Lululemon-Aktie stürzt nach dritter Prognosesenkung ab: Analysten senken Kursziele
Kurzüberblick
- Lululemon senkt die Umsatz- und Gewinnprognose für 2026 zum dritten Mal auf 10,35 bis 10,50 Milliarden US-Dollar Umsatz und 9,48 bis 9,73 US-Dollar je Aktie.
- Die Aktie verlor nachbörslich zeitweise rund 18 Prozent und fiel unter 100 US-Dollar; der Europa-Kurs lag am 4. September 2026 bei 85,30 Euro.
- Für Nordamerika erwartet Lululemon einen Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, während China und die übrigen internationalen Märkte weiter wachsen sollen.
- Jefferies, Morgan Stanley und Bernstein senkten ihre Kursziele auf 105, 83 beziehungsweise 115 US-Dollar.
Marktanalyse & Details
Erneute Prognosesenkung belastet die Aktie
Lululemon hat den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 erneut gekappt. Der Sportbekleidungshersteller erwartet nun einen Umsatz zwischen 10,35 und 10,50 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 5 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 9,48 bis 9,73 US-Dollar erreichen.
Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 0,93 bis 0,98 US-Dollar in Aussicht. Die Anpassung markiert nach den vorliegenden Angaben bereits die dritte Senkung der Jahresprognose. Im nachbörslichen Handel brach die Aktie zeitweise um rund 18 Prozent ein und rutschte erstmals seit Jahren unter die Marke von 100 US-Dollar.
Nordamerika wird zum zentralen Problem
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche im Heimatmarkt. Im zweiten Quartal sank der Umsatz in Kanada um 11 Prozent. Für Nordamerika insgesamt sowie für die USA rechnet Lululemon im Gesamtjahr mit einem Rückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Das deutet auf nachlassende Kundenfrequenzen und eine schwächere Nachfrage nach Kernprodukten hin.
International bleibt das Bild robuster: Für Festlandchina wird ein Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet, für die übrigen internationalen Märkte ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Lululemon plant zudem rund 35 neue eigene Filialen und etwa 35 Optimierungen bestehender Standorte. Dadurch soll die Verkaufsfläche um ungefähr 10 Prozent steigen.
Margen geraten durch Kosten und Zölle unter Druck
Die Bruttomarge soll 2026 um etwa 80 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr sinken. Positive Effekte aus einer Zollrückerstattung und weiteren Gegenmaßnahmen reichen nach Unternehmensangaben nicht aus, um die Belastungen durch den Fixkostenhebel, neue Filialen, Standortoptimierungen und das Vertriebsnetz auszugleichen.
- Die Produktmarge soll durch die Zollrückerstattung um 130 Basispunkte profitieren.
- Für das Gesamtjahr wird ein Anstieg der Preisnachlässe um 40 Basispunkte erwartet.
- Die Prognose kalkuliert bis September mit Zollbelastungen von 10 bis 12,5 Prozent und danach mit 20 Prozent.
Analysten senken Kursziele
Mehrere Häuser reagierten mit deutlichen Anpassungen. Jefferies reduzierte das Kursziel von 115 auf 105 US-Dollar und bestätigte die Einstufung Hold. Morgan Stanley senkte das Ziel von 93 auf 83 US-Dollar und blieb bei Underweight. Bernstein nahm das Kursziel von 145 auf 115 US-Dollar zurück und bestätigte Market-Perform.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die Probleme bei Lululemon nicht mehr als kurzfristige Delle einstuft. Die Kombination aus schwacher Nachfrage in Nordamerika, steigenden Preisnachlässen und sinkenden Margen belastet sowohl das Wachstum als auch die operative Hebelwirkung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass eine günstige Bewertung allein derzeit kein ausreichender Erholungstreiber ist. Entscheidend wird sein, ob neue Produkte die Nachfrage wieder beleben und ob das internationale Wachstum die Schwäche in Nordamerika tatsächlich kompensieren kann.
Fazit & Ausblick
Lululemon steht vor einer Bewährungsprobe: Der aktuelle Kurs lag am 4. September 2026 bei 85,30 Euro, die Aktie verlor seit Jahresbeginn 52,8 Prozent. Im Fokus stehen nun die Entwicklung der nordamerikanischen Umsätze, die Bruttomarge und die Nachfrage nach Produktneuheiten. Eine nachhaltige Stabilisierung dürfte erst glaubhaft werden, wenn das Unternehmen den Ausblick nicht erneut senken muss und die Umsatzdynamik in den USA wieder anzieht.
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