Prozent. Im Segment Digitalisierung stiegen die Erlöse um 5,3 Prozent auf 95,90 Millionen Euro.
Beim Rohertrag liefen die beiden Bereiche jedoch auseinander: MuM-Software verbesserte sich um 8,5 Prozent auf 84,10 Millionen Euro, während der Rohertrag der Digitalisierung wegen des anhaltenden Autodesk-Gegenwinds um 12,5 Prozent auf 50,89 Millionen Euro zurückging. Konzernweit lag der Rohertrag dadurch mit 134,99 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahreswert.
Ergebnis und Cashflow zeigen unterschiedliche Trends
Die niedrigeren Kosten infolge der weiteren Verschlankung der Organisation stützten das EBITDA, das um 3,3 Prozent auf 46,51 Millionen Euro zunahm. Das EBIT sank dagegen leicht um 0,7 Prozent auf 36,93 Millionen Euro; höhere Abschreibungen belasteten das Ergebnis. Im Software-Segment stieg das EBIT um 18 Prozent auf 29,09 Millionen Euro, während es in der Digitalisierung um 38 Prozent auf 7,83 Millionen Euro zurückging.
- Nettogewinn: 23,38 Millionen Euro, minus 3,7 Prozent
- Ergebnis je Aktie: 1,42 Euro nach 1,45 Euro im Vorjahr
- Operativer Cashflow: 27,72 Millionen Euro, plus 66,8 Prozent
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeichnen ein gemischtes, aber segmentseitig klar unterscheidbares Bild: Das eigene Softwaregeschäft gewinnt an Ertragskraft, während der Übergang im Autodesk-Geschäft den Konzern-Rohertrag und das Ergebnis der Digitalisierung drückt. Der kräftige operative Cashflow und niedrigere Kosten federn diesen Effekt bislang ab. Dies deutet darauf hin, dass die Jahresprognose stark davon abhängt, ob die angekündigte Abschwächung der Autodesk-Bremse im Schlussquartal tatsächlich eintritt. Für Anleger ist deshalb nicht allein das Umsatzwachstum entscheidend, sondern vor allem die Entwicklung des Segmentergebnisses und die Umsetzung der Q4-Erwartung.
Jahresprognose bleibt ambitioniert
Mensch und Maschine erwartet ein starkes Schlussquartal. Für 2026 hält das Unternehmen an einem Ergebniswachstum von 11 bis 19 Prozent und einem EPS-Korridor von 2,11 bis 2,26 Euro fest, sieht auf Basis der Neunmonatszahlen aber vor allem die untere Hälfte der Spanne als erreichbar an. Ab 2027 erwartet das Management keine weiteren Bremseffekte aus dem Autodesk-Geschäft. Das mittelfristige Ziel, das EPS bis 2030 auf mehr als 3,80 Euro zu verdoppeln, wurde bestätigt.
Die Aktie notierte am 20. Oktober um 10:06 Uhr bei 33,70 Euro und lag damit an diesem Handelstag 3,99 Prozent im Minus. Die Tagesbewegung allein belegt nicht, dass der Bericht der Auslöser war.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Prüfstein ist das Schlussquartal: Ein starkes Q4 muss die bestätigte Jahresprognose stützen und zeigen, dass der Gegenwind im Autodesk-Geschäft weiter nachlässt. Zudem steht Mensch und Maschine am 11. und 12. November 2026 bei der Münchner Kapitalmarkt Konferenz für Investorengespräche auf dem Programm. Die bestätigten 2030-Ziele bieten eine langfristige Perspektive, ändern aber nichts daran, dass kurzfristig die Ergebnisentwicklung im Digitalisierungsgeschäft im Fokus bleibt.
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