Lockheed Martin baut Quanten-Partnerschaft aus und erhält US-Aufträge über 1 Mrd. US-Dollar
Kurzüberblick
- IBM und Lockheed Martin gründen am 10. September 2026 mit armasuisse einen Quanteninnovations-Hub an der ETH Zürich.
- Im Schweizer Nationalen Supercomputing-Zentrum in Lugano soll erstmals in der Schweiz ein IBM Quantum System Two betrieben werden.
- US-Aufträge über 825,98 Mio. und 257,28 Mio. US-Dollar erweitern bestehende Programme für Langstreckenflugkörper und MK-48-Torpedos.
- UBS stuft Lockheed Martin auf Buy hoch und erhöht das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar.
Marktanalyse & Details
Mehrjährige US-Aufträge stärken die Visibilität
Lockheed Martin erhält eine Aufstockung im Umfang von 825,98 Mio. US-Dollar für die Large-Lot-Beschaffung des Joint Air-to-Surface Standoff Missile und des Long Range Anti-Ship Missile. Der kumulierte Nennwert dieses Vertrags steigt damit von 9,65 auf 10,48 Mrd. US-Dollar. Die Arbeiten in Orlando sollen bis zum 31. Juli 2030 abgeschlossen werden.
Eine weitere Vertragsmodifikation der US Navy über 257,28 Mio. US-Dollar betrifft Produktion, Ersatzteile, technische Unterstützung und Reparaturen für die MK-48-Schwergewichtstorpedos im MOD-7-Programm. Der Auftrag umfasst Beschaffungen für die US Navy, die Royal Australian Navy und das Foreign-Military-Sales-Programm. Die Fertigstellung ist bis September 2029 vorgesehen.
Beide Meldungen sind Aufstockungen bereits bestehender Programme und daher nicht mit zwei vollständig neuen Verträgen gleichzusetzen. Sie erhöhen jedoch die mittelfristige Auslastungs- und Umsatzvisibilität in wichtigen Bereichen des Geschäfts mit Lenkflugkörpern und Munition.
Quanten-Hub verbindet Forschung und Verteidigungstechnologie
IBM und Lockheed Martin bauen ihre strategische Zusammenarbeit mit einem Quanteninnovations-Hub an der ETH Zürich aus. Grundlage ist ein Offset-Abkommen mit armasuisse, dem Bundesamt für Rüstungsbeschaffung der Schweiz. IBM will im Schweizer Nationalen Supercomputing-Zentrum in Lugano ein IBM Quantum System Two mit dem Prozessor IBM Quantum Nighthawk betreiben.
Die ETH Zürich soll Schweizer Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen mit Fachwissen, Ressourcen und Zugang zum Quantencomputer unterstützen. Im Mittelpunkt stehen neue Algorithmen, technologische Durchbrüche und industrielle Anwendungsfälle. Lockheed Martin steuert dabei insbesondere Kompetenzen in Quantensensorik und additiver Fertigung bei, während IBM seine Expertise in Quantencomputing und künstlicher Intelligenz einbringt.
Für Lockheed Martin ist der Hub kurzfristig kein unmittelbar quantifizierbarer Umsatztreiber. Strategisch kann die Initiative jedoch dazu beitragen, Technologien für Navigation, Sensorik, Fertigung und Verteidigungssysteme früher zur Marktreife zu bringen.
Aktie bleibt im Tageshandel zunächst ruhig
Die Lockheed-Martin-Aktie notierte am 10. September 2026 um 11:33 Uhr bei 452,90 Euro. Damit lag sie 0,44 Prozent über dem Vortag und 9,22 Prozent über dem Jahresanfang. Die zunächst moderate Kursbewegung deutet darauf hin, dass der Markt die Vertragsmeldungen und die Quanteninitiative nicht als unmittelbaren Gewinnsprung bewertet.
Analysten-Einordnung: UBS hatte Lockheed Martin am 8. September von Neutral auf Buy hochgestuft und das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar angehoben. Die Bank erwartet bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von 9 Prozent, getragen von Raketen und Munition, der F-35-Wartung sowie den Programmen CH-53K und Trident. Zusätzlich sieht UBS für 2028 ein zweistelliges Aufwärtspotenzial beim Gewinn je Aktie gegenüber dem Konsens.
Dies deutet darauf hin, dass UBS nicht nur mit zusätzlichen Aufträgen, sondern auch mit einer schneller und nachhaltiger steigenden Produktion rechnet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine bessere Visibilität der künftigen Auslastung, allerdings verteilen sich die Umsatzeffekte der neuen Vertragsmittel über mehrere Jahre. Risiken bleiben die Umsetzung der Produktionssteigerungen, mögliche Verzögerungen bei Haushaltsmitteln und die Fähigkeit der Lieferkette, die hohe Nachfrage zu bedienen.
Fazit & Ausblick
Lockheed Martin kombiniert kurzfristig relevante Auftragszuflüsse mit einer langfristig angelegten Technologiepartnerschaft. Im Fokus stehen nun die Umsetzung der JASSM- und LRASM-Produktion, die Auslieferungen für das MK-48-Programm sowie der Nachweis, dass sich die erwartete Nachfrage nach Raketen und Munition in höhere Margen und Gewinne übersetzt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, wie stark sich die Auftragsdynamik bereits im operativen Geschäft niederschlägt.
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