Lockheed-Martin-Aktie steigt: UBS stuft auf Buy hoch und hebt Kursziel auf 674 Dollar
Kurzüberblick
- UBS stuft Lockheed Martin von Neutral auf Buy hoch und erhöht das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar.
- Die Aktie notiert am 8. September 2026 bei 462,60 Euro und liegt 2,8 Prozent im Tagesplus.
- UBS erwartet bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von 9 Prozent, vor allem durch Raketen und Munition.
- Lockheed Martin vergab an L3Harris einen Auftrag über 4,7 Milliarden US-Dollar für PAC-3-MSE-Antriebssysteme.
Marktanalyse & Details
UBS sieht deutliches Aufwärtspotenzial
Die Investmentbank UBS hat ihre Einschätzung für Lockheed Martin von „Neutral“ auf „Buy“ angehoben. Gleichzeitig stieg das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar. Ausgehend vom zuletzt genannten US-Schlusskurs von 525,28 US-Dollar entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 26 Prozent.
Die positive Einschätzung stützt sich auf eine beschleunigte Nachfrage nach Raketen und Munition. UBS rechnet bis 2028 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 9 Prozent und sieht zudem ein zweistelliges Aufwärtspotenzial beim Gewinn je Aktie gegenüber den Konsensschätzungen für 2028.
Rüstungsnachfrage stärkt das Raketen-Geschäft
Mehrere Entwicklungen unterstreichen den strategischen Fokus auf Flugabwehr und Präzisionswaffen. Lockheed Martin beauftragte L3Harris mit der Lieferung von Antriebssystemen für PAC-3-MSE-Abfangraketen. Der Auftrag hat über eine Laufzeit von sieben Jahren ein Volumen von 4,7 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die internationale Nachfrage: Schweden plant den Kauf eines Lockheed-Martin-Raketensystems im Wert von 729 Millionen US-Dollar. Zudem genehmigte die Europäische Union die Nutzung von 3,2 Milliarden Euro an Finanzhilfen für den Kauf amerikanischer Patriot-Flugabwehrraketen für die Ukraine. Die Mittel werden über das bestehende EU-Unterstützungsdarlehen bereitgestellt.
Bewertung und Budgetrisiken
Nach Einschätzung von UBS wird Lockheed Martin derzeit mit einem Abschlag von 15 Prozent zum S&P 500 bewertet. Die Bank hält Sorgen über den US-Verteidigungshaushalt für übertrieben. Als weiteren positiven Faktor nennt sie Nachzahlungen und Mittelabflüsse im US-Verteidigungsbudget: Im Juli seien die Ausgaben um 17 Prozent gestiegen, während für das Geschäftsjahr noch ein erheblicher Teil der vorgesehenen Mittel ausstehe.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt die strukturelle Veränderung bei den weltweiten Lagerbeständen und die daraus entstehenden mehrjährigen Produktionsprogramme möglicherweise noch nicht vollständig einpreist. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung allerdings nicht automatisch einen kurzfristig sicheren Kursanstieg: Entscheidend wird sein, ob Lockheed Martin die Produktion schneller hochfahren kann, ohne dass Lieferketten, Kosten oder die operative Marge unter Druck geraten. Die erhöhte internationale Nachfrage verbessert zwar die Visibilität, doch politische Budgetentscheidungen bleiben ein wesentlicher Risikofaktor.
Fazit & Ausblick
Die Hochstufung bündelt mehrere positive Signale: steigende Nachfrage nach Raketen und Munition, internationale Beschaffung sowie eine aus Sicht von UBS zu niedrige Bewertung. Der Kursanstieg von 2,8 Prozent auf 462,60 Euro zeigt, dass der Markt die neue Einschätzung zunächst aufnimmt. Im weiteren Verlauf sollten Anleger vor allem auf neue Auftragsmeldungen, den Produktionshochlauf bei PAC-3 MSE und die Entwicklung der US-Verteidigungsausgaben achten. Ein konkreter Termin für die nächsten Quartalszahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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