Marvell Technology: Rosenblatt bestätigt Kaufempfehlung und 300-Dollar-Kursziel
Kurzüberblick
- Rosenblatt Securities bestätigt die Kaufempfehlung für Marvell Technology und ein Kursziel von 300 US-Dollar.
- Die Analysten sehen die Kursschwäche nach den jüngsten Quartalszahlen als Kaufgelegenheit vor dem Analystentag Anfang Oktober.
- Marvell hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf rund 12 Milliarden US-Dollar und für 2028 auf etwa 18 Milliarden US-Dollar angehoben.
- Beschleunigtes Rechenzentrumswachstum und stark steigende Custom-ASIC-Umsätze tragen die langfristige Investmentthese.
Marktanalyse & Details
Kaufempfehlung trotz enttäuschter Kursreaktion
Rosenblatt Securities hält an der Kaufempfehlung für Marvell Technology sowie am Kursziel von 300 US-Dollar fest. Die Einschätzung folgt auf eine deutliche Reaktion des Marktes auf die jüngsten Quartalszahlen: Obwohl Marvell die Erwartungen übertraf und den Ausblick anhob, war die Aktie angesichts der zuvor sehr hohen Erwartungen zeitweise um rund 10 Prozent gefallen.
Die verfügbaren Marktdaten zeigen zugleich, wie stark die Aktie bereits gelaufen ist. Marvell notierte am 3. September 2026 bei 178,92 Euro und damit unverändert zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 145,6 Prozent zu Buche. Der starke Anstieg erhöht die Anforderungen an neue Prognoseanhebungen und erklärt, warum selbst solide Quartalszahlen kurzfristig nicht ausreichen müssen.
Umsatzprognosen steigen deutlich
Das Management hat seine Umsatzprognosen gegenüber den bisherigen Annahmen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 um 500 Millionen beziehungsweise 1,5 Milliarden US-Dollar angehoben. Damit liegen die Ziele nun bei rund 12 Milliarden US-Dollar für 2027 und etwa 18 Milliarden US-Dollar für 2028. Rosenblatt wertet dies als Beleg dafür, dass sich das Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft über mehrere Produktbereiche hinweg verbreitert.
- Interconnect-, Switching- und Scale-up-Connectivity-Produkte sollen stärker zum Wachstum beitragen.
- Custom-Silicon- beziehungsweise Custom-ASIC-Umsätze könnten laut Rosenblatt von 2027 bis 2029 um mehr als 100 Prozent wachsen.
- Die erweiterte Zusammenarbeit mit Google bietet zusätzliches Potenzial, insbesondere bei kundenspezifischen Chips und Speichererweiterungen.
- Höhere operative Kosten und eine mögliche Verwässerung durch Übernahmen begrenzen jedoch den entsprechenden Anstieg der Gewinnprognosen auf 3 Prozent für 2027 und 6 Prozent für 2028.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass sich die Investmentthese bei Marvell zunehmend von einem einzelnen Quartalsvergleich auf die Dauer des gesamten KI- und Rechenzentrumszyklus verlagert. Das von Rosenblatt verwendete Kursziel basiert auf dem 28-Fachen des für 2029 erwarteten Gewinns je Aktie. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Analystentag im Oktober entscheidend wird: Der Markt erwartet dort eine belastbare Brücke bis zum Geschäftsjahr 2029 sowie konkretere Aussagen zur Umsatzgröße des Custom-ASIC-Geschäfts und zur Margenentwicklung.
Rosenblatt sieht langfristig einen möglichen Anstieg der operativen Marge auf über 40 Prozent. Gleichzeitig soll die Bruttomarge nach aktueller Unternehmensplanung bis zum Geschäftsjahr 2028 zwischen 57,5 und 58,5 Prozent liegen. Die Bewertung bleibt damit besonders abhängig davon, ob Marvell das erwartete Wachstum in nachhaltige Margen und Gewinne übersetzen kann. Einzelne Änderungen bei XPU-Sockeln müssen nach Einschätzung der Analysten nicht automatisch Marktanteilsverluste bedeuten, wenn Marvell seinen Anteil an Rechenleistung, Vernetzung, Speicher und Connectivity weiter ausbaut.
Fazit & Ausblick
Der Analystentag Anfang Oktober ist der nächste zentrale Kurstreiber. Anleger werden insbesondere auf den Ausblick für 2029 und die Folgejahre, die Details zur Google-Partnerschaft, das Potenzial bei Speichererweiterungen sowie einen konkreten Margenpfad achten. Bis dahin bleibt die Marvell-Aktie trotz der bestätigten Kaufempfehlung anfällig für Gewinnmitnahmen, weil ein großer Teil der langfristigen Wachstumsstory bereits im Kurs verarbeitet sein dürfte.
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