Macy’s übertrifft Q2-Schätzungen: EPS bei 0,63 US-Dollar, Jahresausblick 2026 angehoben

Macy's Inc AI Generated

Kurzüberblick

  • Macy’s meldete für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes EPS von 0,63 US-Dollar und übertraf damit die Schätzung von 0,37 US-Dollar.
  • Der ausgewiesene Gesamtumsatz erreichte 5,06 Milliarden US-Dollar; die Nettoumsätze stiegen um 1,1 Prozent auf 4,87 Milliarden US-Dollar.
  • Die vergleichbaren Umsätze legten konzernweit um 2,7 Prozent zu, besonders stark entwickelten sich Bloomingdale’s mit 11,3 Prozent und Bluemercury mit 6,2 Prozent.
  • Macy’s hob die Prognose für Umsatz, bereinigtes EPS und vergleichbare Umsätze im Geschäftsjahr 2026 an.

Marktanalyse & Details

Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen

Macy’s hat im zweiten Quartal 2026 operativ besser abgeschnitten als erwartet. Der Gesamtumsatz wurde mit 5,06 Milliarden US-Dollar angegeben, während die Nettoumsätze 4,87 Milliarden US-Dollar erreichten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,63 US-Dollar, verglichen mit einer Markterwartung von 0,37 US-Dollar. Das GAAP-EPS betrug 0,62 US-Dollar.

Der Nettogewinn stieg von 87 Millionen auf 169 Millionen US-Dollar und hat sich damit nahezu verdoppelt. Nach Unternehmensangaben erhöhte sich das bereinigte EPS ohne den positiven Effekt der Zollrückerstattungen um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die vergleichbaren Umsätze wuchsen um 2,7 Prozent, die zukunftsbereinigte Kennzahl lag bei 2,8 Prozent.

Premium-Marken treiben das Wachstum

  • Die Kernmarke Macy’s steigerte die vergleichbaren Umsätze um 1,1 Prozent.
  • Die 200 im Rahmen von Reimagine überarbeiteten Filialen kamen auf ein Plus von 1,9 Prozent.
  • Bloomingdale’s verzeichnete mit 11,3 Prozent das zweite Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum.
  • Bluemercury legte um 6,2 Prozent zu.

Die Entwicklung zeigt eine deutliche Spreizung innerhalb des Portfolios: Während das klassische Kaufhausgeschäft nur moderat wächst, liefern die höher positionierten Marken deutlich stärkere Impulse. Dies deutet darauf hin, dass Macy’s mit der Neuausrichtung auf ausgewählte Standorte, Premiumsortimente und Beauty-Angebote erste messbare Erfolge erzielt.

Jahresprognose steigt – Margenqualität bleibt entscheidend

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Macy’s nun einen Umsatz von 21,675 bis 21,825 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 21,5 bis 21,75 Milliarden US-Dollar gelegen. Das bereinigte EPS soll 2,15 bis 2,35 US-Dollar erreichen, nach zuvor 2,00 bis 2,20 US-Dollar. Die Prognose für die vergleichbaren Umsätze wurde von 0,5 bis 1,2 Prozent auf 1,0 bis 1,5 Prozent angehoben.

Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal bei 41,5 Prozent und damit 180 Basispunkte über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg ist jedoch maßgeblich durch einen positiven Nettoeffekt aus Zollrückerstattungen geprägt. Bereinigt um diesen Effekt verbesserte sich die Marge nur um 10 Basispunkte; laufende Zoll- und Treibstoffkosten belasteten gleichzeitig mit 10 Basispunkten.

Macy’s erhielt insgesamt 116 Millionen US-Dollar an erwarteten Rückerstattungen nach dem International Emergency Economic Powers Act. Davon entfielen 98 Millionen US-Dollar auf das zweite Quartal und weitere 18 Millionen US-Dollar auf die Zeit danach. Rund 20 Millionen US-Dollar sollen in den Jahresgewinn je Aktie einfließen, während die verbleibenden 96 Millionen US-Dollar 2026 in Kundenerlebnis, die Strategie Bold New Chapter und langfristiges Wachstum investiert werden.

Analysten-Einordnung: Die angehobene Prognose und der klare EPS-Beat sprechen für eine bessere operative Entwicklung als bislang eingepreist. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass der gesamte Gewinnsprung nachhaltig ist: Ein erheblicher Teil der Margenverbesserung stammt aus Zollrückerstattungen. Entscheidend wird daher, ob Macy’s im zweiten Halbjahr auch ohne diesen Sonderbeitrag Umsatzwachstum und Margen stabilisieren kann.

Liquidität verbessert sich, Verschuldung bleibt ein Beobachtungspunkt

Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Macy’s über 1,3 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln nach 0,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Zusätzlich standen unter der besicherten Kreditlinie 2,0 Milliarden US-Dollar an verfügbarer Finanzierungskapazität bereit. Die Gesamtverschuldung belief sich auf 2,4 Milliarden US-Dollar. Wesentliche langfristige Fälligkeiten stehen nach Unternehmensangaben erst ab 2030 an.

Die Liquiditätsposition verschafft dem Konzern Spielraum für Investitionen und die operative Anpassung des Filialnetzes. Gleichzeitig stiegen die Warenbestände um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Macy’s bewertet deren Umfang und Zusammensetzung als passend für das zweite Halbjahr; Anleger werden dennoch darauf achten, ob die Bestände ohne zusätzliche Rabatte abverkauft werden können.

Die positive operative Nachricht spiegelte sich am 10. September zunächst nicht im Kurs wider: Die Macy’s-Aktie notierte um 13:12 Uhr bei 17,635 Euro und lag damit 4,57 Prozent im Tagesminus. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Rückgang von 5,61 Prozent. Die negative Marktreaktion deutet darauf hin, dass Investoren die Einmaleffekte der Zollrückerstattungen und die weiterhin verhaltene Entwicklung der Kernmarke stärker gewichten als den Quartals-Beat.

Fazit & Ausblick

Macy’s startet mit einem starken Quartal und einer höheren Jahresprognose in die zweite Jahreshälfte 2026. Der wichtigste Belastungstest folgt im weiteren Jahresverlauf: Das Unternehmen muss zeigen, dass Bloomingdale’s und Bluemercury weiter dynamisch wachsen, die Reimagine-Filialen den Konzern tragen und die Bruttomarge auch ohne Zollrückerstattungen nachhaltig verbessert werden kann.

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