Lowe's senkt Prognose für vergleichbare Verkäufe: Aktie fällt nach Q2, Total-Home bleibt im Fokus

Lowes Companies Inc. AI Generated

Kurzüberblick

Lowe's hat am 19. August 2026 nach dem zweiten Quartal die Erwartungen für das laufende Jahr verschärft: Für das Geschäft mit vergleichbaren Verkäufen erwartet der US-Baumarkthändler künftig keinen Zuwachs mehr. Die Aktie geriet dadurch unter Druck; zur genannten Handelszeit notierte Lowe's bei 180,25 Euro und verlor am Tag 3,48 Prozent, während das Minus seit Jahresbeginn 12,78 Prozent beträgt.

Ursache ist weniger ein Einbruch bei den Profikunden als vielmehr die Zurückhaltung bei teureren Renovierungsprojekten. Während die Pros laut Management eine stabile Auftragslage melden, bleiben Konsumenten vorsichtig – vor allem bei größeren Umbauten. Lowe's will derweil mit der Total-Home-Strategie, Online- und Service-Angeboten sowie konsequenter Ausgabensteuerung wieder mehr Dynamik in die Gewinnentwicklung bringen.

Marktanalyse & Details

Q2-Zahlen: Gewinn liefert, Umsatz und Nachfrage bleiben zweigeteilt

  • Adjusted EPS: 4,40 US-Dollar im zweiten Quartal, damit über der Analystenerwartung von 4,22 US-Dollar.
  • Umsatz: 25,96 Milliarden US-Dollar, leicht unter der durchschnittlichen Erwartung von 26,11 Milliarden US-Dollar.
  • Comparable Sales: plus 0,2 Prozent – getrieben durch Pro sowie Home-Services und teilweise durch Online-Wachstum.
  • Online-Wachstum: 15,7 Prozent im Quartal.

Damit stützt Lowe's weiterhin die operative Story: Es gelingt, Kundenströme in digitale Kanäle und in den Service- bzw. Profibereich zu lenken. Gleichzeitig bleibt der Kernkonflikt bestehen: Konsumenten kaufen eher nach Bedarf und Umfang, aber verschieben kostenintensive Großprojekte.

Guidance: Vergleichbare Verkäufe ohne Wachstum, EPS-Prognose nur am unteren Rand

Für das Gesamtjahr 2026 hat Lowe's die Prognose auf ein konservativeres Bild ausgerichtet:

  • Vergleichbare Verkäufe: nun flat, also ohne Wachstum.
  • Adjustiertes EPS (FY2026): 12,25 US-Dollar – die Guidance wurde auf den unteren Rand des bisherigen Korridors eingeengt.
  • Umsatz (FY2026): rund 92 Milliarden US-Dollar.
  • Kapitalausgaben: Sicht bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar.

Für Anleger ist dabei entscheidend: Die Gewinnkennzahl steht zwar noch unter einem kontrollierten Rahmen, doch die Wachstumsannahmen für den operativen Kern werden bewusst gebremst. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt in den nächsten Quartalen stärker auf Umsatzqualität und Margenpfad statt nur auf Ergebnisglättung schaut.

Warum die Nachfrage schwächelt: Hypothekenzinsen, Immobilienumsatz und Projektgröße

Das Management führt die gedämpfte Entwicklung vor allem auf ein Umfeld mit höheren Finanzierungskosten und einer zähen Bewegung im Wohnungsmarkt zurück. Besonders betroffen sind größere Renovierungen wie Küchen-, Bad- und Bodenprojekte, weil die Nachfrage hier stärker vom Zeitpunkt des Immobilienwechsels und von der Zahlungsbereitschaft abhängt.

Gleichzeitig betont Lowe's, dass ein stabileres Geschäft im Profisegment die Basis stützt – allerdings zunehmend über kleinere Aufträge und Services statt über große, diskretionäre Umbauten.

Analysten-Einordnung

Dass Lowe's trotz eines EPS-Überraschens die Erwartung für vergleichbare Verkäufe auf Nullwachstum reduziert, deutet darauf hin, dass die operative Stärke derzeit weniger durch steigende Projektvolumina als durch bessere Ausführung in bestehenden Kanälen (Pro, Online, Home Services) entsteht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Aktie kann zwar von Kosten- und Investitionsdisziplin profitieren, das Kurspotenzial hängt jedoch stärker von einer realen Erholung der Renovierungsbereitschaft ab – insbesondere bei größeren Umbauten, die am stärksten vom Zins- und Immobilienzyklus getrieben werden.

Der Vergleich mit der Branchenkonkurrenz verschärft die Aufmerksamkeit: Wenn ein Rivale die Erwartungen besser trifft, wächst der Druck, dass Lowe's Fortschritte in der Total-Home-Umsetzung nicht nur in der Execution, sondern auch in der Umsatzskalierung sichtbar macht.

Stichwort Total Home: Same-day Fulfillment und Services als Wachstumstreiber

Im Gespräch mit dem Markt verwies Lowe's zudem auf eine stabile Entwicklung bei der Same-day-Fulfillment-Option. In Kombination mit der Online- und Service-Strategie soll das Unternehmen zusätzliche Kaufanlässe schaffen und Kunden auch in einem vorsichtigeren Konsumumfeld an sich binden.

Risikofaktoren für die nächsten Quartale

  • Fortgesetzte Zurückhaltung bei diskretionären Renovierungen, insbesondere im Bereich großer Umbauten.
  • Makrofaktoren wie Hypothekenzinsen und die Dynamik bestehender Immobilientransaktionen.
  • Wettbewerbsdruck in einem Markt, in dem Preis- und Promotionsaktivität Ergebnis und Marge beeinflussen kann.

Fazit & Ausblick

Lowe's liefert im zweiten Quartal ein starkes Gewinnsignal, bremst aber bei den vergleichbaren Verkäufen die Erwartungen für 2026. Für den Markt rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob Total Home und die Stärken im Pro- und Servicebereich den fehlenden Rückenwind aus dem DIY-Großprojektgeschäft kompensieren können.

In den kommenden Berichten dürfte besonders relevant sein, wie sich die Mischung aus Pro-Aufträgen, Online-Nachfrage und dem Volumen teurer Renovierungsprojekte entwickelt. Parallel bleibt die Zins- und Immobilienlage ein zentraler Impulsgeber für die kurzfristige Markterwartung.

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