Ionis-Aktie verliert 11,42 %: Pelacarsen scheitert in Phase-III-Herzstudie

Kurzüberblick

  • Pelacarsen verfehlt in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon den primären Wirksamkeitsendpunkt.
  • Ionis Pharmaceuticals fällt am 7. September gegen 13:01 Uhr um 11,42 Prozent auf 41,51 Euro.
  • Das von Ionis entwickelte und an Novartis auslizenzierte Herzmittel senkte zwar Lipoprotein(a), schützte aber nicht ausreichend vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen.
  • Die Enttäuschung belastet auch Novartis und Amgen, dessen Wirkstoff Olpasiran einen ähnlichen Therapieansatz verfolgt.

Marktanalyse & Details

Pelacarsen scheitert am entscheidenden Studienziel

Pelacarsen konnte in der Phase-III-Studie Lp(a)Horizon den Spiegel des Risikofaktors Lipoprotein(a) senken. Das allein reichte jedoch nicht aus: Beim primären Endpunkt zeigte sich kein erhoffter Schutz vor Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulär bedingtem Tod.

Für Ionis ist der Rückschlag besonders relevant, weil Pelacarsen als potenzieller Wachstumstreiber im kardiovaskulären Bereich galt. Der Wirkstoff wurde von Ionis entwickelt und an Novartis auslizenziert. Die negativen Studiendaten treffen damit sowohl mögliche künftige Lizenzerlöse als auch die Bewertung der Plattform im Bereich seltener und chronischer Erkrankungen.

Deutliche Reaktion am Aktienmarkt

Die Ionis-Aktie lag am Montagmittag bei 41,51 Euro und damit 11,42 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn hat der Titel 37,95 Prozent verloren. Auch Novartis geriet unter Druck, während Amgen wegen der möglichen Signalwirkung für das vergleichbare Mittel Olpasiran nachgab.

  • Analystenschätzungen hatten für Pelacarsen risiko-adjustierte Umsätze von bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar berücksichtigt.
  • Andere Marktmodelle gingen sogar von einem Spitzenumsatz von rund 2 Milliarden US-Dollar aus.
  • Bei Novartis wird ein Teil der Belastung durch höhere Erwartungen an Remibrutinib abgefedert, dessen Umsatzpotenzial auf 2 Milliarden US-Dollar angehoben wurde.

Analysten-Einordnung

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt nicht nur einen einzelnen Studienfehlschlag einpreist, sondern die künftige Bedeutung von Ionis im Herz-Kreislauf-Markt neu bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass mögliche Lizenz- und Meilensteinzahlungen aus Pelacarsen vorerst als wesentlicher Bewertungsfaktor wegfallen. Die jüngste FDA-Zulassung eines Ionis-Mittels gegen die seltene Alexander-Krankheit bildet zwar einen positiven Gegenpol, kann den Verlust eines potenziell breit einsetzbaren Herzmedikaments kurzfristig jedoch nicht vollständig kompensieren.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt stehen nun die weitere Vermarktung des zugelassenen Mittels gegen Alexander-Krankheit sowie neue klinische Daten aus der Ionis-Pipeline. Entscheidend wird sein, ob andere Programme den wegfallenden Wertbeitrag von Pelacarsen ausgleichen können. Bis dahin dürfte die Aktie besonders sensibel auf Nachrichten zu Studienfortschritten, Zulassungen und Partnerschaften reagieren.

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