Marvell-Aktie fällt 8 Prozent trotz Rekordquartal: Google-KI-Deal belastet

Marvell Technology Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Marvell Technology meldet für das zweite Quartal einen Umsatz von 2,739 Milliarden US-Dollar, 37 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Der Data-Center-Umsatz wächst um 46 Prozent auf 2,17 Milliarden US-Dollar und übertrifft die Markterwartungen.
  • Trotz eines angehobenen Ausblicks fällt die Aktie am Freitag zeitweise um 8 Prozent auf 222,25 US-Dollar.
  • Anleger zweifeln, wie schnell sich das Potenzial des geplanten Google-KI-Chip-Geschäfts in Umsatz verwandelt.

Marktanalyse & Details

Starkes Quartal, aber hohe Erwartungen

Marvell Technology hat im zweiten Quartal die Prognosen übertroffen. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 2,739 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Markterwartung von rund 2,719 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,94 US-Dollar nach erwarteten 0,933 US-Dollar. Nach US-GAAP erzielte Marvell einen Nettogewinn von 308 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,33 US-Dollar je Aktie.

Der wichtigste Wachstumstreiber blieb das Rechenzentrumsgeschäft. Die Erlöse legten dort um 46 Prozent auf 2,17 Milliarden US-Dollar zu. Damit übertraf Marvell auch in diesem Segment die Prognosen. Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 3,15 Milliarden US-Dollar mit einer Schwankungsbreite von 5 Prozent sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,10 US-Dollar mit einer Bandbreite von 0,05 US-Dollar in Aussicht. Beide Ziele liegen über den bisherigen Markterwartungen.

Google-Deal verschiebt den Fokus auf die Umsetzung

Dennoch geriet die Aktie unter Druck. Marvell hatte erst kürzlich eine Vereinbarung für maßgeschneiderte KI-Chips mit Google angekündigt. Das Geschäft könnte bis zum Geschäftsjahr 2033 kumulierte Erlöse von bis zu 120 Milliarden US-Dollar bringen. Zudem ist eine Beteiligung des Google-Mutterkonzerns von bis zu 12,2 Milliarden US-Dollar vorgesehen.

Der strategische Wert des Deals ist erheblich: Marvell würde seine Kundenbasis im Custom-Silicon-Geschäft verbreitern und seine Position gegenüber größeren Wettbewerbern stärken. Kurzfristig steht jedoch die Frage im Vordergrund, wann die erwarteten Umsätze tatsächlich sichtbar werden. Genau diese zeitliche Unsicherheit überschattet derzeit die besser als erwarteten Quartalszahlen.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass der Markt bei Marvell nicht mehr allein auf das aktuelle Quartal, sondern auf die Geschwindigkeit der künftigen KI-Monetarisierung blickt. Nach einer Kurssteigerung von rund 165 Prozent seit Jahresbeginn war die Messlatte für das Unternehmen außergewöhnlich hoch. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die fundamentale Nachfrage bleibt intakt, kurzfristig kann die Aktie aber besonders empfindlich auf Hinweise zur Umsatzrealisierung, zu Margen und zum Auftragstiming reagieren.

Im US-Handel fiel die Aktie zeitweise um 8 Prozent beziehungsweise 19,20 US-Dollar auf 222,25 US-Dollar. An der Lang & Schwarz Exchange notierte sie um 16:18 Uhr bei 193,06 Euro und damit 4,35 Prozent im Minus. Die abweichenden Bewegungen spiegeln unter anderem unterschiedliche Handelszeiten und Währungsumrechnungen wider.

Fazit & Ausblick

Marvell liefert operative Stärke und erhöht den Ausblick, muss die hohen Erwartungen des Marktes aber erst durch konkrete Umsätze aus dem Google-Geschäft bestätigen. Im nächsten Quartal werden daher neben dem Umsatz von rund 3,15 Milliarden US-Dollar vor allem Aussagen zum Anlauf des Custom-Silicon-Geschäfts, zur Bruttomarge und zur weiteren Entwicklung der KI-Infrastruktur-Nachfrage entscheidend sein.

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