Lululemon senkt Prognose: Schwache China- und Leggings-Umsätze lassen Aktie einbrechen
Kurzüberblick
- Lululemon senkte nach einem schwachen zweiten Quartal die Umsatz- und Gewinnprognose für 2026.
- Der China-Umsatz fiel um 8 Prozent statt des erwarteten Wachstums von 13 Prozent; künftig rechnet das Management dort nur noch mit einem hohen einstelligen Wachstum.
- Die Leggings-Verkäufe brachen im zweiten Quartal um rund 20 Prozent ein, während der Umsatz in Kanada um 11 Prozent zurückging.
- Die Aktie verlor im US-Handel zeitweise 17,9 Prozent; die Schwäche setzte auch Adidas und Puma unter Druck.
Marktanalyse & Details
Schwaches Quartal zwingt Lululemon zum Rückzug
Lululemon hat die Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr deutlich zurückgenommen. Die Umsatzprognose liegt nun bei 10,35 bis 10,50 Milliarden US-Dollar, zugleich wurde auch der Gewinnausblick gesenkt. Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen die schwache Nachfrage nach Kernprodukten, verhaltene Reaktionen auf Produktneuheiten sowie einen höheren Bedarf an Marketing und saisonalen Preisnachlässen.
Besonders problematisch ist die Entwicklung bei Leggings, dem zentralen Produkt der Marke. Die Verkäufe sanken im zweiten Quartal um etwa 20 Prozent. Auch Kanada, der Heimatmarkt des Sportartikelhändlers, entwickelte sich schwach: Der Umsatz ging dort um 11 Prozent zurück, nachdem eine geringere Kundenfrequenz die nordamerikanischen Filialen belastet hatte.
China wird zum entscheidenden Belastungstest
Der stärkste Warnhinweis für die Wachstumsstory kommt aus China. Statt eines erwarteten Umsatzplus von 13 Prozent meldete Lululemon einen Rückgang von 8 Prozent. Für die weitere Entwicklung stellt das Management in China nur noch ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Die Markterwartungen lagen zuletzt bei ungefähr 19 Prozent.
Damit verschiebt sich der Fokus von der internationalen Expansion auf die Frage, ob Lululemon in einem wichtigen Wachstumsmarkt überhaupt noch ausreichend Nachfrage erzeugen kann. Die geplanten höheren Marketingausgaben könnten zwar kurzfristig die Sichtbarkeit verbessern, erhöhen aber zugleich den Druck auf die Profitabilität, wenn die zusätzlichen Verkäufe ausbleiben.
Aktie und Analystenreaktionen
Im US-Handel fiel die Lululemon-Aktie zeitweise um 17,9 Prozent auf 99,92 US-Dollar. An der Lang & Schwarz Exchange wurde der Titel am 4. September 2026 um 22:59 Uhr mit 86,30 Euro bewertet; seit Jahresbeginn ergibt sich dort eine Performance von minus 52,25 Prozent. Die unterschiedliche Tagesanzeige erklärt sich durch die abweichenden Handelsplätze und Zeitpunkte.
Mehrere Analystenhäuser senkten ihre Kursziele nach dem Ausblick. Die Anpassungen reichten von 115 auf 105 US-Dollar, von 93 auf 83 US-Dollar, von 145 auf 115 US-Dollar sowie von 105 auf 95 US-Dollar. Die Einstufungen reichen von Halten und gleichgewichten bis zu Untergewichten.
Analysten-Einordnung: Die jüngsten Kommentare deuten darauf hin, dass der Markt nicht nur mit einem vorübergehenden Absatzproblem rechnet. Im Zentrum stehen eine nachlassende Nachfrage, zunehmende Preisnachlässe, eine ungünstigere Fixkostenverteilung bei geringerem Umsatz und der Wegfall früherer Zollentlastungen im Vorjahresvergleich. Ein negatives Szenario sieht für 2027 ein Ergebnis je Aktie von nur etwa 6 US-Dollar vor – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die niedrige Bewertung allein derzeit kein ausreichendes Kaufsignal darstellt. Entscheidend ist, ob Lululemon die Nachfrage nach Leggings stabilisieren, die Rabattintensität zurückführen und in China wieder näher an die früheren Wachstumsziele herankommen kann. Die Kursreaktionen bei Adidas und Puma sind zunächst vor allem ein Branchensignal: Sie zeigen, dass Investoren die Konsum- und Sportbekleidungsnachfrage vorsichtiger bewerten. Eine direkte Übertragung der Lululemon-Probleme auf beide Wettbewerber wäre wegen unterschiedlicher Marken-, Produkt- und Regionalmixe jedoch zu kurz gegriffen.
Fazit & Ausblick
Lululemon steht vor einer Bewährungsprobe, die über ein einzelnes schwaches Quartal hinausgeht. Im nächsten Quartalsbericht werden vor allem die Entwicklung in China, die Nachfrage nach Leggings, die Bruttomarge und der Umfang der Preisnachlässe entscheidend sein. Zudem müssen Anleger auf konkrete Aussagen des neuen Managements zur künftigen Strategie achten, die voraussichtlich erst im kommenden Jahr mehr Klarheit bringen. Bis dahin bleibt die Aktie trotz des starken Kursrückgangs mit erhöhtem Ergebnis- und Ausführungsrisiko belastet.
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