Lululemon senkt Prognose erneut: China-Schwäche lässt Aktie einbrechen
Kurzüberblick
- Lululemon senkt nach schwachen Quartalszahlen die Umsatz- und Gewinnprognose für das Geschäftsjahr erneut.
- Der Umsatz in China fiel im zweiten Quartal um 8 Prozent statt wie erwartet um 13 Prozent zu wachsen.
- Die Leggings-Verkäufe gingen um rund 20 Prozent zurück, während auch Kanada einen Umsatzrückgang von 11 Prozent verzeichnete.
- Die Aktie verlor im US-Handel zeitweise 17,9 Prozent und setzte Adidas sowie Puma unter Druck.
Marktanalyse & Details
Schwache Nachfrage belastet Prognose
Lululemon erwartet im laufenden Geschäftsjahr, das Anfang 2027 endet, nun einen Umsatz zwischen 10,35 und 10,50 Milliarden US-Dollar. Damit reduziert der Sportartikelhersteller seine Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge. Auch der Ausblick für den Gewinn je Aktie wurde gesenkt, nachdem die vergleichbaren Umsätze erstmals seit der Pandemie wieder rückläufig waren.
Besonders problematisch ist die Entwicklung bei den Kernprodukten. Die Verkäufe von Leggings sanken im zweiten Quartal um rund 20 Prozent. Gleichzeitig blieben Reaktionen auf Produktneuheiten verhalten. Das Management kündigte deshalb verstärkte Marketingmaßnahmen und mehr saisonale Preisnachlässe an. Beides kann kurzfristig den Absatz stützen, erhöht aber den Druck auf die Marge.
China wird zum zentralen Belastungsfaktor
In China fiel der Umsatz um 8 Prozent, obwohl der Markt ein Wachstum von 13 Prozent erwartet hatte. Für die weitere Entwicklung stellt das Management dort nur noch ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Die Markterwartungen liegen dagegen bei rund 19 Prozent. Auch im Heimatmarkt Kanada verschärfte sich die Lage: Der Umsatz ging im zweiten Quartal um 11 Prozent zurück, begleitet von einer rückläufigen Kundenfrequenz in den nordamerikanischen Filialen.
Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf zwar die Erwartungen, dieser positive Effekt wurde jedoch maßgeblich durch Rückerstattungen im Zusammenhang mit Zöllen gestützt. Damit steht dem Ergebnisplus eine deutlich schwächere operative Nachfrage gegenüber. Zudem dürfte der Wegfall dieses Sonderfaktors im kommenden Jahr den Vergleich zusätzlich erschweren.
Aktie und Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die Lululemon-Aktie fiel im US-Handel zeitweise um 17,9 Prozent beziehungsweise 21,85 US-Dollar auf 99,92 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit rund acht Jahren. Die Schwäche strahlte im Tagesverlauf auch auf andere Sportartikelhersteller wie Adidas und Puma aus.
- Jefferies senkte das Kursziel von 115 auf 105 US-Dollar und bestätigte die Einstufung Hold.
- Morgan Stanley reduzierte das Kursziel von 93 auf 83 US-Dollar und blieb bei Underweight.
- Bernstein nahm das Kursziel von 145 auf 115 US-Dollar zurück und bestätigte Market-Perform.
- Wells Fargo senkte das Kursziel von 105 auf 95 US-Dollar bei einer Equal-Weight-Einstufung.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Probleme nicht mehr nur als kurzfristige Wachstumsdelle bewertet. Der Rückgang bei den Kernprodukten, die schwache Entwicklung in China, höhere Preisnachlässe und eine mögliche Fixkostenentlastung sprechen für anhaltenden Ergebnisdruck. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Amtsantritt der neuen Vorstandschefin Heidi O’Neill zwar einen strategischen Wendepunkt markieren kann, kurzfristig aber zunächst weitere Belege für eine Stabilisierung von Nachfrage und Margen nötig sind.
Fazit & Ausblick
Der entscheidende Test für Lululemon liegt nun in der operativen Trendwende bei Leggings und im China-Geschäft. Heidi O’Neill übernimmt bereits in der kommenden Woche die Führung. Anleger werden insbesondere darauf achten, ob das neue Management konkrete Maßnahmen zur Produktbelebung, zur Begrenzung von Preisnachlässen und zur Wiederherstellung des Wachstums vorlegt. Bis dahin bleibt das Chance-Risiko-Profil der Aktie trotz des starken Kursrückgangs angespannt.
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