Lennar-Aktie steigt: Berkshire Hathaway kauft 2,67 Mio. Class-A-Aktien
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Berkshire Hathaway erwarb zwischen dem 17. und 21. September rund 2,67 Millionen Lennar-Class-A-Aktien sowie 75.021 Class-B-Aktien.
- Die Lennar-Aktie stieg im Tagesverlauf um bis zu 6,2 Prozent und lag zuletzt bei 71,38 Euro mit einem Tagesplus von 5,78 Prozent.
- Lennar verfehlte im dritten Quartal Umsatz- und Gewinnerwartungen; der Nettogewinn sank auf 284 Millionen US-Dollar.
- Für das vierte Quartal erwartet der Hausbauer 22.000 bis 23.000 Auslieferungen und eine Bruttomarge von 15,5 bis 16,0 Prozent.
Marktanalyse & Details
Berkshire baut Position bei Lennar aus
Berkshire Hathaway hat seine Beteiligung an Lennar über drei Handelstage hinweg deutlich erhöht. Das Unternehmen kaufte rund 2,67 Millionen Aktien der Klasse A und zusätzlich 75.021 Aktien der Klasse B. Die Transaktionen wurden über Versicherungstöchter abgewickelt und in einer regulatorischen Meldung ausgewiesen.
Der Einstieg beziehungsweise Ausbau durch Berkshire verlieh der Lennar-Aktie unmittelbar Rückenwind. Der Kurs legte zeitweise um bis zu 6,2 Prozent zu. Um 17:24 Uhr notierte die Aktie an der Lang & Schwarz Exchange bei 71,38 Euro, ein Tagesplus von 5,78 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier allerdings weiterhin 18,93 Prozent im Minus.
Schwaches Quartal und vorsichtiger Ausblick
Der Kursimpuls steht im Kontrast zu den zuletzt schwachen Fundamentaldaten. Lennar erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 8,00 Milliarden US-Dollar und blieb damit hinter der Schätzung von 8,32 Milliarden US-Dollar zurück. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,23 US-Dollar gegenüber erwarteten 1,28 US-Dollar. Auf GAAP-Basis fiel das Ergebnis je Aktie auf 1,19 US-Dollar nach 2,29 US-Dollar im Vorjahresquartal.
Der Nettogewinn sank von 591 Millionen auf 284 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig gingen die Hausauslieferungen um 3 Prozent auf 20.840 Einheiten zurück, während der Auftragseingang um 9 Prozent auf 20.879 Häuser abnahm. Die Bruttomarge im Hausverkauf lag bei 15,8 Prozent.
Für das vierte Quartal rechnet Lennar mit 22.000 bis 23.000 Auslieferungen, 19.500 bis 20.500 neuen Aufträgen und einem durchschnittlichen Verkaufspreis zwischen 370.000 und 380.000 US-Dollar. Das Unternehmen erwartet ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,30 bis 1,65 US-Dollar und liegt damit unter der Konsensschätzung von 2,00 US-Dollar. Hohe Hypothekenzinsen, Kaufanreize und ein zunehmender Kostendruck belasten weiterhin die Profitabilität.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass der Berkshire-Kauf vor allem als Vertrauenssignal für die langfristige Positionierung von Lennar im US-Hausbau gewertet wird, nicht jedoch als Beleg für eine kurzfristige operative Trendwende. Der Konzern steht weiterhin vor einem schwierigen Marktumfeld: Käufer müssen sich hohe Finanzierungskosten leisten, das Angebot an Gebrauchtimmobilien nimmt zu und Lennar ist bereit, Margen zu opfern, um das Verkaufsvolumen zu halten.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Berkshire-Effekt die Stimmung zwar verbessert, die Bewertung der Aktie aber weiterhin von Zinsen, Auftragseingängen und Margen abhängt. Entscheidend wird sein, ob Lennar die erwarteten Auslieferungen steigern kann, ohne die Bruttomarge weiter zu reduzieren. Der deutliche Jahresverlust zeigt zugleich, dass der aktuelle Kurssprung die bisherigen Belastungen noch nicht ausgleicht.
Fazit & Ausblick
Der Zukauf durch Berkshire Hathaway liefert der Lennar-Aktie einen starken kurzfristigen Impuls. Für eine nachhaltige Erholung müssen jedoch die Nachfrage und die Gewinnentwicklung folgen. Im Fokus stehen daher die Auftragseingänge im vierten Quartal, die Bruttomarge von 15,5 bis 16,0 Prozent sowie die weitere Entwicklung der Hypothekenzinsen.
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