Lululemon senkt Umsatz- und EPS-Prognose 2026: Aktie fällt nach Q2 auf 8-Jahres-Tief
Kurzüberblick
- Lululemon erzielt im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,42 Mrd. US-Dollar und verfehlt damit die Markterwartung von 2,46 Mrd. US-Dollar.
- Das EPS von 2,92 US-Dollar übertrifft die Schätzung von 1,79 US-Dollar, enthält jedoch eine Zollerstattung von 0,86 US-Dollar je Aktie.
- Das Unternehmen senkt die Umsatzprognose für 2026 auf 10,35 bis 10,50 Mrd. US-Dollar und erwartet ein EPS von 9,48 bis 9,73 US-Dollar.
- Für das dritte Quartal stellt Lululemon einen Umsatzrückgang von 10 bis 11 Prozent und eine um rund 250 Basispunkte niedrigere Bruttomarge in Aussicht.
Marktanalyse & Details
Q2-Zahlen: Gewinn übertrifft Erwartungen, Umsatz bleibt zurück
Lululemon hat im zweiten Quartal 2026 beim Gewinn je Aktie positiv überrascht, beim Umsatz aber enttäuscht. Der Erlös sank im Jahresvergleich um 4 Prozent auf 2,42 Mrd. US-Dollar. Im ersten Halbjahr erreichte der Umsatz 4,89 Mrd. US-Dollar nach 4,90 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
- Das Nettoergebnis fiel um 11,2 Prozent auf 329,2 Mio. US-Dollar.
- Das Betriebsergebnis ging um 13,4 Prozent auf 453,7 Mio. US-Dollar zurück.
- Die vergleichbaren Umsätze sanken um 9 Prozent, währungsbereinigt um 10 Prozent. In den Amerikas betrug der Rückgang 12 Prozent, international 3 Prozent.
Das EPS von 2,92 US-Dollar lag deutlich über der Schätzung von 1,79 US-Dollar. Die darin enthaltene Zollerstattung von 0,86 US-Dollar je Aktie relativiert jedoch die Aussagekraft des Gewinnsprungs. Der Umsatzrückgang und die schwächeren vergleichbaren Verkäufe zeigen, dass die operative Belastung vor allem auf der Nachfrageseite liegt.
Deutlich niedrigerer Jahresausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Lululemon nun einen Umsatz von 10,35 bis 10,50 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 5 bis 7 Prozent gegenüber 2025 und liegt deutlich unter dem Marktkonsens von rund 11,03 Mrd. US-Dollar. Das erwartete verwässerte EPS wurde auf 9,48 bis 9,73 US-Dollar gesenkt; der Konsens hatte bislang bei etwa 10,84 US-Dollar gelegen.
Auch der kurzfristige Ausblick bleibt schwach: Für das dritte Quartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von 2,29 bis 2,32 Mrd. US-Dollar, was einem Rückgang von 10 bis 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das EPS soll zwischen 0,93 und 0,98 US-Dollar liegen. Lululemon spricht von einem langsamen Start in das Quartal und rechnet im zweiten Halbjahr mit einer schwächeren Entwicklung als im zweiten Quartal.
Margendruck durch Zölle, Fixkosten und Expansion
Die Bruttomarge soll im Gesamtjahr um rund 80 Basispunkte sinken. Im dritten Quartal erwartet Lululemon sogar einen Rückgang um etwa 250 Basispunkte. Zwar soll sich die Produktmarge verbessern, unter anderem durch einen positiven Effekt von 130 Basispunkten aus der Zollerstattung im zweiten Quartal und weitere Maßnahmen zur Kostenminderung. Dieser Vorteil wird jedoch durch eine geringere Fixkostendeckung sowie Investitionen in neue Standorte, Filialoptimierungen und das Vertriebsnetz aufgezehrt.
Zusätzlich rechnet Lululemon im Gesamtjahr mit einem Anstieg der Preisnachlässe um 40 Basispunkte. Der Ausblick unterstellt eine Zollbelastung von 10 bis 12,5 Prozent bis September und von 20 Prozent für den verbleibenden Jahreszeitraum.
Nordamerika bleibt Schwachstelle, Auslandsgeschäft wächst
Für das dritte Quartal erwartet Lululemon in Nordamerika einen Umsatzrückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Für die USA wird eine ähnliche Entwicklung erwartet, während Kanada noch schwächer abschneiden soll. China und die übrigen internationalen Märkte sollen dagegen um 3 bis 5 Prozent zulegen.
Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen in Nordamerika mit einem Rückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Für Festlandchina wird ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich erwartet, für die übrigen internationalen Märkte ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.
Lululemon will 2026 rund 35 neue eigene Geschäfte netto eröffnen und etwa 35 bestehende Standorte optimieren. Das soll die Verkaufsfläche insgesamt um rund 10 Prozent erhöhen. Etwa zehn neue Geschäfte entfallen auf Nordamerika, darunter sieben in Mexiko, während rund 25 Standorte in internationalen Märkten geplant sind.
Aktienreaktion und Einordnung
Die Börse reagierte zunächst deutlich negativ. Im nachbörslichen US-Handel fiel die Aktie um 19 Prozent unter die Marke von 100 US-Dollar und erreichte damit ein Achtjahrestief. In den vorliegenden Marktdaten von Lang & Schwarz lag der Kurs am 3. September 2026 um 23:00 Uhr bei 85,40 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Rückgang auf 52,74 Prozent.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt den schwachen Umsatztrend in Nordamerika und die gesenkte Jahresprognose höher gewichtet als den EPS-Überraschungseffekt im zweiten Quartal. Die Zollerstattung stützt den Quartalsgewinn, löst aber nicht das zentrale Problem der rückläufigen vergleichbaren Verkäufe. Gleichzeitig könnte die geplante Expansion bei anhaltend niedriger Nachfrage kurzfristig zusätzlichen Druck auf die Fixkostendeckung ausüben.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Erholung der Aktie wesentlich von einer Stabilisierung des Nordamerika-Geschäfts, einer Rückkehr zu positivem vergleichbarem Umsatzwachstum und einer Entlastung der Bruttomarge abhängt. Das internationale Wachstum ist ein wichtiger Gegengewicht, reicht nach der aktuellen Größenordnung aber voraussichtlich nicht aus, um die Schwäche im Kernmarkt kurzfristig vollständig auszugleichen.
Fazit & Ausblick
Lululemon liefert im zweiten Quartal zwar einen starken berichteten EPS-Wert, muss jedoch wegen sinkender Umsätze, schwacher vergleichbarer Verkäufe und wachsendem Margendruck den Ausblick für 2026 deutlich reduzieren. Der nächste entscheidende Prüfstein sind die Q3-Zahlen: Sie müssen zeigen, ob sich die Nachfrage in Nordamerika stabilisiert und ob das Unternehmen die geplante Margenverbesserung trotz Zöllen und Expansion erreichen kann.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.