Kalshi startet Gold- und Silber-Perpetuals: Cboe gerät unter Wettbewerbsdruck
Kurzüberblick
- Kalshi hat nach der Freigabe durch die CFTC Perpetual Futures auf Gold und Silber in den USA gestartet.
- Die neuen Kontrakte verschärfen den Wettbewerb für etablierte Terminbörsen wie Cboe Global Markets.
- Coinbase treibt mit einem SEC-Antrag für Aktien-Perpetuals die Ausweitung des Produkts auf weitere Anlageklassen voran.
- Die Cboe-Aktie notiert am 10. September 2026 bei 249,40 Euro und liegt seit Jahresbeginn 15,68 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Kalshi erweitert das Derivateangebot
Kalshi darf in den USA nun unbefristete Terminkontrakte auf Gold und Silber anbieten. Die Commodity Futures Trading Commission erteilte die Genehmigung in dieser Woche; der Handel mit den neuen Produkten startete am Donnerstag. Damit baut Kalshi sein Geschäft über klassische Prognosemärkte hinaus aus.
Perpetual Futures besitzen kein festes Verfallsdatum. Gerade im Kryptomarkt haben sich solche Produkte bereits etabliert, weil sie eine dauerhafte Positionierung auf steigende oder fallende Kurse ermöglichen. Ihre Übertragung auf Edelmetalle eröffnet Kalshi einen direkten Zugang zu einem größeren Derivatemarkt.
Wettbewerbsrisiko für Cboe
Nach dem Start der Gold- und Silberkontrakte gerieten die Aktien traditioneller Terminbörsen wie Cboe und CME Group zeitweise unter Druck. Anleger fürchten, dass neue, digital zugängliche Kontrakte bestehende Handelsmodelle und Marktanteile angreifen könnten.
Der Konkurrenzdruck könnte sich ausweiten. Coinbase hat in den USA bereits Unterlagen bei der Securities and Exchange Commission eingereicht, um Aktien-Perpetuals über seine Derivatebörse anzubieten. Für die tatsächliche Einführung wäre zusätzlich eine Genehmigung der CFTC erforderlich. Zudem strebt Kalshi laut den vorliegenden Angaben weitere Kontrakte auf US-Aktien, Kupfer und Währungen an.
Kursentwicklung und Analysten-Einordnung
Die Cboe-Aktie wurde am 10. September um 16:24 Uhr mit 249,40 Euro gehandelt. Gegenüber dem Vortag lag sie zu diesem Zeitpunkt 0,16 Prozent im Plus, auf Jahressicht beträgt der Zuwachs 15,68 Prozent. Der leichte Tagesgewinn zeigt, dass der Markt die Meldung bislang nicht als unmittelbaren Belastungsschock für das Cboe-Geschäft bewertet.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Anleger zwischen einem langfristigen Wettbewerbsrisiko und einem kurzfristigen Ergebniseffekt unterscheiden. Die neuen Produkte müssen zunächst regulatorisch zugelassen, liquide gehandelt und bei den Marktteilnehmern etabliert werden. Für Cboe bleibt deshalb entscheidend, ob Perpetuals dauerhaft Handelsvolumen von bestehenden Terminprodukten abziehen oder lediglich ein zusätzliches Segment schaffen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass künftig vor allem Zulassungen, Handelsvolumen, Gebührenmodelle und die Reaktion der etablierten Börsen beobachtet werden sollten.
Fazit & Ausblick
Kalshis Start markiert einen weiteren Schritt bei der Öffnung des US-Derivatemarkts für Perpetual Futures. Kurzfristig ist der Einfluss auf Cboes Gewinnentwicklung schwer einzuschätzen. Mittel- bis langfristig könnten weitere Genehmigungen für Aktien, Kupfer und Währungen den Wettbewerbsdruck jedoch deutlich erhöhen. Die nächsten wichtigen Signale sind daher zusätzliche regulatorische Freigaben und die tatsächlich erreichten Handelsvolumina der neuen Kontrakte.
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