Li Auto liefert 33.350 Fahrzeuge im Mai und startet neuen L9-Zyklus: Tech-Event im Juni & L8 im Blick
Kurzüberblick
Li Auto hat für Mai 2026 33.350 ausgelieferte Fahrzeuge gemeldet. Damit kletterte die kumulierte Gesamtzahl seit Start der Auslieferungen auf 1.702.792 Einheiten (Stand: 31. Mai 2026). Die Meldung kommt kurz vor dem Produkt- und Event-Fahrplan: Ein dediziertes Technologie-Launch-Event steht für Juni an, bevor Ende Juni der all-new Li L8 vorgestellt bzw. auf den Markt gebracht werden soll.
Im laufenden Jahr hat der Konzern die Absatzbasis zudem über mehrere Modelllinien stabilisiert: Seit März liegen die monatlichen Auslieferungen des Li i6 (BEV) jeweils über 20.000 Einheiten. Gleichzeitig markiert der Start des all-new Li L9 im Mai den Beginn eines neuen Produktzyklus für die Li-L-Reihe.
Marktanalyse & Details
Lieferzahlen und Produktdynamik
Der Mai bestätigt eine Erholung der Absatzkurve: Nach dem Bericht kehrte Li Auto seit 1Q26 in einen Wachstumspfad zurück und konnte sich damit erneut an die Spitze unter den chinesischen NEV-Anbietern mit einem Preisniveau von über RMB 200.000 setzen.
- Mai-Volumen: 33.350 Fahrzeuge
- Kumuliert: 1.702.792 Fahrzeuge (Stand 31.05.)
- i6 BEV: seit März monatlich > 20.000 Einheiten
- all-new Li L9: Start der Auslieferungen im Mai; in zwei Wochen > 10.000 Bestellungen
Analysten-Einordnung: Dass der neue Li L9 innerhalb kurzer Zeit mehr als 10.000 Orders generieren konnte, deutet darauf hin, dass das Update-Tempo im Premiumsegment die Nachfrage stützt. Für Anleger bedeutet das: Der Absatzhebel ist zwar vorhanden, die Bewertungsfrage hängt jedoch davon ab, ob Li Auto die Mischung aus i6 und den höher positionierten Modellen (L9/L8) auch in bessere Margen übersetzen kann.
Rating-Impulse: Neutralisierung statt Euphorie
Parallel zu den Liefervorhaben schiebt die Analystenlandschaft die Story in Richtung Stabilisierung: Macquarie stufte Li Auto (für den HK-Listingkontext) von Underperform auf Neutral hoch. Das Kursziel wurde zugleich leicht reduziert: HK$57 (zuvor HK$59). In der Argumentation spielt neben der operativen Entwicklung vor allem die Kapital- und Cash-Position eine Rolle.
- Macquarie: Upgrade auf Neutral, Kursziel HK$57 (von HK$59)
- Liquidität/Buyback als Stabilitätsanker: hohe Cash-Basis (RMB 94 Mrd.) und ein laufendes US$1 Mrd.-Aktienrückkaufprogramm
- Ergebnisdruck: kurzfristig weiterhin Margen- und Mix-Herausforderungen
Auch CICC zog nach: Das Kursziel wurde auf HKD80 gekürzt, während die 1Q26-Ergebnisse als weitgehend im Rahmen der Erwartungen beschrieben wurden. Das zentrale Motiv bleibt damit gleich: Operative Fortschritte ja – aber die Profitabilität muss sich erst sichtbar entlasten.
Profitabilität und nächste Entscheidungsmarke
Die Messlatte für 2Q26 liegt weniger in der reinen Liefermenge als in der Ergebnisqualität. Für 1Q26 wurde u.a. berichtet:
- Umsatz: RMB 22,98 Mrd. (gegenüber Vorjahr/Quartal rückläufig)
- Non-GAAP-Verlust: (RMB 2,12 Mrd.)
- Gewinn je Aktie (Schätzung FY26E): (-0,32) RMB (netto, nach Analystenannahmen)
Gleichzeitig liefert das Management ein klares “Graduation”-Narrativ: Mit dem Wiederanstieg der Auslieferungen sollen Skaleneffekte greifen, während das Produktportfolio schrittweise in Richtung Modelle kippt, die einen besseren durchschnittlichen Verkaufspreis bzw. Mix ermöglichen. Macquarie erwartet dabei, dass 1Q26 das Tief der kurzfristigen Fundamentaldaten gewesen sein könnte.
Marktkontext: Aktie unter Druck, aber mit Unterstützung durch Cash
Zur Einordnung: Die Li-Auto-Aktie notiert im EUR-Kontext bei 12,75 € (Stand 01.06.2026, 12:14 Uhr) und liegt YTD bei -10,84 %. Vor diesem Hintergrund wirkt das Upgrade auf Neutral eher wie eine Neubewertung der Stabilität als wie eine klare Wette auf schnelle Ergebnisexpansion.
Fazit & Ausblick
Li Auto kombiniert im Mai einen soliden Absatzimpuls mit einem konkreten Produkt- und Technikfahrplan: L9 läuft in die zweite Phase des Update-Zyklus, der all-new Li L8 soll Ende Juni nachgezogen werden und im Juni folgt ein Technologie-Event mit Fokus auf In-Cabin-Interaktion, Assisted Driving und Modell-/Chip-Ansatz.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob die steigenden Volumina und die neue Produktmischung die kurzfristige Ergebnisbelastung wie zuvor beschrieben spürbar reduzieren können. Die nächsten Impulse sollten sich spätestens mit den Fortschrittsmeldungen rund um L8 und den Ergebnissignalen aus dem weiteren Quartalsverlauf verdichten.
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