Macy’s hebt Jahresprognose an, doch vorsichtiger Q3-Ausblick belastet die Aktie
Kurzüberblick
- Macy’s steigerte den Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 1,1 Prozent auf 4,87 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen.
- Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,63 US-Dollar nach erwarteten 0,37 US-Dollar.
- Das Unternehmen hob die Prognose für Umsatz, bereinigten Gewinn je Aktie und flächenbereinigte Verkäufe im Geschäftsjahr 2026 an.
- Ein vorsichtiger Ausblick auf das dritte Quartal setzte die Aktie trotz der starken Quartalszahlen unter Druck.
Marktanalyse & Details
Starkes Quartal mit deutlicher Gewinnsteigerung
Macy’s hat im zweiten Quartal 2026, das im Juli endete, bei den wichtigsten Kennzahlen besser abgeschnitten als erwartet. Der Nettoumsatz stieg um 1,1 Prozent auf 4,87 Milliarden US-Dollar und lag damit über der Analystenschätzung von 4,81 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 0,63 US-Dollar, während der Markt mit 0,37 US-Dollar gerechnet hatte.
Der ausgewiesene Quartalsgewinn erhöhte sich auf 169 Millionen US-Dollar nach 87 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 0,62 US-Dollar nach 0,31 US-Dollar ein Jahr zuvor.
Bloomingdale’s und Bluemercury bleiben Wachstumstreiber
Die flächenbereinigten Verkäufe des Konzerns legten um 2,7 Prozent zu. Dabei entwickelte sich das Geschäft deutlich unterschiedlich: Die Kernmarke Macy’s wuchs um 1,1 Prozent, Bloomingdale’s um 11,3 Prozent und Bluemercury um 6,2 Prozent. Das Luxussegment Bloomingdale’s erzielte nach Unternehmensangaben das höchste Volumen in einem zweiten Quartal seiner Geschichte.
Auch die Sortimentsstrategie zeigt Wirkung. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg im Quartal um 9 Prozent, weil Macy’s stärker auf höherpreisige Marken und Produkte setzt. Dazu zählen unter anderem Ralph Lauren, Coach, Uhren und Schmuck. Das Unternehmen berichtet zugleich von einer höheren Nachfrage einkommensstärkerer Kunden, während preissensiblere Haushalte ihr Ausgabeverhalten zurückfahren.
Jahresprognose angehoben, drittes Quartal bleibt Unsicherheitsfaktor
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Macy’s nun einen Umsatz von 21,68 bis 21,83 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 21,5 bis 21,75 Milliarden US-Dollar gelegen. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde von 2,00 bis 2,20 US-Dollar auf 2,15 bis 2,35 US-Dollar erhöht. Auch die Erwartung für die flächenbereinigten Verkäufe wurde auf ein Wachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent angehoben.
Der positive Jahresausblick wird jedoch durch die vorsichtige Prognose für das dritte Quartal relativiert. Macy’s rechnet dort mit einem bereinigten Verlust und einer verhaltenen Entwicklung der vergleichbaren Verkäufe. Diese kurzfristige Belastung erklärt, weshalb der Aktienkurs trotz der übertroffenen Quartalserwartungen nachgab. Die in Euro gehandelte Aktie notierte am 10. September 2026 gegen 16:56 Uhr bei 17,98 Euro und lag damit 2,71 Prozent im Tagesminus. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Rückgang von 3,77 Prozent.
Tariferstattungen stärken Marge und Investitionen
Die Bruttomarge stieg im zweiten Quartal auf 41,5 Prozent und damit um 180 Basispunkte. Ein wesentlicher Teil des Anstiegs entfiel auf Erstattungen im Zusammenhang mit Zöllen. Macy’s erhielt im Quartal 98 Millionen US-Dollar und nach Quartalsende weitere 18 Millionen US-Dollar, insgesamt also 116 Millionen US-Dollar.
Rund 20 Millionen US-Dollar dieser Erstattungen sollen den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr erhöhen. Die übrigen 96 Millionen US-Dollar will Macy’s in die Modernisierung des Filialnetzes und in die Turnaround-Strategie investieren. Das Unternehmen verfügt inzwischen über 200 Filialen im sogenannten „Reimagine“-Programm. Diese Standorte erwirtschaften nahezu 75 Prozent des Filialumsatzes.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Macy’s operativ Fortschritte macht, der Turnaround aber weiterhin stark von der Nachfrage im Premiumsegment und von Einmaleffekten abhängt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die angehobene Jahresprognose verbessert das mittelfristige Bild, während der erwartete Verlust im dritten Quartal die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells kurzfristig infrage stellt. Entscheidend wird sein, ob Macy’s höhere Verkaufspreise dauerhaft durchsetzen kann, ohne preissensible Kunden zu verlieren. Die starke Entwicklung von Bloomingdale’s und Bluemercury ist ein Pluspunkt, kompensiert aber noch nicht vollständig die schwächere Dynamik im Kerngeschäft.
Liquidität bietet Spielraum für den Umbau
Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Macy’s über 1,3 Milliarden US-Dollar an Zahlungsmitteln nach 0,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Zusätzlich standen 2 Milliarden US-Dollar an verfügbarer Kreditkapazität bereit. Die Gesamtverschuldung belief sich auf 2,4 Milliarden US-Dollar; wesentliche langfristige Fälligkeiten stehen erst ab 2030 an.
Die solide Liquiditätsposition erleichtert es dem Konzern, weitere Filialen umzubauen und in höherwertige Sortimente zu investieren. Gleichzeitig bleibt die Kapitaldisziplin wichtig, weil die Margenverbesserung teilweise durch Zollerstattungen und nicht ausschließlich durch strukturelle Effizienzgewinne getragen wurde.
Fazit & Ausblick
Macy’s liefert ein besseres zweites Quartal, hebt die Jahresziele an und gewinnt besonders im höherpreisigen Geschäft an Dynamik. Der vorsichtige Q3-Ausblick zeigt jedoch, dass die Erholung noch nicht stabil über alle Marken und Kundengruppen hinweg verläuft. Im weiteren Jahresverlauf kommt es darauf an, ob die Reimagine-Filialen ihre Wachstumswirkung ausbauen und Macy’s die höheren Verkaufspreise ohne deutlichen Nachfrageverlust verteidigen kann.
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